Stormwitch – Bound To The Witch

„Die Hexe lebt!“

Artist: Stormwitch

Herkunft: Deutschland

Album: Bound To The Witch

Spiellänge: 65:43 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 29.06.2018

Label: Massacre Records

Link: https://www.stormwitch.de

Aktuelle Bandmitglieder:

Gesang – Andy Mück
Gitarre – Tobias Kipp
Gitarre – Volker Schmietow
Bass – Jürgen Wannenwetch
Schlagzeug – Marc Oppold

Tracklist:

  1. Songs Of Steel
  2. Odin`s Ravens
  3. The Choir Of The Dead
  4. Bound To The Witch
  5. Arya
  6. Stormwitch
  7. Life Is Not A Dream
  8. King George
  9. Ancient Times
  10. The Ghost Of Mansfield Park
  11. Nightingale
  12. Stronger Than Heaven (Digipak Bonus Song)
  13. Rats In The Attic (Digipak Bonus Song)
  14. Priest Of Evil (Digipak Bonus Song)

Einigen Alt-Rockern sind sie vielleicht noch bekannt, Stormwitch aus dem schönen Schwabenländle. Gegründet 1979 in Gerstetten, veröffentlichten sie bis 1994 insgesamt sieben Studioalben, bevor es zum Bruch und zur Bandauflösung kam. Acht Jahre gingen ins Land, bis Sänger Andy Mück die Band 2002 mit anderen Mitstreitern reaktivierte. Der Neustart war holprig. Seitdem erschien zwar alle paar Jahre ein Album, jedoch drehte sich das Bandkarussell unaufhörlich, und es fiel beinahe schwer, den Überblick zu behalten, wer nun gerade alles bei den Schwaben aktiv war. Das letzte Album hörte auf den Namen Season Of The Witch und erschien 2015 bei Massacre Records. Nun steht dieser Tage mit Bound To The Witch der nächste Longplayer bei Massacre Records an, und wieder wurde leicht am Bandkarussell gedreht.

Auch auf dem zwölften Studioalbum bleiben Stormwitch sich treu und erfinden das Genre nicht neu. Bound To The Witch bietet grundsoliden deutschen Heavy Metal im Stil von Grave Digger, ohne große Schnörkel und  Überraschungen. Die 11 neuen Songs sind einfach strukturiert, wie man es bei Stormwitch kennt. Erstmals waren alle Bandmitglieder am Songwriting beteiligt. Man setzt wieder auf den altbewährten, soliden und traditionellen Metal mit groovigen, stampfenden Riffs, diesmal jedoch von Schmietow und Kipp, melodiöse, abwechslungsreiche Soli und Refrains von hymnischem Charakter. Die Refrains sind größtenteils eingängig und zum Mitgrölen geeignet. Der Gesang von Andy Mück wird im Alter immer besser, kraftvoll und facettenreich schüttelt er die Melodien wie ein Falschspieler einfach aus dem Ärmel seiner Lederjacke. Mück klingt, als hätte er seine Leidenschaft gerade neu entdeckt. Jedoch zieht Mück diesmal nicht alle Gesangsregister, seine Falsett-Stimmlage rückt auf den neuen Songs in den Hintergrund. Marc Oppold an der Schießbude gibt dem ganzen die gewünschte kraftvolle Härte.

Stormwitch haben noch nie Experimente gemacht und tun das auch 2018 nicht. Freunde von modernem Metal sind hier definitiv fehl am Platz und werden den Sound altbacken nennen. Das Album klingt zwar modern und die Band hat, gegenüber den letzten Jahren, an Fahrt zugenommen, hat sich aber die traditionellen Aspekte bewahrt. In diesen Genre erwartet niemand Experimente und Bands, die versuchen, den Sound zu revolutionieren, die haben sich nämlich plötzlich auf dem Abstellgleis wiedergefunden. Als Anspieltipps eignen sich der Opener Songs Of Steel, der gleich ordentlich nach vorne geht, der mystisch angehauchte, fast düstere Titeltrack Bound To The Witch, oder die Mitgröhl-Hymne The Ghost of Mansfield Park, die sicher auch live bestens funktioniert. Freunde ruhiger, gediegener Rockmusik werden mit der Ballade Nightingale, die etwas folkig angehaucht ist, bestens bedient. Auch Arya geht unter die Haut, und das Eingangsriff sorgt für Gänsehaut.

Für ein paar Euronen mehr bekommt man im Digipak mit Stronger Than Heaven, Rats In The Attic und Priest Of Evil noch drei Band-Klassiker völlig neu eingespielt und eingesungen. Ob so etwas Sinn macht, darüber lässt sich streiten, aber hier bekommt man eben einen direkten Vergleich von neuem und altem Material. Ein weiterer Beweis, dass sich Stormwitch treu geblieben sind. Das Digipak bietet zudem mit einem 20seitigen Booklet noch einen optischen Leckerbissen mit Texten und Fotos. Das Album wurde von Marc Ayerle im Studio Klangmanufaktur gemischt und gemastert. Das Hexen-Cover-Artwork stammt von Michael Vetter. Das Album wird übrigens als CD, als Digipak und auf Vinyl erhältlich sein.

Fazit: Den Schwaben ist mit Bound To The Witch sicher nicht der ganz große Geniestreich gelungen, jedoch ein gutes und solides Album, mit dem sie ihren Kult-Status wieder einmal unterstrichen haben. Kult-Status trifft es gut, denn den großen Durchbruch hat die Band ja nie geschafft. Das wird ihnen auch mit dem neuen Longplayer nicht gelingen, aber Fans dieses Genres können hier bedenkenlos zugreifen und werden nicht enttäuscht.

Anspieltipps: Songs Of Steel und Stormwitch
Silke H.
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