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the journey of Eric Taylor – Reroute
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the journey of Eric Taylor @ After Walk Party 2017 09 02
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·21. Juni 2019·4 Minuten Lesedauer

the journey of Eric Taylor – Reroute

Nicht nur eine Perle, sondern ein Diamant in der Underground-Szene

Artist: the journey of Eric Taylor

Herkunft: Krefeld, Deutschland

Album: Reroute

Spiellänge: 59:37 Minuten

Genre: Post Rock, Post Metal

Release: noch nicht bekannt

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/TheJourneyOfEricTaylor/

Bandmitglieder:

Gitarre – Andreas Mohr
Gitarre – Manuel Stommel
Bassgitarre – Sven Lennartz
Schlagzeug – Sebastian Neufeld

Tracklist:

  1. Prolog
  2. In Distance
  3. Hysteria
  4. Memo
  5. 912
  6. Decay Of Dreams
  7. Shutter
  8. Awakening

Das Cover lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor, daher hier ein Foto von the journey of Eric Taylor, dass ich während der Afterwalk-Show vor knapp zwei Jahren in der Kulturfabrik in Krefeld aufgenommen habe:

the journey of Eric Taylor @ After Walk Party 2017 09 02

Entdeckt habe ich the journey of Eric Taylor eigentlich zufällig. Vor knapp zwei Jahren musste nämlich eine der Bands im Line-Up des Night Of The Spartans kurzfristig absagen; die vier Jungs waren dann genauso kurzfristig eingesprungen und hatten nicht nur mich mit ihrer Show vollends für sich eingenommen. Schon damals war die Rede vom Debütalbum, die Songs waren schon vorhanden und mussten „nur“ noch ordentlich aufgenommen, gemixt und gemastert werden. Von den zahllosen anderen Arbeiten, die an so einem Album dranhängen, mal ganz abgesehen. Dann ging es auch tatsächlich im vergangenen Jahr ins Studio, einer nach dem anderen spielte seine Parts ein, aber danach war dann…Funkstille. Da ich ja neugierig bin, habe ich natürlich immer mal wieder nachgefragt, aber alle haben Stillschweigen bewahrt. Bis ich dann vor einigen Tagen von Sebastian endlich die Nachricht erhielt, dass die Songs fertig gemastert seien. Die Frage nach dem Review war wohl eher rhetorisch gemeint… 😀

the journey of Eric Taylor bieten alle Songs auch schon seit langem auf ihrer Homepage zum kostenlosen Download an. Das habe ich damals gleich nach der ersten Show schon genutzt und kenne die Tracks mittlerweile fast schon in- und auswendig. Dabei handelt es sich um live eingespielte Proberaumaufnahmen, was deren Qualität nicht mindert, aber ich bin ja zum einen gespannt, wie diese Songs jetzt final klingen und ob die Jungs nicht vielleicht doch noch das ein oder andere geändert haben.

Mit Prolog haben the journey of Eric Taylor auch ihr Set bei der Night Of The Spartans gestartet. Noch nicht mal drei Minuten lang ist der Song, hat aber so unglaublich viel Energie, dass ich mir wünschte, er wäre länger. Länger ist das folgende In Distance, bei dem die Jungs zeigen, was man alles in knapp fünf Minuten packen kann. Vom vorsichtig-verhaltenen Beginn über fast schon tanzbare Sequenzen bis zu headbangtauglichen Phasen ist hier schon alles dabei. Beim Songtitel Hysteria muss ich erstmal an Muse denken, andere denken vielleicht an eine hysterische Person. Trifft’s aber beides nicht, hysterisch werden the journey of Eric Taylor eh‘ nicht 😀 Ordentlich headbangen kann man aber auch hier, zumindest in den letzten zwei Minuten. Was speziell Andreas und Manuel da alles mit ihren Gitarren machen und welche der vielen Pedale und Hebelchen sie mal wieder in Bewegung gesetzt haben, um ihren Instrumenten diese unterschiedlichen Stimmungen zu entlocken, wird sich mir wohl nie erschließen. Sie haben bei einem meiner Besuche im Proberaum mal versucht, es mir zu erklären, aber ich wollte den Zauber, der dieser wunderbaren Musik innewohnt, nicht verfliegen lassen.

