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Toundra, Support Stromkasten am 06.06.2022 im Lucky‘s Luke in Trier
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EventsKonzerte
·10. Juni 2022·6 Minuten Lesedauer

Toundra, Support Stromkasten am 06.06.2022 im Lucky‘s Luke in Trier

Die Spanier Toundra verzaubern die Moselstadt

Bands: Toundra, Stromkasten

Ort: Lucky‘s Luke, Luxemburger Straße 6, 54294 Trier

Datum: 06.06.2022

Kosten: 20 € AK

Genre: Instrumental Rock, Stoner Rock, Post Rock, Post Metal

Besucher: ca. 70 Besucher

Veranstalter: Vinyl4Charity e.V., Lucky’s Luke

Link: https://www.facebook.com/events

Setliste Stromkasten:

  1. Digital Na(t)ive
  2. CRTD
  3. Scarabäus
  4. Lucid Dream
  5. Helium Body
  6. Avalanche
  7. Etre En Vie

Setliste Toundra:

  1. Oro Rojo
  2. Watt
  3. Kingston Falls
  4. Kitsune
  5. El Odio Parte I
  6. El Odio Parte II
  7. El Odio Parte III
  8. Magreb
  9. Bizancio
  10. Cobra (Zugabe)
  11. Cielo Negro (Zugabe)

Am Pfingstmontag mal wieder was ganz Erlesenes. Die Madrider Toundra machen einen Abstecher auf ihrer aktuellen Tour, die sie auch auf das Kultfestival Freak Valley nach Netphen führen wird, ins Lucky’s Luke nach Trier.

Das ist dann doch endlich mal wieder eine Gelegenheit, einen Ausflug nach Trier zu machen. Vor allem auch deshalb, weil während Corona die geplante Tour zum Album Dr. Caligari abgesagt werden musste. Dieses Album von Toundra hätte ich mir auch sehr gerne in der Liveumsetzung angesehen.

Im Lucky’s Luke war ich noch nie, da hat mir mein Freund Robert aber schon ein paar Mal von vorgeschwärmt. Robert hat zusammen mit Julian vom Vinyl4Charity e.V. extra für diesen Abend ein exquisites Bier gebraut, das Thunder Of Toundra. Das möchte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, also muss Heike heute fahren. Die Einnahmen aus dem Bierverkauf gehen an wohltätige Zwecke für die Ukraine Flüchtlinge. Der Veranstalter Vinyl4Charity e.V. ist im Übrigen auch Non Profit orientiert und spendet seine Eintrittsgelder für humanitäre / soziale Zwecke.

Pünktlich zum Einlass erreichen wir das Lucky’s Luke und finden direkt einen Parkplatz. Vor der Tür stehen bereits ein paar Leute und auch der Transporter von Toundra ist dort bereits geparkt. Wir gehen rein, erhalten unsere Akkreditierung und schauen uns im Laden etwas um. Das Ambiente mit Kneipe/Bar und kleiner Konzerthalle gefällt uns sehr.

Es ergeben sich einige Gespräche und schnell werden einige Leute erkannt, die wie wir auch auf dem DesertFest in Berlin letztes Wochenende waren. Für den guten Zweck steht eine Plattenkiste mit einigen Vinylschätzen parat. Da muss ich natürlich noch zugreifen.

Ich frage nach Robert, der ist aber noch nicht da. Er kommt kurze Zeit später jedoch mit seiner Frau an. Vor Beginn des Supporters Stromkasten wird schon mal ein leckeres Thunder Of Toundra gekostet. Gitarrist Esteban Girón kommt zu mir, begrüßt mich und gibt mir meine gewünschten Platten. Draußen werden noch einige Foto mit und ohne die Band gemacht.

Stromkasten beginnen fast pünktlich mit ihrem Gig. Die Band aus Köln überrascht mich äußerst positiv. Bisher hatte ich noch nie von ihnen gehört, obwohl ich doch eigentlich recht viel von der Kölner Szene mitbekomme. Wie Toundra handelt es sich bei der Band um reine Instrumentaler. Auf der kleinen Bühne vollbringt das Trio eine tolle Performance. Wie gesagt, Stromkasten kannte ich bisher noch nicht und habe mich im Nachhinein noch etwas über die Band erkundigt. Eigentlich finde ich auf deren Bandseite, dass es sich um ein Quartett handelt, es stehen allerdings nur drei Mann da oben. Der wohl fehlende vierte Mann wird auf jeden Fall am heutigen Abend hier sehr gut kompensiert.

