Monsters Of Cover am 13.10.2018 in Appenweier-Urloffen

„Monsters Of Cover am 13.10.2018 in Appenweier-Urloffen“

Eventname: Monsters Of Cover

Bands: FA/KE, Reckless Roses, Crusader

Ort: Athletenhalle, Gewerbestraße 9, 77767 Appenweier-Urloffen

Datum: 13.10.2018

Kosten: 12,- € VVK, 15,- € AK

Genre: Rock, Hardrock, Bluesrock

Besucher: ca. 900

Veranstalter: Tommy Hertwig / ASV Urloffen    https://www.asvurloffen.de

Links: https://urloffen-rockt.de/monsters2018/    https://www.facebook.com/events/124639898201529/

Jedes Jahr versuchen Veranstalter Tommy Hertwig und der ASV Urloffen die besten Coverbands in die Ortenau zu holen und es gelingt ihnen jedes Jahr aufs Neue, denn die Besucherzahl steigt von Jahr zu Jahr. In 2018 geht das Monsters Of Cover in die 22. Runde und mit der AC/DC Coverband FA/KE, der Guns`n Roses Tributeband Reckless Roses und der Saxon Tributeband Crusader hat man auch dieses Mal ein starkes Line-Up zusammengestellt.

Pünktlich um 19:30 Uhr öffnen sich die Türen und gewohntermaßen geht hier alles recht unproblematisch vonstatten. Stress muss hier niemand machen, wer unbedingt in die erste Reihe will, der schafft das auch. Hier versorgt sich erst einmal jeder mit etwas Flüssigem, weil, man ist ja zum Spaß hier und ist nicht auf der Flucht.

Relativ pünktlich um 20:00 Uhr ist es dann an der Zeit für den heutigen Opener Crusader aus dem Raum Mannheim. Die Band hat sich komplett der Musik der NWOBHM Legende Saxon verschrieben und spielt schon seit 2003 zusammen. Als der hünenhafte Frontmann Joachim Strubel zu Heavy Metal Thunder von 1980 auf die Bühne stürmt, weiß man gleich, was die Stunde geschlagen hat. Wow …, diesem Mann, der aufrecht gehend wohl durch keine normale Tür passt, möchte ich abends im Dunklen auch nicht unbedingt begegnen. Aber schon der erste Song macht klar, dass man mit Joe Strubel den richtigen Frontmann in der Band hat, denn rein vom Aussehen her könnte er durchaus als der jüngere Bruder von Altmeister Biff Byford durchgehen und auch von der Stimme und der ganzen Gestik her, gibt es durchaus Parallelen. Aber auch der Rest der Bandbesetzung, die sich wie das Who-is-who der Rock- und Metalszene des Rhein-Neckar-Dreiecks liest, braucht sich nicht zu verstecken, hier sind eben Profis am Werk, die allesamt seit vielen Jahren in den verschiedensten Bands spielen. Aber wie so oft, auch hier hat es der Opener heute Abend schwer, was aber definitiv nicht an der Leistung liegt. Die Halle ist noch recht spärlich gefüllt und das Publikum hält sich ziemlich zurück. Die erste Reihe ist komplett leer, das habe ich bisher auch noch auf keinem Konzert erlebt und ich habe in den letzten vierzig Jahren eine Menge Konzerte besucht. Die Band gibt dennoch alles und haut einen Klassiker nach dem anderen heraus, Strong Arm Of The Law, Dallas 1 PM und 747 (Strangers In The Night). Obwohl die Band sich eigentlich auf die alten Klassiker Alben der 80er Jahre konzentriert, darf im Mittelteil der Show natürlich das starke Solid Ball Of Rock von 1991 nicht fehlen. Und siehe da, das Publikum wird langsam wach und applaudiert, obwohl vor der Bühne immer noch gähnende Leere herrscht. Trotz des lahmen Publikums zeigt sich die Band ziemlich spielfreudig und agiert perfekt im Miteinander. Natürlich finden hier heute bei Weitem nicht alle Klassiker der Briten den Weg auf die Ortenau Bühne, doch Motorcycle Man, And The Bands Played On und Crusader dürfen natürlich nicht fehlen. Princess Of The Night beendet dann einen guten Auftritt und die Band verzichtet dann sogar auf das mittlerweile obligatorische Foto von der Bühne aus. Verständlich, würde auch etwas blöd aussehen, vor der immer noch komplett leeren ersten Reihe. Leider hat man es mit dem Nebel, wie schon in den letzten Jahren, etwas zu gut gemeint. Dicke Nebelschwaden ziehen durch die Halle, sodass man immer mal wieder auf eine Zigarettenlänge nach draußen flüchten muss.

