Sólstafir auf Berdreyminn-Tour – Support Árstiðir und Myrkur – am 13.12.2017 in der Kantine in Köln

Eventname: Sólstafir Berdreyminn-Tour

Headliner: Sólstafir

Vorband(s): Árstiðir, Myrkur

Ort: Kantine Köln, Neusser Landstraße 2, 50735 Köln

Datum: 13.12.2017

Kosten: 30 € VK, 35 € AK

Genre: Psychedelic Rock, Alternativ Rock, Black Metal, Gothic Metal, Indi Folk / Rock

Besucher: ca. 1000

Veranstalter: Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH (https://kj.de/) und Konzertbüro Schöneberg (http://www.schoneberg.de/homepage.html)

Link: https://www.facebook.com/events/1978441349051446/

Setlisten:


1. Himinhvel
2. Shine
3. Passion* (New Song)
4. Mute* (New Song)
5. Things You Said
6. While This Way* (New Song)
7. Shades


1. Mareridt
2. The Serpent
3. Ulvinde
4. Onde børn
5. Vølvens spådom
6. Jeg Er Guden, I Er Tjenerne
7. Måneblôt
8. Elleskudt
9. Skøgen skulle dø
10. Skaði
11. De Tre Piker


1. Silfur-Refur
2. Ótta
3. Ísafold
4. Köld
5. Hula
6. Fjara
7. Bláfjall

Heute Abend besuche mit einem Kumpel das Konzert von Sólstafir im Rahmen ihrer Berdreaminn-Tour in der Kantine in Köln. Einlass soll um 19:00 Uhr, Beginn um 20:00 Uhr sein. Um ca. 19:20 Uhr vor der Kantine angekommen, weist uns das Sicherheitspersonal darauf hin, dass bereits alle Parkplätze hinter dem Gebäude besetzt sind, und beschreibt uns, wie wir fahren müssen, um einen Parkplatz in der Nähe zu bekommen. Dort angekommen bemerken wir, dass das ein Parkplatz für maximal 10 Pkw ist. Also nichts mit Parken dort. Wir bekommen dann trotzdem in der Nähe einen Parkplatz. Also gehen wir bei leichtem Nieselregen zur Kantine. Dort müssen wir uns in eine doch recht lange Schlange am Eingang einreihen. Scheint ja heute dann wohl recht voll zu werden.

So um 19:50 Uhr schaffen wir es dann drinnen zu sein. Wirklich recht voll hier. Wir haben aber keine Mühe nach vorne zu kommen. Árstiðir sind bereits am Spielen. Wie lange schon, können uns die Anwesenden nicht genau sagen. Schon jetzt ziemlich voll vor der Bühne. Der gesamte Saal wird später brechend voll sein. Es ist leider kein Graben für die Fotografen vorhanden. Und ein Durchkommen von links nach rechts ist bereits jetzt bei Árstiðir unmöglich. So kann ich leider nur von einer Position aus Fotos schießen. Meine Empfehlung an die Veranstalter: Bei solch einem überfüllten Konzert wäre ein Graben angebracht.

Árstiðir schaffen es, mit ihrem Indie Folk eine ruhige und fast mystische Atmosphäre hier in der Kantine zu schaffen. Mehrstimmiger Gesang ist angesagt. Laute Musik muss zunächst mal hintenanstehen. Árstiðir sind gute Geschichtenerzähler. Sie können mit ihrer Musik das Publikum in ihren Bann zu ziehen und uns einen kleinen Einblick in ihre verträumte mystische Welt geben. Ein Eindruck von Melancholie entsteht. Auf der Setlist stehen drei Songs ihres neuen Albums Hvel. Dazu gibt es drei neue, bisher unveröffentlichte Songs und einen Song vom Album Svefns Og Vöku Skil. Nach ihrem Gig ist ihnen viel Applaus gewiss. Árstiðir haben es heute Abend geschafft, Akzente zu setzen. Sie können uns in die Natur ihrer isländischen Heimat mit Gletschern, Wasserfällen und Vulkanen entführen.

Nach kurzer Umbauphase kommt dann Mykur auf die Bühne. Auf Myrkur haben wir uns besonders gefreut. Myrkur ist Amalie Bruun, die sich mit Musikern für den Liveauftritt umgibt. Dabei sind die drei Musiker letztlich nur Beiwerk und das noch nicht mal schmückend. Denn Myrkur ist eben Amalie Bruun. Und die ist schmückend genug.

Die drei Musiker beginnen einen Klangteppich auszubreiten. Und dann kommt sie: Amalie Bruun, elfengleich begibt sie sich an die Mikros. Ja wirklich Mikros. Eins genügt ihr nicht. Auf der Bühne steht ein Holzständer, an dem drei Mikrofone befestigt sind. Dort steht sie, singt teilweise elfengleich, oder grunzt wie ein Eber in das jeweilige Mikrofon. Dabei steht sie mit wehenden Haaren oben auf der Bühne. Die Haare werden durch einen Ventilator in Form gebracht. Sie elfengleich, ihre Musiker düster in Kapuzen und in Schwarz gehüllt.

