Tomorrow’s Rain – Hollow

Tomorrow's Rain (ex-Moonskin) starten mit Debütalbum neu durch

Artist: Tomorrow’s Rain

Herkunft: Tel Aviv, Israel

Album: Hollow

Spiellänge: 51:28 Minuten

Genre: Death Metal, Doom Metal, Gothic Rock

Release: 11.09.2020

Label: AOP Records

Link: https://www.facebook.com/TomorrowsRain

Bandmitglieder:

Gesang – Yishai Sweartz
Gitarre – Raffael  Mor
Gitarre – Yoni Biton
Bassgitarre – Yaggel Cohen
Keyboard – Shiraz Weiss
Schlagzeug –  Nir Nakav

Tracklist:

  1. Trees
  2. Fear
  3. A Year I Would Like To Forget
  4. In The End Of A Dead End Street
  5. Misery Rain
  6. In The Mouth Of Madness
  7. Hollow
  8. The Weeping Song

Die Wurzeln von Tomorrow’s Rain reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Gegründet wurde die Band von Yishai Sweartz und dem Produzenten Maor Appelbaum (Mayhem, Sabaton, Cynic, Abbath). Bis 2011 waren sie unter ihrem ursprünglichen Namen Moonskin aktiv, danach wurde es einige Jahre still um die sechs Musiker aus Tel Aviv. Seit zwei Jahren geht es nach längerer Pause nun wieder voran und so standen Tomorrow’s Rain mit Acts wie Paradise Lost, Kreator, Swallow The Sun, Draconian, Rotting Christ und noch weiteren Genrekollegen auf der Bühne. Für 2020 entschied sich das israelische Sextett nach achtzehn Jahren Bandbestehen zur Veröffentlichung ihres ersten Longplayers. Am 11. September war es dann endlich so weit: Hollow ging als Debütalbum an den Start. Produziert, gemixt und gemastert wurde es von Dori Bar Or in Tel Aviv. Ziv Lenzner kreierte dazu das passende Artwork. Als weiteres Gimmick erschien ihr Erstlingswerk (Hollow – Hebrew Version) im Oktober in hebräischer Sprache, worüber sich die Landsleute von Tomorrow’s Rain besonders gefreut haben dürften.

Auf Hollow wirken eine Menge Musikerkollegen von bekannten Szenegrößen (My Dying Bride, Paradise Lost, Septicflesh, Moonspell, Rotting Christ, Arch Enemy, Swallow The Sun, Draconian, Orphaned Land) mit. Für ein Debütalbum finde ich es schon ungewöhnlich, sich Unterstützung von derart vielen Kollegen zu holen. Gerade beim ersten Studioalbum will man die eigene Leistung unter Beweis stellen, um bei den Fans zu punkten. Wie diese gemeinschaftliche Arbeit tatsächlich ankommt, bleibt abzuwarten. Bei der Produktion von Hollow ist eine Mischung aus 80er-Jahre Gothic Rock, Post Punk, Doom und Death Metal im Stil von Fields Of The Nephilim, The Sisters Of Mercy und The Mission entstanden. Sänger Yishai Sweartz gab dazu folgendes Statement ab: „Wir haben alles dafür gegeben, ein Album zu schreiben und zu erschaffen, das wir als Fans selbst kaufen würden.“ Ich bin gespannt auf die Umsetzung dieses Konzepts. Also, los geht’s!

Der Opener Tree beginnt mit einer Geräuschkulisse, die an einen Schulhof voller lebhafter Kinder erinnert. Dann folgt unmittelbar der Wechsel in eine ruhigere Umgebung. Die getragene, doomige Atmosphäre macht mich geradezu tiefenentspannt. Gegen Ende wird der Sound dramatisch und düster – ein gelungener Einstand, bei dem noch kein Gastmusiker zum Einsatz kommt. Weiter geht es mit Fear, bei dem Aaron Stainthorpe (My Dying Bride) gesanglich unterstützt. Bei den Growling-Parts kann Yishai Sweartz durchaus punkten, die Klargesanganteile schwächeln allerdings etwas. Insgesamt zündet dieser Song recht spät bei mir. Erst energischer werdendes Riffing holt mich aus meiner Lethargie. A Year To Forget kommt dafür gleich aus dem Schuh und sorgt sofort für eine energiegeladene Stimmung. Sowohl die Gitarrenläufe als auch die Melodie ziehen mich wieder mit. In The Corner Of A Dead End Street erzeugt erneut Tiefenentspannung. Bei dieser druckvollen Nummer unterstützen Gregor Mcintosh (Paradise Lost), Sakis Tolis (Rotting Christ) und Kobi Fahri (Orphaned Land). Hier harmoniert die komplette Zusammensetzung von Gesang, Gitarrenarbeit und Drumming – gerne mehr davon! Misery Rain setzt progressive als auch epische Stilelemente ein und rhythmische Breakdowns laden zum Bangen ein. Orientalisch anmutende Klänge setzen einen zusätzlichen Kontrast. Into The Mouth Of Madness zieht in Sachen Aggressivität, aber auch vom Symphonic-Faktor her ordentlich an. Jeff Loomis (Arch Enemy) und Kobi Farhi verpassen diesem Track eine satte Note. Das Gitarrensolo am Ende setzt noch ein krönendes Sahnehäubchen obendrauf. Hollow beginnt mit einem verträumten Intro, untermalt durch einen weiblichen Gesangspart. Dann kippt die Stimmung ins Aggressive um – Romantik off! Ab jetzt fegen schreddernde Riffs sowie Klaviereinsprengsel gepaart mit harschem Growling durch die Gehörwindungen. Schlusslicht The Weeping Song macht seinem Namen alle Ehre: Der Song ist durchzogen von wehmütigem Gitarrenspiel, beinhaltet aber auch ein schmachtendes Duett, das zudem erstaunlich gut mit den Reibeisen-Growls funktioniert.

Hollow bietet trotz kleinerer Schwächen ein hohes Maß an Facettenreichtum. Der Einsatz der vielen Gastmusiker sorgt für ein interessantes Hörerlebnis, was ich im ersten Moment so nicht unbedingt erwartet hätte.

Formate: 2 CD-Bundle, Digital Album, Vinyl, Box-Set aus Holz – limitiert 500 Stück (ausverkauft)

Tomorrow’s Rain – Hollow
Fazit
Hollow ist ein interessanter Genre-Mix, der zwar etwas Gewöhnung bedarf, aber auch durchaus in der Lage ist, Fans verschiedener Vorlieben zu bedienen. Die Kompositionen bewegen sich dabei überwiegend im gemäßigten Tempo. In Sachen Songwriting, Kompositionen und instrumentalem Können merkt man schon, dass Tomorrow’s Rain eine ordentliche Portion an Spielerfahrung mitbringen. Zudem hat die Band eine gute Wahl bei ihren Gastmusikern getroffen. Beim Klargesang ist von der Performance her noch Luft nach oben - ich bin mir sicher, dass hier noch ordentlich dran gefeilt wird. Das Growling sitzt in jedem Fall. In diese Scheibe kann man gut und gerne reinhören. Der Kauf lohnt sich allemal.

Anspieltipps: Tree, In The Corner Of A Dead End Street, Into The Mouth Of Madness und Hollow
Sandra R.
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