Karma To Burn – Special Guest Dune Pilot am 03.06.2018 im Kesselhaus in Wiesbaden

„Karma To Burn – Special Guest Dune Pilot am 03.06.2018 im Kesselhaus in Wiesbaden“

Headliner: Karma To Burn

Vorband(s): Dune Pilot

Ort: Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 03.06.2018

Kosten: 18,00 € VK, 22 € AK

Genre: Stoner Rock, Hard Rock, Desert Rock

Besucher: ca. 100 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/karma-to-burn.html

Setlisten:


1. Speak Up
2. Postman
3. The Willow
4. I‘ Your Man
5. Loaded
6. Lucy
7. Stamina
8. Waste


1. 19
2. 5
3. 61
4. 19
5. 8
6. 57
7. 1
8. 30
9. 29
10. 62
11. 32
12. 20
13. 34 (Zugabe)
14. 28 (Zugabe)

Immer noch richtig geflasht vom Desertfest Berlin 2018 (hier geht es zum Bericht) Anfang Mai, mache ich mich heute nach Wiesbaden ins Kesselhaus auf! Denn da spielen heute Karma To Burn. Die waren, ebenso wie die Supporter Dune Pilot, dieses Jahr nicht auf dem großen Stonerspektakel in Berlin.

Also ab nach Wiesbaden ins Kesselhaus, einer meiner Lieblingsclubs seit geraumer Zeit! Stau auf der A3. Mein Navi leitet mich parallel zur Autobahn perfekt um, sodass ich rechtzeitig in Wiesbaden ankomme. Es ist total heiß am heutigen Abend. Das hält wohl auch einige Fans davon ab, heute zu Karma To Burn und Dune Pilot zu kommen. Zudem ist es Sonntagabend, was auch einige fleißige Kirchgänger davon abhalten dürfte hier zu erscheinen. Oder ist es für diese nur der bekannte Ziegenbock von Karma To Burn!? Es werden dann aber doch ca 100 Fans, die einen großartigen Abend erleben werden.

Als Opener fungieren heute Dune Pilot. Dune Pilot spielen geilen staubigen Desert Rock und kommen aus Munic Desert. Obwohl ja bekanntlich in München keine Wüste vorhanden ist, spielen sie einen Desert Rock, der sich gewaschen hat. Musikalisch sind sie direkt in der Nachbarschaft solcher Genregrößen wie Kyuss, Fu Manchu oder Truckfighters anzusiedeln. Das mit einer sehr eigenständigen Note. Am 25.05.2018, also nur ein paar Tage vor dem heutigen Gig, haben sie ihr neues Album mit dem Titel Lucy herausgebracht. Das entsprechende Review zu der Platte könnt ihr hier lesen. Das heutige Set beginnt mit Speak Up, das ist Stoner Rock pur. Sänger Andris kündigt dann auch bereits nach dem ersten Song an, dass die Band heute ihre neue Platte mitgebracht hat. An die Fans gerichtet sagt er: „Wir spielen heute praktisch die neue Platte.“ Die ersten sechs Songs sind vom neuen Longplayer Lucy. Und die Lucy geht bei den Jungs heute Abend richtig ab. Die Fans sind kaum zu bändigen. Die gehen richtig mit und es wird gewippt. Boah, ist das richtig geiler Desert Rock! Es ist nicht nur durch die Musik hier im Saal kochend heiß. Das geht schon irgendwie an die Substanz. Nach einigen Songs bedankt sich Andris bei den Fans, prostet ihnen zu und fordert sie auf etwas zu trinken, damit sie bei dieser Hitze nicht dehydrieren! Das lassen sich die Jungs und Mädels im Publikum natürlich nicht zweimal sagen. Sänger Andris hat nicht nur eine tolle Stimme, er unterhält die Fans auch in den Pausen vorzüglich. Die anderen drei Musiker stehen dabei etwas hintenan, jedoch nicht musikalisch. Sie sorgen mit ihrer tollen Spielweise dafür, dass es hier ohne großes Spektakel auf der Bühne richtig abgeht. Halt richtig heißer und staubiger Desert Rock vom Allerfeinsten. Gerade Christian mit seinem fuzzbetonten Gitarrenspiel tut sich hier besonders hervor. Der Titelsong Lucy ist der letzte Song vom neuen Album am heutigen Abend, aber noch nicht das Ende der Setliste. Da geht die Lucy mit einem geilen Groove noch mal richtig ab, bevor ein Break den Song wieder runter bringt. Einfach genial. Bevor es zu den letzten beiden Songs Stamina und Waste vom Debütalbum Wetlands geht, bedankt sich Andris bei den Fans: „Vielen Dank, dass ihr nicht raus gegangen seid – ich wäre es“ (Anmerkung: bei dieser Hitze). Die Fans geben den vier Musikern auf der Bühne ein großes Kompliment. „Aber nur mit euch“ schallt es.

