Destrage – The Chosen One

Groß aufgebläht fehlt der Gnadenstoß

Artist: Destrage

Herkunft: Mailand, Italien

Album: The Chosen One

Spiellänge: 37:35 Minuten

Genre: Alternative Metal, Djent, Experimental, Mathcore, Modern Metal

Release: 24.05.2019

Label: Metal Blade Records

Link: http://www.beispiel-seite.de

Bandmitglieder:

Gesang – Paolo Colavolpe
Gitarre – Matteo Di Gioia
Gitarre – Ralph Salati
Bassgitarre – Gabriel Pignata
Schlagzeug – Federico Paulovich

Tracklist:

  1. The Chosen One
  2. About That
  3. Hey, Stranger!
  4. At The Cost Of Pleasure
  5. Mr. Bugman
  6. Rage, My Alibi
  7. Headache And Crumbs
  8. The Gifted One

Mit dem Debüt Urban Being von vor 12 Jahren ebneten Destrage schnell ihren Weg und konnten in ganz Europa schnell Fuß fassen. In den letzten Jahren ist viel passiert, in diesem Mai kam das fünfte Album mit dem Titel The Chosen One heraus und hat die einst progressiven Riffs deutlich gegen Alternative bzw. Crossover eingetauscht. Thrashig ist auch nicht mehr ganz soviel, dafür feuern die Core Blitze gen Erde, während Djent-Elemente experimentell veredelt werden und ein gepflegter Mathcore zusätzlich seinen Platz findet. Aufpoliert, modern und mit dem Willen zu killen gehen die fünf Italiener sehr motiviert an die neue Kriegsmaschine, die oft verstrickt taumelt und versucht einen Weg durch den Schwung an Hooks zu finden. Nicht weniger breit aufgestellt ist Frontmann Paolo Colavolpe, der zu jeder Stimmung seinen Senf dazugeben kann. Wenn man wie mit Rage, My Alibi voll auf die Bremse tritt, um elektronische Beats einzumischen und einen Gesang zum Besten gibt, der an alte Slipknot Stücke erinnert, wird es doch etwas skurril.

Die Grenzen eingerissen gibt es kein Halten mehr. Die Refrains werden wie Konfetti in den Himmel geschleudert, um glitzernd auf die Hörerschaft zu rieseln. Andächtig können Destrage auch noch und lassen es in At The Cost Of Pleasure an der Oberfläche der wilden Stimmungswechsel auftauchen. Verträumt werden Space-Faktoren zugelassen und zeigen einmal mehr auf, wie grenzenlos die Südeuropäer keine Grenzen mehr kennen. Der Spaßfaktor bleibt dabei nur leider oft in den klebrigen Riffs hängen. Das zusammengeschusterte große Ganze lässt einen schnell an die persönlichen Grenzen stoßen. Die experimentelle Ader, die als Bindeglied versucht, alles Aufgefahrene zusammenzuhalten, treibt noch den nächsten Keil in die Kompositionen.

Fazit
Welche Zielgruppe soll hier erreicht werden? Die Mathcore Familie steht da wohl noch am besten zu Gesicht, die mit den Auswüchsen in Alternative Handschriften noch am ehesten klarkommt. Es klingt fies, aber es kommt ein Studentenfeeling auf, was einen Außenseiter vors innere Auge projiziert, der mit den harten Salven wenigstens etwas Eindruck schinden möchte.

Anspieltipps: Rage, My Alibi
René W.6.7
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6.7
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