Marshall Kilburn II (Bluetooth Lautsprecher)

Hersteller: Marshall Headphones

Typ: Aktiver Stereo-Lautsprecher mit Bassreflex-System

Modell: Killburn II

Soundmerkmal: Multidirektionaler Sound

Akkuleistung in Bluetooth: ca. 20 Stunden

Bluetooth Reichweite: ca. 9 Meter

Gewicht: 2.500 g

Preis: laut UVP 299,00 €

Link: https://www.marshallheadphones.com/mh_de_en/kilburn-ii

Technische Details:

Kommunikationssystem: Bluetooth 5.0 aptX

Frequenzausgang: 52 bis 20.000 Hz

Lieferumfang: Lautsprecher, Netzkabel (kein separates Netzteil notwendig), Anleitung

Ich bin jemand, der immer, wenn er an die Marke Marshall denkt, an gigantische Boxentürme auf Festivals und an ein spezielles Foto denken muss, auf dem Jimi Hendrix auf dem legendären Woodstock Festival 1969 vor einem Marshall Vorverstärker spielend in einer virtuos wirkenden Pose zu sehen ist. Als die Traditionsmarke von 1962 erstmals mit einem Kühlschrank in Verstärkeroptik (im typischen Half-Stack Design) auf dem Markt auftauchte, waren Tür und Tor geöffnet für eine breitere Aufstellung der Marke. Doch bleibt man bis heute seinem Stil treu und überzeugt optisch mit zurückhaltender Schönheit und dem obligatorischen Schriftzug auf der Front der Produkte, die man aus dem Hause kennt. Mit Kopfhörern und Bluetooth Lautsprechern wurde dann, noch nicht so lange Zeit her, die Produktpalette mit logischer Präzision erweitert. Denn, was kann ein Verstärker- und Lautsprecher-Hersteller besser, als Lautsprecher zu produzieren? Gut im Bereich der Heimelektronik sind die Ansprüche mit Sicherheit ein wenig anders, als im Bereich der Gitarrenverstärkung, doch ich denke, wenn man so lange Know-How im Bereich Hi-Fi vorzuweisen hat, dann ist der Schritt in die Richtung nicht unlogisch. Mit dem Killburn II bringen die Briten die Neuauflage ihrer Bluetooth Box Kilburn auf den Markt. Damit man beide Versionen besser auseinanderhalten halten kann, wurde nicht nur technisch eine Schippe draufgelegt, sondern auch das Design ein wenig aufgemotzt. Es wurde auf die goldfarbenen Dekore verzichtet und so strahlt die Box in einem fast schon minimalistisch edlen Schwarzsilber. Der 3,5 mm Klinkenanschluss wurde nicht wieder im Bedienpanel verbaut und so setzt man im Hause Marshall auf eine saubere Optik. Doch einen weiteren Vorteil hat die Entscheidung, denn wenn kein zweiter Eingang im Bedienpanel, sondern auf der Rückseite des Lautsprechers vorhanden ist, kann auch der mechanische Kippschalter entfallen und für den Ladezustand des verbauten Akkus ist eine detailliertere Anzeige möglich. Da LED und die wirklich praktische Trageschlaufe (der Lautsprecher wiegt 2,5 kg und da ist eine Trageschlaufe Gold wert) in dunklem Rot erstrahlen, setzt man hier noch mal einen kleinen Akzent. Schöne Optik würde das beschreiben, was ich hier vor mit sehe, doch wie schaut es mit dem aus, warum man so ein Gerät kauft – dem Sound?

Im Vergleich mit dem Kilburn II habe ich mein Apple Homepod und ein Bose Soundlink Mini II ins Rennen geschickt. Subjektiv würde ich sagen, dass der Klang auf dem Homepod mit Abstand und vor allem was Bässe angeht, am besten ist. Doch hinkt der Vergleich ein wenig, da der Homepod ein Smartspeaker ist und kein Bluetoothlautsprecher. Wenn ich jetzt den Soundlink Mini II, der für meinen Geschmack einen echt erstaunlich guten Sound hat, neben den Kilburn II halte, so ist das Marshall-Setup durchweg klarer und besser im Bereich der Tiefen. Der angeworbene multidirektionale Klang bringt einen echt sehr tollen Raumklang. Um das richtig nutzen zu können, muss das Lied natürlich auch eine gewisse Qualität haben, und Songs mit tollen Stereoeffekten (wie Wild Eyes von Parkway Drive oder Queens Bohemian Rhapsody – was für ein Gegensatz) können hier besonders gut wirken. Durch die sogenannte Multi-Host-Funktion können sowohl beim Soundlink wie auch beim Kilburn II mehrere Geräte zeitgleich mit dem Lautsprecher gekoppelt werden. Das ist in dem Fall sinnvoll, wenn mal das Smartphone, mal das Tablet und vielleicht auch das Apple TV verbunden werden soll. Dank IPX2-Schutz-Standard darf man sich über Schutz gegen schräg fallendes Tropfwasser und gegen das Eindringen von Gegenständen mit einem Durchmesser < 12 mm freuen. Die 20 Stunden Akkulaufzeit sind sowohl wegweisend, wie auch mit Sicherheit der Grund für das Gewicht.

Fazit: Wer einen Bluetooth Lautsprecher sucht, der klaren Sound bringt, extrem schön aussieht (gut das ist mit Sicherheit Geschmacksache) und durch IPX2-Standard und sehr hoher Akkuleistung für drinnen, wie auch draußen durchaus geeignet ist, der sollte sich den Kilburn der zweiten Generation einmal genauer anschauen. Die „klassische“ Optik und das aufgeräumte Bedienpanel machen etwas her und einzig der Preis ist das, was ich als wirkliches Manko feststellen muss. Mit 299 € hat man im Vergleich zum Vorgänger mehr als 26% draufgelegt. Da ich den Vorgänger nicht zum Vergleich hier habe, kann ich nicht nachvollziehen, ob der Aufpreis durch die neuere Technik wirklich gerechtfertigt ist. Doch trotzdem ist der Kilburn II eine Kaufempfehlung, wenn man eine Box ohne Amazon Alexa, Apple Siri oder Google Home haben möchte und einen Eyecatcher für das Wohnzimmer und die Gartenparty zugleich sucht.
Kai R.8.5
Leser Bewertung2 Bewertungen10
8.5

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
Soto – Origami