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Neurotic Machinery – Cognitive Dissonance
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·10. Januar 2018·2 Minuten Lesedauer

Neurotic Machinery – Cognitive Dissonance

“Was für eine immense Steigerung gegenüber dem Vorgängeralbum!“

Artist: Neurotic Machinery

Herkunft: Tachov, Mariánské Lázně, Tschechische Republik

Album: Cognitive Dissonance

Spiellänge: 34:45 Minuten

Genre: Post Metal, Progressive Metal, Experimental

Release: 06.09.2017

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/neuroticmachinery/

Bandmitglieder:

Gesang – Ondra Uhlíř
Gitarre und Keyboard – Michal Šedivý
Gitarre – Aleš Haník
Bassgitarre – Martin Janů
Schlagzeug – Martin Bárta

Tracklist:

  1. Cage
  2. Depraved
  3. Where The End Begins
  4. Traitor
  5. Echoes
  6. Distance
  7. Ire
  8. Solace
  9. Noise

 

Puh, an die Band Neurotic Machinery habe ich keine so guten Erinnerungen, bzw., um es korrekt zu sagen, nicht an das letzte Album Causality Principle aus dem Jahr 2015, das mir gerade mal 6/10 Punkten entlocken konnte. Die Jungs selbst haben mich damals sehr schnell mit allen Informationen versorgt, die ich brauchte, alles gut. Da Neurotic Machinery leider auch weiterhin fast nur in tschechischer Sprache posten, habe ich sie also wieder angesprochen und wieder umgehend eine Antwort erhalten, mit der ich arbeiten kann. Insbesondere hat man wohl bereits im Entstehungsprozess der Songs einige Änderungen vorgenommen, und das, so viel kann ich schon verraten, hört man sofort. Erschienen ist das Album Cognitive Dissonance bereits am 06.09.2017, und wieder hat die Band alles in Eigenregie gestemmt. Dafür schon mal das erste Kompliment 🙂

Mit einem wummernden Bass geht es ins Album rein, der erste Track trägt den Name Cage. Und kaum setzt Ondra mit seinen Growls ein, schießt mir der Name einer anderen Band durch den Kopf, nämlich Extol. Dieser Name wird mich auch über die gesamte Spielzeit von leider nur knapp 35 Minuten nicht mehr loslassen. Bei Extol steht als Genre Progressive Death Metal, das wäre hier etwas fehl am Platz, ganz so harsch kommen nur die Growls von Ondra, nicht aber die Songs von Neurotic Machinery rüber. Die Jungs toben sich, wie auch schon auf dem Vorgängeralbum, nach Herzenslust aus, bleiben progressiv und experimentierfreudig, sind dabei aber trotz der ständigen Tempo- und Rhythmuswechsel weniger ausschweifend und verwirrend, sondern bleiben stringent, verfolgen den roten Faden, der sich durch das Album zieht und kommen immer auf den Punkt.

Dabei haben sie mit ihren Instrumenten wieder ein mächtiges Soundgewand kreiert, dem sie auch immer mal wieder kurze Ausflüge in andere Gefilde gönnen. Scheinbar haben sie ein Faible für den Jazz, dem sie zum Beispiel in Depraved oder auch im tollen Bass-Solo in Where The End Begins kurz mal frönen. Wunderbar auch die sehr fluffigen Parts bei Solace, bei dem Ondra sich dann auch mal in so etwas wie klarem Sprechgesang beweisen darf. Überhaupt die vielen Feinheiten, die man beim ersten und auch zweiten Durchhören noch gar nicht entdecken kann, weil man die Instrumente erst einmal auseinandersortieren muss. Da gibt es dann wunderbare Gitarrenläufe, wie zum Beispiel in Traitor oder in Distance, das schon angesprochene Bass-Solo in Where The End Begins, das immer wahnwitzige Schlagzeugspiel von Martin und natürlich die gegen diese Instrumentenwand durchaus bestehen könnenden Growls von Ondra. Meine Begeisterung steigt von Song zu Song, das ist tatsächlich zum Niederknien. Was da alles besprochen und diskutiert, probiert und wieder verworfen wurde, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber die Mühen und das „sich-am-Riemen-reißen“ haben sich definitiv gelohnt, da haben sich Neurotic Machinery selbst ein Denkmal gesetzt.

Zu meinem Lieblingssong Ire gibt es hier das Video:

Fazit: Ich muss ja gestehen, nach meinen nicht gerade positiven Erfahrungen mit dem Vorgängeralbum habe ich doch sehr gezögert, es noch einmal mit dieser tschechischen Band zu versuchen. Aber genau das, was ich beim letzten Album kritisieren musste, haben Neurotic Machinery tatsächlich ausgemerzt. Die Songs sind griffig, nachvollziehbar und kommen auf den Punkt. Einige kleinere Spielereien gönnen sich die fünf immer noch, aber das wird nicht ins Unermessliche ausgedehnt und kann durchaus noch als willkommene Abwechslung gewertet werden. Auf Clean-Gesang wurde ebenfalls fast komplett verzichtet, und Ondra darf sich mit einer beeindruckenden Intensität durch die Tracks growlen. So muss das, und wer das letzte Album von Extol, so wie ich, grandios fand, wird auch mit diesem Album, so wie ich, sehr glücklich.

Anspieltipps: alles, wobei mein Lieblingssong Ire ist
Heike L.
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2017EigenproduktionExperimentalPost MetalProgressive MetalTschechische Republik

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