Mono Inc. in der Kieler Pumpe, am 18.10.2018

“Mono Inc. sorgen für ein Dark Rock-Fest in Kiel!”

Eventname: Welcome To Hell Tour 2018

Headliner: Mono Inc.

Vorband: Hell Boulevard

Ort: Pumpe, Kiel

Datum: 18.10.2018

Kosten: 29 € AK, 27 € VVK

Genre: Dark Rock, Gothik Rock, Alternative/Indie, Goth’n‘Roll

Besucher: ca. 600

Veranstalter: NoCut Entertainment

Links: https://mono-inc.com/

http://hellboulevard.com/

https://www.diepumpe.de/

http://nocut.de/

Setlisten:

  1. Love Is Dead
  2. Satan In Wonderland
  3. A Lesson In Pain
  4. In Black We Trust
  5. All I’ve Lost
  6. Bad Boys Like Me
  7. Zero Fucks Given
  8. My Dead Valentine
  9. Hangover From Hell

  1. Welcome To Hell
  2. Funeral Song
  3. Arabia
  4. A Vagabond’s Life
  5. Symphony Of Pain
  6. Gothic Queen
  7. Heile, Heile Segen
  8. When The Raven Dies Tonight
  9. The Banks Of Eden
  10. Revenge
  11. Risk It All
  12. Get Some Sleep
  13. After The War

Encore

  1.  Kein Weg Zu Weit
  2. Voices Of Doom

Encore

  1. In My Heart
  2. Children Of The Dark

Im Rahmen der Welcome To Hell Tour 2018 sind heute Mono Inc. zu Gast in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Im Gegensatz zur letzten Tour treten sie nicht im Max Nacht Theater, sondern in der Pumpe auf. Als Gast sind Hell Boulevard aus der Schweiz mit dabei, die in dieser Location bereits als Vorband von Unzucht aufgetreten sind. Das Konzert ist nicht ganz ausverkauft, trotzdem ist die Pumpe gut gefüllt. Pünktlich um 20:00 Uhr geht das Licht aus.

Sänger Mattǝo VDiva Fabbiani, Gitarrist Von Marengo, Bassist Raul Sanchez und für den verhinderten A.Ve Ersatzdrummer Hangman betreten die Bühne. Sie haben ihr neues Album In Black We Trust im Gepäck und beginnen mit Love Is Dead. Es folgen Satan In Wonderland und A Lesson In Pain. Ein paar Key Samples werden eingestreut um den Sound zu verstärken. Der mit Zylinder ausgestattete Gitarrist Von Marengo liefert leider zu selten ausdrucksvolle Soli. Zwischen den einzelnen Liedern kommt zunächst noch freundlicher Beifall auf, der sich aber im Laufe der folgenden Tracks verstärkt. Durch diesen Zuspruch verstärkt, ertönen weitere Songs der aktuellen CD. Auf der Bühne ist Sänger vDiva divenhaft unterwegs und sorgt sich um gutes Aussehen. Das klappt so weit auch ganz gut. Dafür ist Von Marengo mehr unterwegs und der bewegungsreichste Musiker. An den Drums sitzt Hangman, der den verhinderten A.Ve auf dieser Tour ersetzt. Sehenswert: bei Zero Fucks Given setzt Von Marengo eine Brille auf, die mit Leuchtdioden ausgestattet ist und den Titel des Songs wiedergibt. Es folgen noch My Dead Valentine und Hangover From Hell und dann ist nach 35 Minuten Ende. Sie werden ordentlich und mit viel Beifall verabschiedet und so kann das hier als Erfolg gewertet werden.

Der Umbau geht rasch vonstatten, damit um 21:00 Uhr Mono Inc. die Bühne betreten können. Welcome To Hell von der gleichnamigen CD eröffnet das Set. Martin Engler, Katha Mia, Carl Fornia und Manuel Antoni erscheinen nacheinander auf der Bühne. Großer Beifall brandet auf, als Martin Engler die ersten Töne singt. Die beiden Gitarristen sind mit den Rabenmasken und langen Mänteln auf der Bühne. Das ist bestimmt schweißtreibend. Von Anfang an ist die Stimmung gut und vor der Bühne kaum Platz. Nach einem kurzen knappen „Guten Abend Kiel“ geht es mit dem Funeral Song weiter. Die Pumpe ist mit gut ca. 600 Gästen gut besucht und so brandet ordentlich Beifall auf. Es folgt Arabia vom 2012er-Album After The War. Hier kommt dann auch erst mal Kathas Stimme im Hintergrund so richtig zum Einsatz. Der Aufforderung zum Klatschen kommen die Kieler gern nach. Martin Engler mit dunkel geschminkten Augen und rotem Militäry Sacko dirigiert das Publikum. Die beiden Gitarristen sind inzwischen der Masken entledigt und liefern ordentliche Riffs und Basssalven. Dabei sorgen die runtergestimmten Instrumente für die leicht düstere Atmosphäre.

