Plage Noire am 27. – 28.04.2018 am Weissenhäuser Strand

“Schwarz, schwarz, schwarz sind alle meine Farben!“

Eventname: Plage Noire Festival 2018

Bands: ASP, Mono Inc., Megaherz, Zeromancer, Ost+Front, Solar Fake, Noisuf-X, Chrom, Eden Weint Im Grab, VNV Nation, Subway To Sally, Blutengel, Lord Of The Lost, Suicide Commando, Die Krupps, Centhron, Absurd Minds, Unzucht, Schwarzer Engel, Apron, Leichtmatrose, Empathy Test, Johnny Deathshadow, Accessory, Florian Grey, Ewigheim,

Ort: Weissenhäuser Strand, Schleswig-Holstein

Datum: 27. – 28. 04.2018

Kosten:  Zwei Übernachtungen inkl. Festivalticket pro Person 149 € bis 339 €, je nach Zimmerkategorie. Dazu kommt eine Buchungsgebühr und Kurtaxe. Diese Kontingente sind allerdings bereits ausgeschöpft. Es gibt nur noch Tagestickets: Freitag 65 €, Samstag 75 €

Genre: Dark Rock, Gothic Rock, Neue Deutsche Härte, Elektro Pop, Industrial Pop, Mittelalter Rock, Heavy Metal

Besucher: ca. 5000

Veranstalter: FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH

Link: http://www.plagenoire.de/

https://www.fkpscorpio.com/

Freitag

Da sind wir nun beim zweiten Plage Noire am Weissenhäuser Strand. Nachdem das erste Festival 2009 stattfand und nicht so erfolgreich war, soll die Neuauflage es besser machen. Und soviel sei gesagt, das klappt. Der Strand hat sich zwar nicht schwarz gefärbt, wie es die Sage vermuten lässt, aber Schwarz dominiert hier auf jeden Fall. Nach dem problemlosen Bändchenempfang geht es erst mal darum, das Gelände zu erkunden. Zwar ist uns die Location nicht unbekannt – das Metal Hammer Paradise findet hier auch statt – aber trotzdem müssen wir mal schauen, was anders ist. Die drei Bühnen sind unverändert, im Hauptzelt, dem Le Chapiteau, treten die Top Acts auf. In dem kleineren Salle De Fête finden sich die kleineren aber nicht weniger interessanten Bands ein und dann ist da noch La Rotonde. Hier spielen einige Newcomer und bei Insidern bekannte Combos auf. Der Charme hier: Es gibt keinen Graben und die Truppen sind quasi zum Anfassen. In der Galeria haben diverse Fashionlabels ihre Waren ausgebreitet und hier finden auch die angekündigten Modeschauen statt. Was für uns neu ist, ist Le Bazar, der in einem großen Zelt zum Bummeln und Stöbern einlädt. Etwas makaber aber sehr gut gelungen ist die Präsentation von echten Särgen, die aber zu Lebzeiten als Hingucker genutzt werden können. Im Sarg eingebaute Regalböden bieten Platz für Nippes, Sammlerstücke oder ggf. eine Urne.

Musikalisch fangen Chrom um 17.00 Uhr im Salle De Fête an. Avantgardistischer Elektro Pop tönt von der Bühne. Der kleine Saal ist bereits gut besucht und scheinbar gibt es ausreichende Anhänger dieser Richtung. Da wir ja fotografieren dürfen, fällt der Besuch recht kurz aus, denn um 17:15 Uhr fangen bereits im Zelt Ost+Front an. Über diese Band sind wir dann auch zweigeteilter Meinung. Der Rammstein ähnliche Stil wird hier sehr stark abgekupfert, ohne dass es eine Rammstein Coverband ist. Das ist ja zunächst nicht verwerflich, aber hier ist so viel Kopie, dass es nicht wirkt. Sänger Herrmann Ostfront erinnert in vielen Szenen dermaßen an Till Lindemann, wirkt aber nur als blasses Hologramm. Musikalisch nicht schlecht, aber dann doch zu sehr in fremden Gefilden abgekupfert. Die zahlreichen Zuschauer stört es nicht weiter und somit wird die der dunklen Szene zuzurechnende Truppe ordentlich beklatscht. Eine Menge dürfte das Outfit machen, so hat Sänger Herrmann ein mit Kunstblut besudeltes Kinn und Shirt und auch die restlichen Mitstreiter sind entsprechend verkleidet. Keyboarderin Eva Edelweiß mit einem Sombrero, lässt schon fast mexikanisches Flair aufkommen. Aber richtig rausreißen tut es das nicht.