 

Nach dem Gig treffe ich die Jungs noch. Dabei erfahre ich, dass sie am 18.06.2018 Support bei Coven in Frankfurt sein werden. Da freue ich mich sehr drauf, denn für Coven habe ich bereits eine Akkreditierung. Ich verspreche den Jungs von der neuen Platte eine Rezension zu machen, was ich sehr gerne mache. Sie haben mir heute Abend außergewöhnlich gut gefallen. Zudem ist am 18.06.2018 in Frankfurt noch ein Interview mit ihnen geplant.

In der kurzen Umbauphase nach draußen mal etwas Luft schnappen und etwas Kühles trinken. Gleich wird es mit dem heutigen Headliner Karma To Burn wieder richtig heiß.

Oh Mann, freue ich mich auf Karma To Burn. Karma To Burn sind 25 Jahre Desert Rock / Stoner Rock. Nach ihrer Auflösung 2002 in der Versenkung verschwunden und 2009 wie Phönix aus der Asche geboren, brachten sie dann 2010 mit Appalachian Incantation ein grandioses Album hervor. Gefolgt von den hervorragenden Alben V (2011) und Arch Stanton (2014).

Vom ursprünglichen Trio ist nur noch William Mecum übrig geblieben. Über die Jahre hinweg hat er mit Evan Devine (Drums) und Eric Clutter (Bass) eine mehr als passende Ergänzung gefunden. Die Beiden sind ausgezeichnete Musiker, die perfekt zu William Mecum passen und die Riffs ihres Gitarristen zur Geltung kommen lassen. Die Band war immer etwas Besonderes im Stoner Rock Kosmos. Verzichtet die Band auf ihren Alben doch fast ausnahmslos auf Gesang und nummeriert ihre Songs einfach durch. Das ist ja auch irgendwie einfacher als sich immer irgendwelche Songtitel ausdenken zu müssen, da muss man sich nur Nummern merken 🙂

Karma To Burn kommen, ebenso wie die Münchener Dune Pilot, gar nicht aus der Wüste, sondern aus West Virginia, einem Staat in den USA, der den Beinamen The Mountain State trägt.

Karma To Burn beherrschen am heutigen Abend die Kunst, aus einfachen Riffs und Songstrukturen packende Lieder zu produzieren. Ein Track wie 34 bleibt auch ohne Gesang fest im Gedächtnis. Gesang gibt es heute nicht. Damit hat auch niemand gerechnet. Das müsste dann ja auch ein Gastsänger im Range eines John Garcia sein. Nichts anderes würde zu dieser großartigen Band passen. Im Vorfeld habe ich mit einem Freund darüber gewitzelt, ob John Garcia bei einem Song dabei sein würde oder nicht. War alles jedoch nur Spaß. Ich will ja nur die Drei da oben sehen. Und die Drei sind außergewöhnlich gut. Es gibt tolle heavy groovende Instrumentalsongs. Da stimmt instrumental alles im Zusammenspiel des Trios. Das muss es auch. Denn vermeintlich schwache Passagen könnten nicht kaschiert werden. Die einzelnen Songs wirken wie Achterbahnen, in denen es rauf und runter geht und die Spannung permanent erhalten bleibt.

Zwischen den einzelnen Songs richtet William Mecum ab und an ein paar Worte an die Fans. Er fragt, ob man denn am heutigen Sonntag schön brav in der Kirche gewesen sei. Das gehöre sich doch schließlich. Das sagt er natürlich mit einem lachenden Unterton.

Karma To Burn sind richtige Stoner Rock Giganten. Sie erschlagen mit ihrem mystischen und spirituellen Groove und dem damit einhergehenden Riffgewitter einfach alles. Karma To Burn spielen eine breite Facette ihrer Songs aus verschiedenen Alben. Die Setlist endet mit dem Song 20 ihres Albums Wild Wonderful Purgatory. Die Fans wollen aber die Jungs, die schon aufgrund der Hitze richtig platt sind, nicht gehen lassen. Eine Zugabe wird vehement gefordert. Karma To Burm lassen sich überreden und wollen noch einen Song spielen. Die Fans fordern drei weitere Songs. Geeinigt wird sich dann auf zwei weitere Songs. Dies sind dann die Songs 34 vom Album Almost Heathen und 28 vom Album Wild Wonderful Purgatory. Danach werden die Jungs ehrenvoll mit verdientem lang anhaltendem Applaus entlassen.

Auch die Jungs von Karma To Burn sieht man anschließend noch draußen und am Merchstand. Man kann mit ihnen noch das eine oder andere Wort wechseln. Sie bedanken sich bei den Fans für den heutigen Abend.

Fazit: Wahnsinnig genialer Desert Rock / Stoner Rock Abend mit Karma To Burn und Dune Pilot im Kesselhaus in Wiesbaden. Für die nächsten Wochen stehen unter anderem mit Atomic Bitchwax, Bongzilla, Eyehategod und Church Of Misery bereits einige weitere Stoner Konzerte in den Startlöchern. Da sollte man unbedingt dabei sein. Time For Metal ist es auf jeden Fall!

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