Nach einer gefühlt ewig dauernden Umbaupause geht es dann mit den Reckless Roses aus Budapest / Ungarn weiter. Schon als die Jungs die Bühne entern, ist klar, welcher legendären Band hier Tribut gezollt wird, denn sowohl Frontmann Norbert Baranyi als auch Gitarrist Peter Simon sehen ihren großen Vorbildern Axl Rose und Slash ziemlich ähnlich. Die Band nimmt uns mit auf eine Zeitreise in die 80er Jahre, in die große Zeit der skandalträchtigen Guns`n Roses. Kaum stehen die Ungarn auf der Bühne, kommt auch schon Bewegung in das bisher lahme Publikum. Man rückt gleich mal ein paar Schritte vor und ein paar Damen besetzen nun auch endlich die erste Reihe. Obwohl die ersten zwei Songs noch etwas dahinplätschern, bekommt man das Publikum schnell in den Griff. Da die Guns`n Roses Klassiker selbst im Mainstream Radio rauf und runter gespielt werden, kennt die Songs hier jeder und kann sie natürlich auch mitsingen. Mr. Brownstone, Welcome To The Jungle, Nightrain und Live And Let Die werden gefeiert. Die Band versucht die großen Idole so authentisch wie nur möglich zu imitieren, was ihnen im Großen und Ganzen auch ganz gut gelingt. Frontmann Norbert Baranyi hat die Performance von Axl Rose offenbar gut studiert, denn die ganzen Bewegungsabläufe, die Mimik und Gestik passt sehr gut zu der US-Skandalnudel aus Indiana. Aber auch Gitarrist Peter Simon, hier natürlich stilecht in Lederjacke und Zylinder, hat sich das Bühnenposing von Slash gut abgeguckt. Gitarrist Tibor Patkovics und Bassist Daniel Karman halten sich gewohnt etwas zurück und überlassen den beiden großen Helden die Show, wie beim Original eben auch. Natürlich dürfen auch die Balladen wie November Rain und Patience im Programm nicht fehlen, gehören sie doch zu den bekanntesten Songs überhaupt. Leider steht für November Rain nur ein kleines Keyboard, anstatt des gewohnten Flügels, zur Verfügung, sodass es dem Song ein wenig an Intensität fehlt, aber der Stimmung tut das hier keinen Abbruch. Die Mädels feiern und ein junger Mann mit nacktem Oberkörper unterhält zusätzlich die ganze Halle, indem er die komplette Bühnenbreite für sich allein in Anspruch nimmt. Wie ein Irrer rennt er immer wieder vor der Bühne auf und ab, tobt, bangt, rennt und immer das Handy fürs Video parat und hat so manche Lacher auf seiner Seite. Eben so, wie man ihn kennt. Thank you for the show, Mr. Alex Stein! Die selbst ernannten Gunners werden jedoch immer besser, je mehr es in den Songs fetzt. So gehört You Could Be Mine aus dem Terminator Film ebenso wie Paradise City aus dem Erfolgsalbum Appetite For Destruction zu den Highlights, bei denen die Ungarn alles geben. Wie auch beim Original zieht sich der Frontmann mehrfach in der Show um, erscheint mal in typischer 80er-Leggins, mal in kurzen Shorts, was sehr zur Belustigung der Damenwelt beiträgt, und mal in weißer Lederjacke und nacktem Oberkörper. Das obligatorische Knockin‘ On Heaven’s Door darf natürlich auch nicht fehlen, welches hier in einem Medley zusammen mit Dont Cry dargeboten wird. Auch wenn hier nicht alles Gold war, so haben die Roses eine gute Show abgeliefert, die in jedem Fall besser war, wie alles, was ich von den Original Gunners in den letzten 25 Jahren gesehen habe.

Schon in der Umbaupause macht sich bemerkbar, dass nun endlich die Band kommt, auf die hier alle gewartet haben. Die Halle ist zwischenzeitlich richtig gut gefüllt und auch vor der Bühne wird es nun merklich enger. Weiter geht es mit FA/KE aus Fulda, die uns eine energiegeladene AC/DC Show um die Ohren hauen. Ebenso wie zuvor bei den Reckless Roses stechen auch hier wieder zuerst der Sänger und Frontmann Martin Schaffrath, der dem legendären Bon Scott sehr nahe kommt, und der Leadgitarrist FrankFrangusKremer ins Auge, eben wie bei den großen Idolen aus Down Under auch. Auch FA/KE versuchen wieder das große Original möglichst authentisch darzubieten, was besonders dem in Kutte gekleideten Frontmann gut gelingt, denn die Gesangsarbeit bei Hell Ain’t A Bad Place To Be, Riff Raff, Girls Got Rhythm und T.N.T. lässt nichts zu wünschen übrig. Es ist, als wäre Bon Scott gerade seinem Grab entstiegen, um die Athletenhalle in Schutt und Asche zu rocken. Auch (Fr)Angus, stilecht in Schuluniform, gibt alles und fegt wie ein Orkan mit seiner Gitarre über die Bühne. Am Angus Young Duck Walk muss er zwar noch etwas feilen, aber der unverwechselbare Gitarrensound knallt gut aus den Boxen. Auch neuere Songs, wie das eigentlich von Brian Johnson gesungene Rockn Roll Train, bringt Schaffrath glaubhaft rüber und die Stimmung vor der Bühne wird immer besser. Als sich der Frontmann dann aber bei Bad Boy Boogie zurückzieht und dem Mann in Schuluniform das Feld überlässt, kocht die Stimmung hoch. Der obligatorische Strip, bei dem Krawatte und Hemd fallen und auch kurz die Arschritze gelüftet wird, wird laut bejubelt. Wie ein Derwisch jagt das Angus-Double über die Bühne und nimmt wirklich jeden mit auf die Reise nach Australien. Leider müssen wir die Show vorzeitig verlassen und den Heimweg antreten, da es meiner Verlobten nicht gut geht. Für Asthmatiker sind die dichten Nebelschwaden halt pures Gift.

Auch die 22. Monsters Of Cover haben wieder mächtig Spaß gemacht und wir sind im nächsten Jahr sicher wieder dabei. Organisatorisch gab es nichts zu meckern, die Security war sehr umgänglich und auch das Thekenpersonal war zügig und kompetent unterwegs. Einzig der Nebel in der Halle war etwas übertrieben, was man bei der Neuauflage 2019 etwas zurückschrauben sollte.

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