Nächste Band in der Salle De Fête ist dann Noissuf-X. Auch hier überwiegen die synthetischen Klänge. Schlagzeug und die Elektrokeys klingen zwar recht fett und es gibt auch diverse Anhänger dieses Klangteppichs, aber für so einen richtigen Metaller fehlen die Instrumente. Das bekommen wir dann von Megeharz geboten. Sie spielen um kurz nach 19:00 Uhr im jetzt schon volleren Le Chapiteau. Die seit 1993 existierenden Münchener waren eine der ersten Mitbegründer der Neuen Deutschen Härte. Von der ursprünglichen Besetzung ist zwar keiner mehr dabei, aber trotzdem klingen auch die älteren Sachen noch gut. Auf den ersten Alben wurden ja noch Geschichten, die sich am Märchenreich orientieren, gespielt. Das ist inzwischen durch unerfüllte Liebe, Verlust oder Alltagsprobleme ersetzt worden. Musikalisch eine Mischung zwischen Rammstein, Oomph, oder auch Megadeath angesiedelt, überzeugen sie mit ihrem eigenen Stil. Dazu passend die weiß-schwarz geschminkten Gesichter. Das war schon mal der erste gelungene Auftritt.

Bevor wir zu Megaherz gegangen sind, haben wir einen Abstecher zu Apron gemacht, sind aber relativ schnell aus dem Rundbau La Rotonde geflüchtet. Stilistisch passt die diabolische Zirkusmusik in das Rund, aber das war es auch schon. Nach Megaherz geht’s zu Solar Fake. Auch hier dominieren elektronische Klänge. Das Projekt von Sven Friedrich erfreut sich aber größerer Beliebtheit, wie der volle Saal es beweist. Dadurch schaffen wir aber nicht mehr Eden Weint Im Grab zu hören. Und damit kommen wir zum Manko dieser Veranstaltung. Viele kurzfristige Überlappungen sorgen für Fotografenstress. Somit können wir nicht zu jeder Band oder halt nur für ein, zwei Songs.

Trotzdem wechseln wir zügig ins Zelt, denn da treten jetzt Mono Inc. auf. Von Anfang an können sie überzeugen. Immerhin gibt es die vier Hamburger schon eine ganze Weile, und somit haben sie sich eine feste, eingeschworene Fangemeinde erspielt. Auch hier kommt der härtere Beat gut an. Kata Mia am Schlagzeug hat die Gemeinde im Griff und kann ebenso wie ihr Gatte Martin Engler am Mikro die Fans mitreißen. Highlight neben dem Auftritt von Ronald Ziegler mit seiner Opernstimme ist ein Schlagzeugduell zwischen Mann und Frau. Immerhin war zu den Anfangstagen der Monos noch Martin Engler an der Schießbude. Gefühlt hat aber Mia gewonnen.

Links steht Manuel Antoni am Bass und unterlegt damit die Songs. Gitarrist Carl Fornia schickt die Riffs von der rechten Seite und sorgt für den Klang. Neben Voices Of Doom werden noch weitere Klassiker gespielt. Unter anderem ertönen Arabia, Boatman oder der deutsche Titel Heile, Heile Segen, bei dem das Publikum ordentlich mitmacht. Auch das Gary Moore Cover After The War fehlt nicht. Ein toller Auftritt, und wie Martin Engler erwähnte, passen Mono Inc. auf dieses Festival, denn sie waren bisher bei jedem Plage Noire dabei.

