Kreator – 01.08.2020 – Wacken World Wide Livestream 2020

Mille & Co. zerlegen XR-Stage

Eventname: Wacken World Wide Livestream 2020

Band: Kreator

Ort: Online (Wacken, Schleswig-Holstein, Deutschland)

Datum: 01.08.2020

Genre: Thrash Metal

Setliste:

  1. The Patriarch (Intro)
  2. Violent Revolution
  3. Extreme Aggression
  4. 666 – World Divided
  5. Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)
  6. Satan Is Real
  7. Awakening Of The Gods
  8. Enemy Of God
  9. Hail To The Hordes
  10. Phantom Antichrist
  11. People Of The Lie
  12. Betrayer
  13. Pleasure To Kill
  14. Outro (Apocalypticon)

Ein Urgestein des deutschen Metals konnte von Holger & Thomas ebenfalls überzeugt werden, ohne Publikum einen Gig abzuliefern. Kreator aus Essen, seit 1982 auf den Bühnen dieser Welt unterwegs, geben sich die Ehre. Kopf und einzig durchgängig verbliebendes Gründungsmitglied ist natürlich Miland „Mille“ Petrozza. 1982 zunächst als Tyrant gestartet, ein Jahr später war man Tormentor und ein weiteres Jahr später Kreator. 14 Langeisen aus dem Studio wurden bisher auf den Markt geworfen, 1985 der Start mit Endless Pain und zuletzt 2017 Gods Of Violence. Das Line-Up erfuhr am Bass im letzten Jahr eine Veränderung. Von Dragonforce kam Frédéric Leclercq für den langjährigen Bassisten Christian „Speesy“ Giesler. So war man natürlich gespannt auf den Auftritt des neuen Bassisten aus Frankreich.

Nach dem instrumentalen Intro The Patriarch (Violent Revolution, 2001) gibt es den Titeltrack des 2001er Werks auf die Ohren. Kreator liefern genau das, was man von Kreator erwartet. Einen Thrash Dampfhammer wie zu besten Zeiten. Drummer Jürgen hat auch das passende T-Shirt an. Destroy Them! Sehr gewöhnungsbedürftig sind die animierten Flammen über der realen Pyrotechnik. Tief in die musikalische Geschichte geht es mit Extreme Aggression, den Namen des Albums aus dem Jahre 1989. Die Saitenfraktion inkl. des neuen Bassisten liefert ein schönes Battle und der Track ballert wie eh und je. Etwas Neues haben die Herren auch im Gepäck. 666 – World Divided dürfte wohl ein Appetithappen vom nächsten Release sein. Das Ding ist nicht so gnadenlos wie viele andere Tracks von Mille, aber da werden wohl eher nachdenkliche Gedanken im Text verarbeitet. Dampfhammer gefällig? Bitteschön: Hordes Of Chaos aus dem Jahre 2009 dürfte nun dafür sorgen, dass meine Nachbarschaft weiß, was heute die Stunde schlägt. Mit Satan Is Real geht es in das Jahr 2017 und Gods Of Violence. Nun ist Moshpit Time: Awakening Of The Gods macht den Opener für Enemy Of God aus dem Jahre 2005. Mit Hail To The Hordes geht es wieder zur letzten Scheibe, bevor der Phantom Antichrist aus dem Jahre 2012 sich seinen Weg frei ballert. Was für ein Abriss! Da wundert man sich fast, dass die virtuelle Bühne noch da ist. Aber Luft holen ist nicht, mit People Of The Lie geht es in das Jahr 1990 (Coma Of Souls), die Pommesgabeln und Haare fliegen! Mille holt noch mal etwas aus der Schatzkiste der Bandgeschichte und es knallt Betrayer (Extreme Aggression, 1989) aus den Boxen. Die Nummer widmet Mille den „Old School Metallern“. Vielen Dank Mille! Wenn man schon dabei ist, die Butze abzureißen, dann kann man das auch komplett tun. Pleasure To Kill aus dem Jahre 1986 knallen Mille & Co. den Metalheads auf die Ohren. Immer noch ein absoluter Hammer, auch 34 Jahre später. Nach einer Stunde verabschiedet sich das Quartett mit einem ganz sicher von Herzen kommendem „Fuck Covid-19“. Die vier Herren zeigen acht Horns als Abschlussbild zum laufenden Outro. Danke für eine Stunde totalen Abbruch. Da danach noch eine weitere Band auf die Bühne kommt, hat die virtuelle Stage Kreator überlebt.

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