Michael Schenker Fest – Revelation

Wird die neue Michael Schenker Fest Platte zur Offenbarung?

Artist: Michael Schenker Fest

Herkunft: Hannover, Deutschland

Album: Revelation

Spiellänge: 52:30 Minuten

Genre: Hard Rock, Metal

Release: 20.09.2019

Label: Nuclear Blast

Links: www.michaelschenkerfest.com
www.nuclearblast.de

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Michael Schenker
Gesang – Gary Barden
Gesang – Graham Bonnet
Gesang – Robin McAuley
Gesang – Ronnie Romero
Gesang – Doogie White
Gitarre, Keyboard – Steve Martin
Bass – Chris Glen
Schlagzeug – Bodo Schopf

Tracklist:

1. Rock Steady
2. Under A Blood Red Sky
3. Silent Again
4. Sleeping With The Lights On
5. The Beast In The Shadows
6. Behind The Smile
7. Crazy Daze
8. Lead You Astray
9. We Are The Voice
10. Headed For The Sun
11. Old Man
12. Still In The Flight
13. Ascension

Nun steht das zweite Werk von Michael Schenker Fest in den Startlöchern. Bereits im Vorfeld wurde mächtig die Werbetrommel für die neue Scheibe gerührt, und so darf man gespannt sein auf die 13 neuen Stücke. Die ausgekoppelte Single Rock Steady könnte ein Zeichen für die geplante Marschrichtung vorgeben. Wieder hat der Gitarrenvirtuose, der mit den Scorpions Ende der 60er seine Karriere startete, alte Haudegen um sich gescharrt. Neben den Sängern Gary BardenGraham BonnetRobin McAuley und Doogie White, hat er für einen Song Ronnie Romero gewinnen können. Durch den plötzlichen Tod des Schlagzeugers Ted McKennas mussten die bereits geplanten Einspielungen von Bodo Schopf und Simon Philips übernommen werden. Trotz dieses tragischen Vorfalls ist das Album letztendlich fertig geworden.

Mit Rock Steady dürfen sich zunächst alle vier Sänger beweisen. Ob das ein wirklich guter Opener ist, sei dahingestellt. Under A Blood Red Sky und Silent Again gehen etwas leichter ins Ohr. Das Riff bei Ersterem ist zwar ansprechend, aber der Song bleibt hinter den Erwartungen zurück. Der Gesang erinnert leicht an Glen Hughes. Eine Nähe zu Rainbow oder zu Burn von Deep Purple ist nicht von der Hand zu weisen. Mit Silent Again kommt ein flotter Track um die Ecke, der eine gute Melodie aufweisen kann. Die Gitarrenparts sind gefällig und zeugen vom Können des Michael Schenker. Sleeping With The Lights On hat wieder diese gefällige Melodie, die durch den Gesang noch an Kraft gewinnt. Kein Wunder, dass der Song als zweite Single ausgekoppelt wurde. Er ist meiner Meinung nach besser geeignet, als Rock Steady, obwohl auch hier die Herren Barden, Bonnet, Mc Auley und White dominieren. Natürlich hat auch Gitarrero Schenker seine Momente.

Weiter geht es mit einem Song, der gesanglich wieder an Hughes erinnert. Das hat man irgendwie schon mal gehört. Es schleicht sich ein leichtes Erinnern ein. Ansonsten eher durchschnittliche Kost. Ähnlich verhält es sich mit den folgenden Crazy Daze und Lead You Astray. Einfache Rocksongs, die mit einem netten Refrain aufwarten und dem Meister an der Flying V seinen Raum geben. Mit We Are The Voice kommt Ronnie Romero zum Einsatz. Das macht der ganz souverän, gibt dem ursprünglich für die vier anderen Sänger gedachten Song den richtigen Spirit und beweist, dass er nicht nur bei Rainbow und Lords Of Black gut singen kann, sondern auch hier. Das Komponistengespann Schenker/Voss hat gute Arbeit geleistet, auch wenn stilistisch achtziger Jahre Metal mit siebziger Jahre Anleihen dominiert.

Headed For The Sun geht diesen Weg konsequent weiter. Nicht selten wird man an alte MSG Zeiten erinnert. Auch die kleinen Pianoeinlagen von Steve Martin passen an dieser Stelle gut. Old Man, der nächste Song, wirkt fast schon deplatziert hier. Er passt nicht in das, was vorher zu hören war. Aber vielleicht steckt in den einzelnen Songs immer ein Stück Leben von Michael Schenker, der trotz seiner inzwischen über sechzig Jahre überhaupt nicht alt wirkt. Davon konnte ich mich bei einem Interviewtermin überzeugen (hier geht´s zum Interview). Nach dem letzten Gesangssong Still In The Flight kommt mit Ascension ein typischer instrumentaler Schenker Song im Stil des achtziger Jahre Albums Into The Arena.
Hervorzuheben sei das Artwork, welches den Maestro an seiner Flying V gekettet zeigt, fast wie Jesus am Kreuz. Die Symbolik dazu erklärt Michael Schenker ausführlich hier.

Fazit
Mit dem zweiten Michael Schenker Fest Album wird die Linie, die bei Resurrection eingeschlagen wurde, weiterverfolgt. Trotzdem ist das Ergebnis noch nicht zwingend überzeugend. Auch wenn wieder auf vier bzw. sogar fünf Sänger gesetzt wird, haben einige der Tracks noch Potenzial nach oben. Auf der anderen Seite gibt es tolle Melodien, coole Soli und überragende Gesangsleistungen. Wie die Songs im Livemodus rüberkommen werden, bleibt abzuwarten. Für mich ein gutes, aber nicht bestechendes Album.

Anspieltipps: We Are The Voice, Silent Again, Sleeping With The Light On und Ascension
Kay L.8.5
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