Wir bekommen noch kurz den Auftritt von Zeromancer mit. Der Industrial Rock der fünf Norweger ist schon recht gut und zumindest eine Abwechslung zu den eher Synthy Pop Klängen andere Bands. Aber auch dieses ist nur von kurzer Dauer, da wir uns natürlich dem Tagesheadliner ASP widmen wollen. Somit entfällt auch der Besuch bei den zeitgleich spielenden Jungs von Leichtmatrose. ASP passen hervorragend zu diesem Festival und somit können sich die knapp 5000 Zuschauer voll auf die der dunklen Szene angehörenden Mannen einlassen. Wie gewohnt präsentieren sie Songs wie Und Wir Tanzen, Duett, Das Minnelied, Der Incubi oder Ich Will Brennen vor dankbaren Jüngern und begeistern das volle Zelt. Natürlich fehlt auch der Schwarze Schmetterling nicht. Sänger und Bandkopf Alexander Spreng hat die dunkle Messe voll im Griff. Für uns heißt es aber nach den ersten Songs Abmarsch. Da wir keine Übernachtungsmöglichkeit haben und am folgenden Tag zeitig zurück sein wollen, bleiben wir nicht bis zum Ende.

Vielleicht noch was zu den Modenschauen, die heute von vier unterschiedlichen Modegeschäften durchgeführt wurden. Zum einen die aus Kassel stammenden Tuahadedana, dann die Bremer Puderblond, die Berliner 3 Elfen und Isabeau Ouvert aus Kiel ließen heute ihre Models mit ausgesuchten Outfits über den Laufsteg gehen. Das sorgte schon für einiges Aufsehen, denn die sexy gekleideten Models waren schon Hingucker. Zu guter Letzt durfte auch noch Isabelle Le Favre, die nach der Sage am schwarzen Strand wartende Frau, in ein Wasserbassin steigen und in das wallende Kleid gehüllt versinken.

Samstag

Der heutige Tag beginnt für uns mit einer Lesung von Markus Heitz. Der Schriftsteller kann sich über einen voll besetzten Raum freuen und erzählt spannende und lustige Anekdoten. Dann liest er aus seinem neuesten Roman Die Klinge Des Schicksals vor und schafft dramaturgische Pausen, sodass der Zuhörer gespannt sein darf, wie es weitergeht. Also Buch kaufen. Auch steht er nach der Lesung für Autogramme bereit, die er in mitgebrachte Bücher oder Plage Noire Programmhefte gern gibt. Das ist ein Schriftsteller zum Anfassen und der aufmerksame Besucher kann ihn später bei der einen oder anderen Band sehen. Bereits davor hat Christian Von Aster die gleichen Erfahrungen machen können. Auch seine Lesung war gut besucht. Ganz bis zum Ende können wir nicht bleiben, denn Lord Of The Lost geben ihre Autogrammstunde. Es sind aber nur vier der fünf Musiker anwesend. Gared Dirge glänzt durch Abwesenheit. Aber immerhin haben sie ein Pappbild dabei, auf dem Gared in Lebensgröße mit einem bunten Hawaiihemd, stilecht, abgebildet ist. Da steht dann auch drauf, dass er mit David Hasselhoff auf Tour ist. Das kann ja zunächst mal ein Witz sein. Im letzten Jahr gab es ja etwas ähnliches mysteriöses, und nur vier erschienen zu einer Autogrammstunde beim Rock Harz. Danach wurde dann schnell klar, dass Schlagzeuger Tobias Mertens die Band verlassen hatte. Egal, heute bekomme ich zumindest noch ein Autogramm von Chris Harms auf meine Swan Songs II. Auf den Auftritt später freu ich mich schon.

Unser erster Auftritt heute ist dann der von Schwarzer Engel. Aus bekannten Gründen müssen wir uns entscheiden, was wir sehen wollen und lassen Empathy Test im Salle De Fête in Ruhe spielen. Im noch schwach besuchten Zelt legt das ansonsten Ein-Mann-Projekt von Dave Jason mit Begleitmusikern los. Der moderne Dark Metal hört sich ganz ordentlich an, kann aber noch nicht gänzlich überzeugen. Für diese Musik kann es ggf. auch noch etwas früh sein und die Anhänger der dunklen Seite befinden sich noch im Dämmerzustand. Es werden Songs der Alben Imperium I und II gespielt. Auch vom neuen Album Kult Der Krähe, das im Februar erschienen ist, sind Songs dabei. Der daraus gespielte Opener Krähen An Die Macht gefällt gut. Danach geht es weiter mit Meine Liebe und Schwarze Sonne. Die deutschen Texte erinnern oft an Nacht und Tod oder behandeln gesellschaftskritische Inhalte. Vor Unzucht schaffen wir es noch kurz zur Autogrammstunde von Johnny Deathshadow. Die vier Hamburger waren uns schon bei den Wacken Winter Nights aufgefallen und auch heute sind sie maskiert erschienen. Wir schaffen sogar noch einen kurzen Abstecher zu Absurd Minds, die im Salle De Fête spielen. Die Leipziger präsentieren einen Elektro Future Pop, der auch seine Fans hat.