Es folgt die erste Ballade A Vagabond‘s Life vom aktuellen Album. Hier werden die Zuschauer leiser und es kommt auch durch Englers Gesang getragen eine fast andächtige Stimmung auf. Nach der Symphonie des Schmerzes, Symphony Of Pain, folgt mit der Gothic Queen ein Song vom Album Voices Of Doom. Genau das sind die Tracks, die so typisch Dark sind. Nicht zu schnell, etwas getragen und mit der nötigen tiefen Stimme, treffen diese den Nerv. Katha hinter ihrem durchsichtigen Arbeitsplatz sorgt mit der hohen Stimme für tolle Momente. Dazu kommt das kraftvolle Drumspiel, das auch gerade den älteren Stücken viel Druck verleiht. Martin Engler nutzt den Laufsteg ins Publikum, um auch hier mal präsent zu sein und Hände zu schütteln. Inzwischen haben die Musiker bis auf Katha mal wieder das Outfit gewechselt, sodass auch hier was fürs Auge geboten wird.

Gleich bei den ersten Tönen von Heile, Heile Segen klatscht das Publikum animiert von Katha, die hinter ihrem Schlagzeug steht und den Takt vorgibt. Und als dann der Refrain einsetzt, wird aus Hunderten Kehlen lautstark mitgesungen. Hier braucht Martin nicht viel machen. Damit hat er das Publikum voll auf seiner Seite. Da sind alle textsicher und beweisen das auch. Tosender Jubel erklingt danach. Nun wird es stiller. Martin Engler wird emotional, als er When The Raven Dies Tonight ansagt. Der Song greift auf Vorkommnisse seines Lebens zurück und das berührt. Der Frage im Text „Is There Somebody Here“ wird lautstark mit Rufen geantwortet, sodass Martin davon getragen wird. Mit The Banks Of Eden wird es wieder schneller und huldigt dem Terlingua Album. Auch hier darf das Publikum lautstark unterstützen und singt den Refrain gekonnt mit. Marin Engler greift zur weißen Gitarre und zeigt, dass er das auch kann. Auch Fahne schwenken geht und so ist das Logo von Mono Inc., der weiße Rabe über den Köpfen der Zuschauer zu sehen. Eingebettet ein leichtes Basssolo von Manuel Antoni während Martin Engler mit dunkler Sonnenbrille aufwartet.

Nach Revenge wird es akustisch. Risk It All zollt ebenfalls der Vergangenheit, als das Projekt Mono Inc. auf der Kippe stand und sie trotzdem weitergemacht haben. Banken waren nicht gewillt zu helfen und so musste das von allein gewuppt werden. Dass dies geklappt hat, steht als Beweis auf der Bühne. Dieses Stück wird nur mit Klavier und im Duett vorgetragen. Dabei huldigt Martin Engler seiner Frau Katha mit einem eleganten Handkuss. Das sorgt wieder für rauschenden Beifall. Zu Get Some Sleep darf Katha Mia zeigen, was sie als Drummerin drauf hat. Zu den Klängen der Melodie von Das Boot legt sie ein tolles Solo hin. Dafür gibt’s dann auch heftigen Szenenapplaus. Letzter Titel ist After The War, bei dem das Publikum noch mal laut mitsingen kann.

Aber lange lassen sich die Vier nicht bitten und so kommen sie mit dem zweiten deutschen Titel Kein Weg Zu Weit, der auf CD mit Joachim Witt eingesungen wurde, und dem Kracher Voices Of Doom, wenn nicht dem erfolgreichsten Mono Inc. Song, zurück. Es wird sich ordentlich bedankt und geklatscht. Erneut folgt der Versuch die Bühne zu verlassen, aber sie werden erfolgreich für weitere zwei Lieder auf die Bühne gerufen. Martin Engler bedankt sich zwischen In My Heart und Children Of The Dark, nochmals ausgiebig für die Treue und dafür, dass die Band nur so erfolgreich ist, weil das Publikum zu ihnen steht. Ohne die Zuschauer wären sie nichts. Dazu passt dann aber nicht, dass sie zum ersten Mal auf einer Tour nach einer Show nicht mehr die Fannähe suchen, sondern der gewillte Fan einen Obolus entrichten muss, um ein Treffen mit Mono Inc. zu verwirklichen.

Dieser Trend ist bei anderen Bands ebenfalls zu beobachten und sorgt nicht nur für positives Echo. Klar, kann ein großer Act nicht mehr rauskommen und die Fans treffen. Wenn es da besondere Packages gibt, um mal einem der ganz Großen nah zu sein und ggf. noch zusätzliche Goodies zu haben, dann mag das legitim sein. Aber bei einer Band, die immer für Fannähe steht, eigene Supporter hat, sich sozial engagiert, darf man das mal hinterfragen. Nun sind 35 € zusätzlich nicht die Welt, und es gibt ja auch einen Gegenwert, aber trotzdem bleibt ein schaler Geschmack nach.

Fazit: Am Anfang noch sehr verhalten in der Kommunikation, wird es nach einer halben Stunde besser. Es schleicht sich aber ein Gefühl von „das war schon mal herzlicher, authentischer, näher“ ein. Klar wurde alles routiniert und professionell abgeliefert, aber es fehlte ein gewisser Funke. Zu unnahbar eventuell? Trotz Hände schütteln bleibt so ein leichter Zweifel. Die Musik ist toll, und das, was geboten wurde auch. Die emotionalen Parts kommen gut an und es gab auch den einen oder anderen weiteren Höhepunkt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl und die gute Musik überwiegen und so bleibt es, trotz der leichten Zweifel, ein gelungener Abend.

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