Event: Death Over Europe Tour 2026
Headliner: Mayhem
Vorband: Marduk, Immolation
Ort: Huxleys Neue Welt Berlin
Datum: 22.02.2026
Genre: Black Metal, Death Metal
Wenn sich Black-Metal-Größen und Genremitbegründer wie Mayhem auf Europatour begeben, ist das schon einmal etwas Besonderes. Aber wenn sich genau diese dann auch noch eine weitere legendäre Black-Metal-Combo wie Marduk mit ins Boot holt, MUSS man das eigentlich als waschechter Schwarzmetaller mal gesehen haben. Und als wäre das nicht genug, runden die Death-Metaller von Immolation, die auch schon ihre drei Jahrzehnte Bandgeschichte auf dem Buckel haben, das Line-Up noch ab.
Wir sind in Berlin im Huxleys Neue Welt, einer der besten Locations der Hauptstadt, und haben uns über den Opener Immolation gar nicht so die Gedanken gemacht. Doch mit dem Start der US-Death-Metaller beginnt der Abend standesgemäß und wir sind überrascht, wie gut die Stimmung schon zu Beginn ist. Das Huxleys ist bereits gut gefüllt und Immolation geben alles, was ihre 38 Jahre Bühnenerfahrung hergeben. Ein neues Album steht vor der Tür und die aktuelle Single-Auskopplung Adversary kommt auch live sehr gut rüber. Wir sind sofort begeistert von diesem Einheizer und freuen uns auf den nächsten Punkt im Programm.
Die zweite Vorband des Abends sind die schon erwähnten Herren von Marduk. Eine Show der Schweden kann man sich eigentlich immer anschauen und nach der Umbaupause geht’s auch gleich richtig los. Marduk sehen wir hier allerdings weniger als Support an, sondern eher agieren sie gefühlt als Co-Headliner des Abends und wahrscheinlich auch auf der ganzen Tour. Das sehen nicht nur wir so, wenn man mal nach den Shirts im Publikum geht, das überwiegend Marduk-Merch trägt. Mit einer grandiosen Setlist, die ganz anders ist als die der letzten Touren, begeistern Marduk auf ganzer Linie. Der krönende Abschluss sind aber der letzte Song und die Zugabe des heutigen Auftritts – Blond Beast. Die Stimmung in der Konzerthalle kocht und kein Nacken bleibt mehr ruhig. So sollte ein klassischer Black-Metal-Konzertabend laufen. Herrlich!
Dass nun noch Mayhem folgen sollen, ist irgendwie kaum zu glauben. Wir sind eigentlich schon komplett durch und könnten den Abend auch so beenden. Diesen Eindruck haben wohl nicht nur wir, denn die Halle ist auch ein wenig leerer geworden. Doch natürlich schauen wir auch bei Mayhem noch rein. Das neue Album Liturgy Of Death hat uns persönlich nicht so gefallen, umso gespannter sind wir auf die Show. Die ist leider genauso, wie wir befürchtet haben. Viel Drumherum, eben viel Show und überwiegend die neuen Songs, die uns einfach zu überladen sind. So erscheint uns auch der Auftritt, den wir uns schon von weiter hinten anschauen. Sänger Attila ist in diverse Kostüme gehüllt und zieht sich auch hin und wieder um. Theatralik und große Gesten stehen auf dem Programm. Das gefällt augenscheinlich einigen Besuchern, denn die Stimmung ist an sich gut und viele im Publikum sind begeistert. Für uns entzaubert das Ganze aber ein wenig die Mayhem-Legende, und so machen wir uns lieber früher auf den Heimweg.
An sich war es für uns ein gelungener Abend, denn Immolation und Marduk haben uns glücklich gemacht. Dass Mayhem mit der neuen Richtung unseren Geschmack nicht treffen, ist auch gar nicht schlimm, denn es gibt genug Fans, die es feiern, und die hatten definitiv einen fantastischen Abend.






