Lacuna Coil – Black Anima

Weiterentwicklung der Italiener mit kleinen Rückschlägen

Artist: Lacuna Coil

Herkunft: Mailand (Italien)

Album: Black Anima

Genre: Gothic Metal, Alternativ Metal

Spiellänge: 45:14 Minuten

Release: 11.10.2019

Label: Century Media Records

Link: https://www.lacunacoil.com/

Bandmitglieder:

Bass, Gitarre – Marco Coti Zelati
Gitarre – Diego Cavallotti
Gesang – Cristina Scabbia
Gesang – Andrea Ferro
Schlagzeug – Richard Meiz

Tracklist:

1. Anima Nera
2. Sword Of Anger
3. Reckless
4. Layers Of Time
5. Apocalypse
6. Now Or Never
7. Under The Surface
8. Veneficium
9. The End Is All I Can See
10. Save Me
11. Black Anima

Lacuna Coil feierten im letzten Jahr das zwanzigste Jahr der Veröffentlichung ihrer ersten selbst betitelten EP mit einer außergewöhnlichen Show im O2 Forum Kentish Town in London, die auch auf DVD / Blu-Ray herausgegeben wurde.

Nun sind Lacuna Coil drei Jahre nach ihrem letzten Longplayer Delirium mit einer neuen Scheibe zurück. Ihr Label Century Media Records, bei dem Lacuna Coil von Beginn an unter Vertrag stehen, feiert die Veröffentlichung von Black Anima mit verschiedenen Ausgaben physischer Tonträger.

So ist Black Anima als CD, als Ltd. 2CD Book Edition inkl. Tarot cards und in den Vinyfaben white (100 Stück), transparent orange (200 Stück) und black erhältlich. Die Vinylversionen enthalten zusätzlich noch die CD.

Bei Lacuna Coil treffen Metalklänge, begleitet von melodischen Gitarrenläufen, mit leichten Einflüssen von Popmusik und Nu Metal zusammen. Lacuna Coil haben es mit ihrer Art des Metals geschafft, sich einen hohen Wiedererkennungswert zuzulegen. Dabei steht im Vordergrund, wie soll es anders sein, das Wechselspiel der Voices zwischen dem weiblichen Part von Cristiana Scabbia und dem männlichen Part von Andrea Ferro.

Der Weg, der mit dem Vorgänger Delirium beschritten wurde, wird auf Black Anima konsequent weiter beschritten. Black Anima ist schwerer und dunkler als die Vorgängeralben und besitzt trotzdem Melancholie und Melodik.

Wer die Italiener einmal live erlebt hat, weiß, dass sie dort immer ein Stück härter rüberkommen, als auf den vorangegangenen Alben. Dies scheint der Band nun auch bewusst geworden zu sein und man hat einfach versucht, dies auf einem Album umzusetzen.

Lacuna Coil scheuen sich auch nicht, etwas herum zu experimentieren. Mit dem als Intro geltenden Opener Anima Nera verzückt uns die Band noch mit dem zuckersüßen Klang der Stimme von Cristina Scabbia, bevor es mit Sword Of Anger gleich ein fettes Brett gibt. Reckless groovt dann richtig im Stile eines kornigen Nu Metals, gefolgt von Layers Of Time mit starken Industrial Anleihen. Daneben schwebt Cristina Scabbias Stimme und man könnte meinen, dass sie eigentlich für einen anderen Song eingesungen wäre. Das ist schon wahnsinnig, wie unpassend passend Sachen zusammengefügt werden.

Hymnischer Gothic Pop begegnet uns in Apocalypse. Obwohl poppig, wird dieser Song aufgrund der Gesangsleistungen von Cristina Scabbia und Andrea Ferro jedoch nie langweilig. In Now Or Never treffen knatternde Drumsalven auf aggressive Gitarren. Ein mächtiger Groove treibt den Song.

Under The Surface ist recht einfach gestrickt und fällt aus meiner Sicht gegenüber den anderen Songs auf diesem Album etwas ab. Der Song ist mir dann doch etwas zu glatt.

Mit Veneficium kommt erneut ein sehr hymnischer Song zur Geltung, wobei er zugleich episch wirkt. The End Is All I Can See wirkt in gewisser Weise mythisch orientalisch, trotzdem schwer und fast erdrückend.

Save Me geht für mich in eine ähnliche Richtung, wie zuvor bereits Under The Surface. Den müsste ich jetzt auch nicht unbedingt haben. Das ist aber wie alles Geschmacksache.

Wie ein bedrohlicher Soundtrack zu einem düsteren Film wirkt der abschließende Titelsong, der nochmals zeigt, wozu die Band fähig ist.

Lacuna Coil – Black Anima
Fazit
Black Anima stellt eine bewusste Weiterentwicklung im Songwriting von Lacuna Coil dar und kann den Fan durchaus mitnehmen. Nur noch sehr selten verfällt man in altes Schema zurück, welches man eigentlich hinter sich lassen wollte. Insgesamt ist Black Anima ein ansprechendes Album geworden, welches sich eine Hörerschaft erschließen wird.

Anspieltipps: Sword Of Anger, Now Or Never, Black Anima
Juergen S.
7.7
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7.7
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