Queens Of The Stone Age + Support am 16.06.2018 im Kulturpark, Schlachthof Wiesbaden

“Fuck the rules!“  

Bands: Queens Of The Stone Age und CRX

Location: Kulturpark, Schlachthof Wiesbaden 

Datum: 16.06.2018  

Kosten: 45,- € VK, 58,- € AK 

Zuschauer: ca. 8.000 

Setlist Queens Of The Stone Age:  

  1. If I Had A Tail 
  2. In My Head 
  3. My God Is The Sun 
  4. Feet Don’t Fail Me 
  5. The Way You Used To Do 
  6. You Think I Ain’t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire 
  7. No One Knows 
  8. The Evil Has Landed 
  9. Long Slow Goodbye 
  10. Domesticated Animals 
  11. Make It Wit Chu 
  12. Smooth Sailing 
  13. I Appear Missing 
  14. Villains Of Circumstance 
  15. Little Sister 
  16. Go With The Flow 
  17. Head Like A Haunted House 
  18. Sick, Sick, Sick 
  19. A Song For The Dead 

 

Auf ihrer Villains Tour beehren Queens Of The Stone Age in diesem Jahr Deutschland mit zwei Open Air Konzerten und kehren dabei nach über zehn Jahren nach Wiesbaden zurück. Hier finden in diesem Jahr nach langer Zeit wieder Liveauftritte unter freiem Himmel statt, die vom Schlachthof organisiert und im dort angrenzenden Kulturpark über die Bühne gehen. Bei fast tropischen Temperaturen bilden Queens Of The Stone Age mit dem Support CRX das Eröffnungspaket dieses Open Air Sommers. Die Organisation ist fast perfekt, sodass selbst in den sozialen Netzwerken nur wenige Beschwerden publik werden. So gibt es vereinzelte Beschwerden, dass der Sound zu leise bzw. schlecht abgemischt sei. Beides kann ich, zumindest beim Hauptact, nicht bestätigen. Im Gegenteil: Ich gehe ca. in der Mitte des QOTSA Sets über das 10.000 Mann fassende Gelände und bin begeistert vom allseits guten Sound und der ordentlichen Lautstärke. Schlecht abgemischt ist hier definitiv nicht, die Lautstärke ist aber wohl im Laufe des Konzerts nach oben geschraubt worden. Beschwerden über zu lange Schlangen an den Essensbuden kann ich allerdings nachvollziehen. Diese sind so lang und abschreckend, dass nicht nur ich mir das Anstehen erspare. Lt. Schlachthof Crew sind zwei Foodtrucks kurzfristig abgesprungen, sodass hier zumindest nur eine Teilschuld den Veranstalter trifft. Insgesamt also (leider typisch deutsches) Meckern auf hohem Niveau.

Bereits um 16 Uhr beginnt der Einlass, jedoch befinden sich um 19:30 Uhr zum Start von CRX gefühlt mehr Leute rund um das Festivalgelände im Kulturpark als darin. Im Front of Stage Bereich kann man gemütlich durch die spärlichen Reihen bis zum Fotograben marschieren. Dieser Fotograben ist noch Tabuzone, auch darf ich noch keine Kameras mit auf das Gelände bringen, sodass es keine Bilder vom CRX gibt. CRX selbst, deren Debüt von Josh Homme produziert wurde und wohl daher den Slot ergattern konnten, sind dann alles andere als Time For Metal kompatibel und können außer Höflichkeitsapplaus auch keine nennenswerten Reaktionen ernten. Noch vor Abschluss des Auftritts muss ich das Gelände wieder verlassen, um meine Fotoausrüstung zu holen und mich am Fotografentreffpunkt einzufinden. Hier dann die mehr als ungewöhnlichen Instruktionen, dass man sich im Fotograben nur links und rechts neben der Bühne bewegen und von dort Bilder schießen darf!? Der Bereich ist auch durch gelbe Linien markiert und wird penibel von der Security kontrolliert. Hat hier das Management der Band Angst, dass Josh Homme seine rechte Klebe auspacken könnte? Egal, es gilt das Beste daraus zu machen und es wird sich auf die beiden Bühnenseiten aufgeteilt.
Während eines kurzen Intros betreten die Queens dann unter lautem Jubel die Bühne und starten ihr Set mit Hommes Aufforderung Let’s dance! und dem Song If I Had A Tail. Das Publikum geht sofort steil, springt, singt/grölt und crowdsurft, was das Zeug hält, sodass vom Start weg eine Spitzenstimmung herrscht. Diese erreicht einen frühen Höhepunkt, als bereits an siebter Stelle in der Setlist No One Knows mit einem ebenso frühen Schlagzeugsolo von Jon Theodore im Mittelteil auftaucht. Insgesamt bewegen sich alle Bandmitglieder agil, aber nicht aufdringlich über die Bretter. Bassist Michael Shuman zeigt hier und da, dass er die großen Posen beherrscht. Über allen steht aber Frontman Josh Homme, der sichtlich in seinem Gitarrenspiel aufgeht: Mal scheint er total in einem ekstatischen Tunnel zu sein, mal bekommt man den Verdacht, dass nicht nur Wasser und Vitamine im Spiel sind. Gesangs- und gitarrenspieltechnisch ist er jedenfalls in Bestform. Statt Fotografen im Graben malträtiert er die über die Bühne verteilten LED-Slalomstangen mit Tritten und Bodychecks, bringt seine Begeisterung über die Rückmeldungen der Crowd verbal zum Ausdruck und fordert von dieser: „Fuck the rules!“

Der Aufforderung kommt die Menge nicht nach, stürmt weder FOS, Bühne noch Verpflegungsstände, lässt aber keinen Deut nach und feiert die Band unaufhörlich ab. Go With The Flow beendet das reguläre Set, die Band lässt sich ob der Begeisterung aber nicht lange bitten und schiebt mit dem nicht auf der Setlist stehenden Head Like A Haunted House, Sick, Sick, Sick und dem grandiosen A Song For The Dead als Abschluss drei Zugaben hinterher.  

Fazit (CRX außen vorgelassen): Hier stimmte (fast) alles! Organisation (mit den o. a. kleinen Abstrichen), Gelände, Wetter, Sound, Licht und eine Band in Topform!

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