Wir hören den lieblichen, hohen und zerbrechlichen Gesang von Amalie Bruun basierend auf einem finsteren Klangteppich, den ihre Musiker ausbreiten. Aber das ist nicht das Einzige, was Amalie Bruun kann. Denn in diese Klanggebilde peitscht sie wütende, vom Black Metal inspirierte, Fragmente hinein. Da stellt sich schnell die Frage: Elfe oder Hexe!? Auf jeden Fall total sexy.

Sie vermag es, das Publikum einzunehmen und einzufangen. Dabei wirkt sie so gegensätzlich, wie man es nur sein kann. Ein Liveerlebnis der Extraklasse diese Frau. Hatten mich zuvor ihre Alben bereits eingenommen, so ist nun nach dem Liveerlebnis kein Entrinnen mehr.

Auf der Setlist stehen vor allem Songs der Alben Mareridt und M. Am Schluss dieses großartigen Gigs steht die Liveversion des Songs De Tre Piker, der auch auf dem neuen Album Mareridt vorzufinden ist. Wie eine Schamanin, nur sich selbst auf einer Schamanentrommel begleitend, verabschiedet sie sich mit einem Hauch Mystik von uns. Der absolute Wahnsinn.

Wieder eine kurze Umbauphase und nun wird es mächtig voll. Sehr, sehr eng hier. Von hinten rückt alles nach vorne, um Sólstafir zu sehen und zu hören.
Eigentlich müssen diese isländischen Rockbastards nichts mehr machen. Bereits nach den ersten Klängen des Openers Silfur-Refur vom aktuellen Album gibt es mitreißenden Jubel. Und die Band um Frontmann und Sänger Aðalbjörn Tryggvason dankt es den Fans mit einer Interpretation ihrer Songs, die an Intensität ihresgleichen sucht. Auf die Setlist schaffen es gleich vier Songs des neuen Albums Berdreaminn. Zudem sind auch solche Klassiker wie Otta und Köld zu hören. Der Stil und die Darbietung ihrer Musik suchen wirklich ihresgleichen. Die komplette Bühne ist vom Licht her recht abgedunkelt und erzeugt so eine mystische Sphäre. „Lichtgestalten“ sind hier eigentlich nur Sänger Aðalbjörn Tryggvason und Bassit Svavar Austman Traustason, der vor allem auch mit seinen großen roten Zöpfen auffällt. Die anderen Bandmitglieder befinden sich eigentlich mehr abseits des Lichtes in einem abgedunkelten Off. So würde ich es mal aus meiner Sicht bezeichnen. Da von meiner Position ja kein Durchkommen mehr ist, weiß ich nicht, ob es beim restlichen Publikum auch so ankommt. Die Musiker verrichten wirklich eine wahnsinnig gute Arbeit. Gitarrist Sæþór Maríus Sæþórsson macht dies, ohne sich in den Mittelpunkt zu bewegen etwas abseits am Rande der Bühne.

Das ist eine eigene Klangwelt, in der sich Sólstafir befinden und ihr Publikum mitnehmen. Teilweise weich plätschernd und sich ausbreitend, kommt es immer wieder zu einer Dynamik und Klanggewalt, welche das Publikum in seinem Hörempfinden fordert. Dynamik, Kraft und Verletzlichkeit scheinen sich gegenseitig anzuziehen und ergeben eine eigene Gefühlslage. Bei einigen Songs besteht die Ausleuchtung der Bühne aus leichtem Nebel und einem einzigen Licht am Mikrofon von Sänger Aðalbjörn Tryggvason. So wird eine eigentümliche Atmosphäre erschaffen, die die Musik der Isländer weiter in Szene setzt.


Gegen Ende des Gigs gibt einen eindringlichen Appell von Aðalbjörn Tryggvason an die Fans. Dabei geht es um Menschen, die sich in besonderen psychischen Situationen befinden. Der Appell richtet sich an die Menschen in deren Umfeld: Mit ihnen in Verbindung zu bleiben und ihnen zuzuhören. „Talk to them, you might be the only hold and help“.

Mit dem Song Bláfjall vom aktuellen Album Berdreyminn endet dann dieses grandiose Konzert.

Fazit: Großer und denkwürdiger Konzertabend dreier nordischer Bands. Ja ich bezeichne jetzt Myrkur mal als Band, denn live sind sie es ja auch. Ein Erlebnis, welches man nicht verpassen sollte. Insgesamt ein sehr starkes Bundle am heutigen Abend.

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