Artist: The Very End
Herkunft: Essen, Deutschland
Album: Zeitgeist
Spiellänge: 49:23 Minuten
Genre: Thrash Metal, Melodic Death Metal
Release: 14.05.2021
Label: Apostasy Records
Link: https://www.theveryend.net
Bandmitglieder:
Gesang – Björn Gooßes
Gitarre – René Bogdanski
Gitarre – Marc Bräutigam
Bassgitarre – Marc Beste
Schlagzeug – Jerome Reil
Tracklist:
- Teratoma
- Light The Lows
- On Parole
- Zeitgeist
- Truth And Tremor
- Short Cuts Deep Wounds
- Brave New Blood
- Anechoic
- The Day It All Went Black
- Sorrow No More
- From Boon To Bane
- Until There‘s Nothing Left Of Us
Was habe ich euch vermisst – nach ihrem letzten Album Turn Off The World (von 2012) ist wirklich nur das Vinyl Re-Release der 2008er Platte Vs. Life der Essener Kapelle an mir vorbeigekommen. So habe ich Songs wie Splinters, Dreadnought und Orphans Of Emptiness durchweg in meiner Radio Playlist gehabt, wenn ich dienstags von 20:00 Uhr bis Mitternacht meine Internetradio-Show hatte. Somit war für mich klar, als ich gesehen habe, dass seitens The Very End wieder etwas auf den Markt kommen würde, dass ich da mal reinhören muss.
Und genau so war es auch – da unser Promopool gerade durch die „spontanen Massenreleases“ überläuft, hatten Björn Gooßes und Co. Glück, dass sie nicht zwischen Rockplatten und Death Metal-Releases untergegangen sind. Mit Zeitgeist kommt also nun wirklich neun Jahre nach dem letzten Album endlich wieder etwas von der Multigenre-Kapelle aus Essen in die Plattenläden. Dann wollen wir mal da anfangen, wo ein Fan die erste Berührung mit der Platte hat – dem Coverartwork. Denn das ist so bemerkenswert wie irrelevant zugleich. Wer ein Cover von The Very End kennt, der kennt sie quasi alle. Denn das Logo (Boxen in Sargform mit Flügeln) ziert seit 2011 jedes Release. Dieses Jahr hat man aber passend zur Coronapandemie das Logo verhüllt in blutigen Tüchern. Also irgendwie wie immer und doch anders.
Musikalisch geht es atmosphärisch mit Teratoma los. Mit dem instrumentalen Track leitet man ohne Punkt und Komma in den ersten wirklichen Song Light The Lows und zeigt den Unwissenden, wo der Hammer hängt. Ein Thrash Metal-Gerüst aufgehübscht mit einer catchigen Melodie und der irgendwo zwischen Screaming und Shouting positionierten Stimme von Fronter Börn Gooßes. Hier zeigt sich auch gleich, dass man trotz Abstinenz nichts verlernt hat. Wer Circle Pits so hart vermisst wie ich, der wird bei Zeitgeist den Bürostuhl wegrollen, um im Takt um den Schreibtisch zu tanzen. Der einzige deutschsprachige Song – der zeitgleich auch Namensgeber des Langspielers ist – sorgt für angenehmen Muskelkater und das sowohl in den Beinen als auch im Nacken. Rotzig und doch nicht festgelegt bringen die zwölf Songs jede Menge „In Your Face“-Momente. So bricht zum Beispiel Truth & Tremor hart mit dem Gerüst, um einer virtuosen Bridge Platz zu machen – herrlich. Bei Short Cuts Deep Wounds zeigt man, dass nicht nur gutturaler Gesang im Repertoire der Band vorhanden ist und dass auch ein wenig Motorjesus in The Very End versteckt ist.
Highlight der Platte ist in meinen Augen der Track Anechoic, denn hier zeigen die Essener erneut, wie viel Abwechslungsreichtum hinter der Marke The Very End steckt.
Wer sich wundert, warum die Produktion so fett geworden ist, dem empfiehlt sich ein Blick in die Credits der Platte. So wurde für die Produktion Cornelius Rambadt (u.a. Bonded, Disbelief, Sodom) um Hilfe gebeten und Dennis Koehne (u.a. Caliban, Lacuna Coil, Melechesh, Orden Ogan) durfte sich beim Mastering austoben.