Jetzt aber zu Unzucht, die im Zelt Le Chapiteau auftreten. Der Auftritt unterscheidet sich kaum von dem der letzten Tour, die Unzucht auch nach Kiel führte. Es geht los mit Widerstand und schnell folgt Ein Wort Fliegt Wie Ein Stein. Auch hier eine größere Fangemeinde, die den Hannoveranern zujubelt. Sänger Daniel Schulz ist der klare Mittelpunkt, kann sich aber auf seine Mitstreiter verlassen, die hier die gute Basis für die Songs liefern. Gerade Daniel De Clerc an der Gitarre weiß zu gefallen. Beim Song Unzucht wird es richtig laut. Das können alle lautstark mitsingen. Guter Auftritt, allerdings ohne Höhepunkte.

Bevor dann hier Lord Of The Lost ihren großen Moment haben, gehen wir zu Johnny Deathshadow ins La Rotonde. Dort sind schon einige Menschen vor der Bühne und können den Vorbereitungen beiwohnen. Fast pünktlich um 16:45 Uhr fangen die sympathischen Hamburger an. Schon der erste Song Shadow zeigt die Qualitäten auf. Ihr Industrial, bzw. Gothic Metal gefällt gut und Tracks wie Bleed With Me oder Ghost passen zu dem auffälligen, an Horrorpunk erinnerndes, Bühnen-Make-up. Die zunächst als Duo gegründete Band wurde dann später von Bassist Daniel Meier und Schlagzeuger Sascha Meier ergänzt. Da lohnt es sich vielleicht, die Karriere aufmerksam zu verfolgen.

Auch hier können wir nicht bis zum Ende bleiben, denn inzwischen fangen Lord Of The Lost an. Und das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Auch ohne Gared Dirge können sie überzeugen. Und Chris Harms löst das Geheimnis dann auch auf. Gared wurde von David Hasselhoff gefragt, ob er mit ihm auf Tour gehen würde. Und da haben alle gesagt, mach das. Wir kommen schon zurecht. Und das beweisen sie eindrucksvoll. Klar fehlt der Multiinstrumentalist, aber das wird durch Gitarrenarbeit ausgeglichen oder auch mal durch ein paar Sequenzen vom Band ersetzt. Ein super Auftritt und dazu auch noch der Erste in diesem Jahr. Im August wird die neue Platte Thornstar erscheinen und dazu gibt’s auch eine Tour – wir werden bestimmt dabei sein. Nun aber noch zum Auftritt. Über Chris Harms muss nicht viel gesagt werden. Seine Stimme ist schon sehr markant. Songs wie Drag Me To Hell oder Die Tomorrow sind ihm auf den Leib geschnitten. La Bomba darf ebenso nicht fehlen. Die fehlenden Keys machen Pi an der Gitarre, Class Grenayde am Bass und auch Chris by himself mit Gitarre wett. Auch der noch recht neue Niklas Kahl weiß hinter der Schießbude zu gefallen und hat sich gut eingelebt. Zu guter Letzt wird der Papp-Gared während seiner Stagediving-Tour „entführt“ und über das Gelände getragen.