Bei meinem Lieblingstrack Memo zeigt sich dann, dass die Jungs eigentlich genau wissen, wie lange man eine bestimmte Stelle im Song wiederholen kann, ohne, dass es langweilig wird. Knapp acht Minuten lang ist Memo, in diesen acht Minuten gibt es im Grunde zehn (!!) verschiedene Klangwelten, furioses Finale inklusive. Was Sebastian – nicht nur da – an den Drums abliefert, ist grandios! Der folgende 912 weicht vom altbekannten Post Rock-Schema des sich langsam steigernden Songs komplett ab, aber diesem Schema folgen the journey of Eric Taylor ja sowieso nicht. Immer mal wieder abrupte Wechsel zwischen sehr entspannten und sehr headbangtauglichen Passagen lassen auch weiterhin keine Langeweile aufkommen.

Nun kommt der Song, über den ich mit den Jungs schon einige Male gesprochen habe. Decay Of Dreams ist wohl einer ihrer Lieblingssongs, für mich ist es der schwächste auf dem Album. Zu Memo hatte ich ja geschrieben, dass die Jungs eigentlich wissen, wie lange man bestimmte Teile wiederholen kann, ohne, dass es langweilig wird. Hier werden einige Passagen meiner Meinung nach definitiv viel zu lang ausgewalzt, insbesondere das sehr repetitive Gitarrenspiel in den ersten dreieinhalb Minuten. Dass der Song überwiegend sehr ruhig gehalten ist, trägt für mich auch nicht dazu bei, dass er mir besser gefallen könnte. Ist halt Geschmackssache 😀 Überwiegend ruhig gehalten ist auch Shutter, der längste Song vom Album, der mit etwas über 12 Minuten daherkommt, und bei dem Sven am Bass, zumindest ein paar Minuten lang, endlich auch mal ein wenig besser zu hören ist. Normalerweise steht er gleichberechtigt neben seinen Kollegen vorn auf der Bühne, aber wie leider fast immer, ist auch hier der Bass zwar ein wichtiger Bestandteil zum gesamten Sound, ist aber eher nur zu identifizieren, wenn man genauer hinhört. Bei Shutter schaffen es the journey of Eric Taylor dann wieder, die einzelnen Parts auf genau der richtigen Länge zu halten, so dass man sie lange genug gehört hat, bevor man sich verabschiedet und sich der nächsten Klangwelt zuwendet.

Apropos „verabschieden“, das machen the journey of Eric Taylor mit Awakening. Das ist dann tatsächlich noch mal ein Wachmacher und nimmt im Grunde den Faden auf, den die Jungs mit Prolog angefangen haben, abzuwickeln. Sehr energiegeladen, noch einmal ist Headbangen angesagt, aber natürlich hat auch dieser Song seine ruhigeren Passagen. Dass hier nur zwei Gitarren am Werk sind, würde ich nicht denken, das ist Breitwand Kino-Sound. Und Sven kriegt sogar noch ein ungefähr halbminütiges Bass-Solo, bevor er sich langsam wieder im Gesamtsound einsortiert. Der ist im Übrigen großartig abgemischt und gemastert, so dürften die Jungs sich das vorgestellt haben, als sie vor zwei Jahren schon vom Debütalbum redeten.

Es ist zwar keiner meiner Anspieltipps, aber da ich dieses Video im Proberaum bei den Jungs aufgenommen habe, kommt hier Decay Of Dreams:

the journey of Eric Taylor – Reroute
Fazit
Eine dermaßen abwechslungsreiche Post Rock-Scheibe habe ich noch selten gehört. Normalerweise gehen Bands ja ihren ganz eigenen Weg, den sie dann auch selten verlassen. So sind Post Rock-Alben dann halt überwiegend ruhig oder die Songs bauen sich nach fast immer dem gleichen Schema auf. Ein gewisses Schema gibt es bei the journey of Eric Taylor auch in der überwiegenden Zahl der Songs, aber sie halten sich nicht sklavisch dran. Und es mag sicherlich auch genug Fans geben, die den von mir kritisierten Song Decay Of Dreams heiß und innig lieben. Dieses Album liebe ich in seiner Gesamtheit aber natürlich trotzdem und freue mich drauf, die Jungs dann auch bald mal wieder auf der Bühne erleben zu können.

Anspieltipps: Prolog, Hysteria, Memo und Awakening
Heike L.
9.5
Leserbewertung19 Bewertungen
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9.5
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2019DeutschlandEigenproduktionKrefeldPost MetalPost Rockthe journey of Eric Taylor

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