SkyEye – Soldiers Of Light

Die fliegenden Heavy Metal Fahnen wehen im Wind

Artist: SkyEye

Herkunft: Ljubljana, Slowenien

Album: Soldiers Of Light

Spiellänge: 56:51 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 25.06.2021

Label: Reaper Entertainment

Link: http://www.skyeyeband.com

Bandmitglieder:

Gesang – Jan Leščanec
Gitarre – Grega Stalowsky
Bassgitarre – Primož Lovšin
Keyboard – Marko Kavčnik
Schlagzeug – Jurij Nograšek

Tracklist:

  1. The Arrival
  2. King Of The Skies
  3. Soldiers Of Light
  4. Constellation
  5. Brothers Under The Same Sun
  6. In Saecula Saeculorum
  7. Son Of God
  8. Detonate
  9. Eternal Starlight
  10. Chernobyl

Soldiers Of Light ist der Titel des zweiten Langeisens von SkyEye, welches Ende Juni über Reaper Entertainment veröffentlicht wird. Wer jetzt denkt: „Das ist ja schön für die Band, dass sie ein neues Album herausbringt, aber was soll ich damit anfangen?“, bekommt jetzt die nötigen Hintergrundinformationen von mir. Das fünfköpfige Gespann brachte 2018 das Debüt Digital God heraus und kombiniert Judas Priest mit Iron Maiden, Saxon und den deutschen Heavy Metal Göttern Helloween. Da trägt der Redakteur mal wieder dick auf, oder? Mitnichten – SkyEye zementieren mit Soldiers Of Light den Anspruch, prägnante, stimmige wie hochtrabende Stücke zu schreiben. Eine gute Portion NWOBHM trieft durch die alte europäische Schule der Achtziger. Als Fackelträger für das gesamte Genre, bringen sie nun zehn neue Nummern mit zum Olymp, die sie in fast einer Stunde Spielzeit bis zum letzten Tropfen als Argumentationsgrundlage ausschlachten. Ein guter Fang von Reaper Entertainment, Sänger Jan Leščanec und seine vier Kollegen unter Vertrag zu nehmen. Eines der größten Heavy Metal Talente muss jetzt jedoch den zweiten schweren Weg gehen und kann nicht mehr so locker auftrumpfen, wie noch bei dem Debüt, da die Aufmerksamkeit auf die eigene Kunst in den letzten Monaten immens stieg.

Ein gutes Heavy Metal Album braucht ein handfestes wie ergreifendes Intro. Das haben die Osteuropäer schnell verstanden und lassen mit The Arrival die Säbel rasseln. Die über zwei Minuten bringen Dramatik in die Session und kündigen dadurch den ersten eigentlichen Track King Of The Skies großspurig an. Jan Leščanec darf man wohl als coole Sau bezeichnen und das ausschließlich positiv. Die vielen Gesangsfarben haben alle Charakter, im Kopf bleibt schnell ein Mix aus Andi Deris von Helloween und einem entfernten Bruce Dickinson. Die Refrains wickeln den Jünger der guten alten Achtziger um den Finger und lassen ihn nicht mehr los. Der richtig gute King Of The Skies muss nach dem Titeltrack erhobenen Hauptes das Feld räumen. Wer bei SkyEye immer noch behaupten möchte, dass es nie wieder eine Formation geben wird, die unseren Helden aus der Kindheit das Wasser reichen könnte, hat den Schuss nicht gehört. Natürlich fehlt nach oben noch eine Portion an Hitdichte. Wer mit dem zweiten Studioalbum auf einem Waldweg wandelt, der dem gerodeten Regenwald in Brasilien gleicht und trotzdem noch durch eine authentische Ausstrahlung punkten kann, hat doch bitte einen blendenden Job gemacht. Oder nicht?

Die Frage ist an dieser Stelle sehr ketzerisch gestellt, das ist mir durchaus bewusst, aber auf der anderen Seite muss man auch mal gehörig Salz in die offene „Früher-War-Alles-Besser-Wunde“ streuen. An unsere großen Helden kommt doch eh keiner mehr heran. Wenn man immer mit dem Gedanken an neue junge Gruppen herangeht, wie soll man dann ein neues Tor aufstoßen? Als Sabaton 2005 bzw. 2006 langsam aufkamen und mir herausrutschte: „Die werden noch mal ein Headliner Act, der bei den ganz Großen nicht nur anklopft“, gab es mehr als nur einen bitterbösen Blick. Bei SkyEye sollte so weit noch nicht gegangen werden, aber Stücke wie Brothers Under The Same Sun oder Son Of God bringen alles auf den Punkt, was man braucht – da bleibt abzuwarten, ob man das Studiomaterial live mit Leben versehen kann. Noch kann man sie auf eine Stufe mit Civil War stellen, was ohne Frage gut ist. Der Weg nach oben bleibt offen und muss nur genutzt werden. Stampfende Riffs und krachende Melodien lassen hochtrabende Gefühlsausbrüche mit der gestreckten Faust den Heavy Metal huldigen. Tempowechsel, kleine Sequenzen wie Brothers Under The Same Sun bringen Abwechslung ins Spiel, bis Eternal Starlight und Chernobyl einen Haken am neusten Output des Newcomers setzen.

SkyEye – Soldiers Of Light
Fazit
Aus Sicht der klassischen Genrehandschrift kann man Soldiers Of Light als Lichtblick der letzten Monate nennen. Gerne wiederhole ich noch mal: Die Slowenen machen sehr viel richtig und haben trotzdem noch spürbar Luft nach oben, was ausschließlich positiv im Kopf bleibt. Neben den genannten Sängern Andi und Bruce findet man Alben wie Renegade von Hammerfall wieder. Alles, was bei der klassischen Richtung gefällt, drehen SkyEye durch den Fleischwolf. Die Jungs muss man unbedingt live unter die Lupe nehmen - dort wird man dann erkennen, ob wirklich noch ganz große Tage auf das Quartett warten. Das minimale Ziel sollte dabei das oberste Mittelfeld bleiben, alles andere wäre eine Enttäuschung bzw. verschwendetes Talent.

Anspieltipps: Brothers Under The Same Sun und Son Of God
René W.
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