Kurz vor Ende der LOTL-Show suchen wir Eric Fish und seine Mannen, plus eine Frau, auf, die zur Autogrammstunde gerufen haben. So richtig Freude scheint es der Band aber nicht zu machen. Im Salle De Fête spielen Frozen Plasma, die für die verhinderten Diorama eingesprungen sind. Die Elektro Pop Gruppe macht ihre Sache wohl recht gut. Zeitgleich treten Accessory aus Chemnitz auf. Auch bei dieser Performance in der La Rotonda dominieren Synthpopklänge. Das ist nichts für uns und so geht’s ins Hauptzelt zum Blutengel-Auftritt. Die Fülle im Zelt lässt den Auftritt zu einer düsteren Messe werden. Das sind Klänge, die zu dem Festival passen und auch der Zeitraum ist gut gewählt. Die Jünger der Nacht sind erwacht und bereit für dieses Spektakel. Chris Pohl und Ulrike Goldmann fesseln die vielen Fans mit ihrer Musik. Die Begleitmusiker sind dabei nur zur Unterstützung dabei. Songs wie Dein Gott, Immortal und Reich Mir Die Hand begeistern die schwarzen Seelen. Wir nutzen die Gunst der Stunde und gehen nach knapp der Hälfte des Sets etwas Speisen. Das Angebot ist vielfältig und auch erschwinglich. Vor dem Zelt gibt es zusätzlich Grillstände mit Nacken im Brötchen und Bratwurst. Gestärkt sehen wir noch den Final Walk in der La Galeria, in der auch heute wieder die unterschiedlichsten Modenschauen stattfinden.

Bevor für uns mit Subway To Sally Schluss ist, schauen wir noch bei Florian Gray in der La Rotonde rein. Nicht zu verwechseln mit Dorian Grey, machen sie einen symphonischen Dark Rock. Auch hier können wir nur kurz reinschauen, da die Krupps im anderen Saal spielen. Das mutet schon etwas härter an. Die Truppe um Sänger Jürgen Engler, immerhin schon 1980 in Düsseldorf gegründet, hat auch das unumgängliche Stahlophon dabei. Nach dem Intro und dem Kalten Herz geht es weiter im kruppschen Kosmos. Schmutzfabrik und The Downing Of Dawn wird von den Fans lautstark abgefeiert. Wir verlassen diese Stahlfabrik und wechseln zu Subway To Sally. Gewohnt souverän steht Eric Fish vor seinen Mitstreitern. Ally Storch, der Ersatz für Frau Schmitt, händelt die Violine gekonnt und auch Bodenski und Ingo Hampf bedienen ihre mittelalterlichen Instrumente präzise. So füllen sie das brechend volle Zelt mit ihren Klängen. Verträumte Songs, schnelle Nummern und immer wieder im Mittelalterrock verwurzelte Stücke wechseln sich ab. Falscher Heiland, Kleid Aus Rosen, Tanz Auf Dem Vulkan, Schneekönigin, wer kennt sie nicht, all diese Klassiker. Deshalb muss da auch nicht mehr viel zu gesagt werden. Textsicher singen die Zuschauer mit und so werden Subway To Sally mal wieder zu einem der Gewinner des Festivals. Eric Fishs Stimme hat einen hohen Erkennungswert und was wären die Subways ohne ihn. Das lässt das gelangweilte Autogrammschreiben schnell vergessen.

Nach diesem Auftritt schlägt für uns die Stunde des Aufbruchs. VNV Nation ist einfach zu spät für uns und auch stilistisch nicht so richtig ansprechend. Allerdings scheinen sich alle hier einzufinden, denn das Zelt füllt sich noch weiter. Die elektro synthetischen Pop Rhythmen von Ronan Harris haben ihre Fans. Natürlich dürfen Ewigheim und Suicide Commando nicht unerwähnt bleiben, die kurz vor VNV Nation in den beiden anderen Sälen auftreten. Das haben sie wohl recht ordentlich gemacht, wenn man den Berichten der anderen Fotografen glaubt.

Somit endet das zweite Plage Noire. Schönes Festival, das allerdings nicht immer unseren Musikgeschmack getroffen hat. Aber wem die dunkle Szene zusagt, ist hier gold, äh schwarzrichtig. Musikalisch ist uns das Metal Hammer Paradise sympathischer, aber die Begleiterscheinungen wie Outfits, skurrile oder gotische Bekleidung, und die tolle Atmosphäre haben uns gefallen. Das Festival wird sich hier etablieren. Ein paar wenige Kritikpunkte gibt’s auch, aber am gravierendsten sind Überschneidungen bzw. die Abstände der Beginnzeiten der einzelnen Bands und die dadurch kaum zu realisierende Teilnahme. Da müssen Prioritäten gesetzt werden, die zulasten der Berichterstattung gehen.

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