Stromkasten haben 2020 ihr erstes Album Digital Na(t)ive herausgebracht, wovon es auch eine kleine Auflage von 100 Exemplaren an Vinyl gibt. Der Titelsong Na(t)ive ist der Opener des heutigen Gigs. Wunderbare Melodien und auch Rhythmuswechsel sind es, die nicht nur diesen Song ausmachen.

Die Bühne passt echt gut zum Instrumental (Post) Rock. Der Schlagzeuger sitzt quasi vor einer Spiegelwand. Er wird dort nicht nur gedoppelt, sondern man sieht ihn dadurch an der Wand vielfach. Bassist und Gitarrist stehen rechts und links im Vordergrund recht weit außen von ihrem Schlagzeuger. Dadurch entsteht in etwa ein doch recht surrealistisches Bild, welches durch die Musik noch verstärkt wird. Nicht nur mir gefallen die Kölner hier sehr gut, das merkt man an dem Beifall der hier anwesenden Fans. Richtig voll ist es leider nicht geworden, dies dürfte jedoch daran liegen, dass gerade das Pfingstwochenende immer mit sehr vielen Open Airs aufwartet und es ein Überangebot an Veranstaltungen gibt.

Der Spielfreude der Bands und der Hörfreude der Fans tut dies jedoch keinen Abbruch. Stromkasten schaffen es, eine sehr intensive Atmosphäre an den Tag zu legen. Musik wie im Fluss und manchmal mit sehr starker Strömung. Wirklich eine tolle Sache hier mit Stromkasten.

In der kurzen Umbauphase unterhalte ich mich mit den Jungs, denen ich das Hoflärm Festival empfehle, welches sie leider noch nicht kennen. Ich spreche sie auch auf die Westerwälder Instrumental Band Sarkh an, die ihnen auch noch unbekannt ist.

Danach geht es mit den Spaniern Toundra weiter, die gerade erst im Januar dieses Jahres ihr neues Album Hex herausgebracht haben, welches über Insideout Music auf CD und Vinyl erschienen ist. Wer mein Review zu Hex gerne mal nachlesen möchte, der kann dies hier tun.

Die 2007 in Madrid gegründete Instrumentalband ist bekannt für ihren außergewöhnlichen Post Rock / Post Metal. Es gibt sogar ein Album der Band mit Gesang. Damit man vom ursprünglichen Konzept nicht abweichen musste, hat man dieses Album mit dem Sänger Niño de Elche unter dem Bandnamen Exquirla veröffentlicht. Heute Abend sind Toundra ohne Gesang. Auf der Bühne da vorne ist es bei dem Quartett doch noch einiges enger geworden. Auch hier sitzt Schlagzeuger Álex Pérez vor dem Hintergrund der Spiegelwand und wird optisch quasi geklont. Die anderen drei Protagonisten stehen etwas tiefer und nach vorne versetzt. Die Gitarristen David López “Macón” und Esteban Girón sind an den äußeren Rändern und Bassist Álex Pérez in der Mitte platziert. Die Setliste beginnt mit Ojo Rojo vom Album IV. Ja, die ersten vier Alben wurden von Toundra einfach nur durchnummeriert. Das diesjährige Album hat zum ersten Mal einen Titel. Mit Watt folgt bereits als nächster Song ein Song vom neuen Album Hex.

Im Mittelpunkt der Setliste steht die Trilogie El Odio, welches ein episches Meisterwerk der Madrilenen darstellt. Der erste Teil von El Odio ist ein wundervoll eindringliches Post Rock Stück. Der zweite Teil wirkt irgendwie leichter, er klingt partiell sogar so, als wären hier folkloristische (Flamenco) Teile eingeflochten. Der dritte Teil kommt dann wesentlich wuchtiger, voller Wut und Unbehagen. Er endet dann wesentlich melodischer und weicher. Man könnte sogar an eine Versöhnung denken. Ein tolles Post Rock / Post Metal Werk der Spanier zum Thema Hass, dessen Liveumsetzung wir hier beiwohnen dürfen.

Danach ist für die Spanier überhaupt kein Halten mehr. Zunächst kommt Esteban Girón beim folgenden Song Magreb von der Bühne und mischt sich mit seiner Gitarre ins Publikum. Da das nicht ohne Weiteres ohne die auf der Bühne befindlichen Pedals geht, werden diese auch vor die Bühne platziert. Auch David López “Macón” ist nicht mehr zu halten und tut es seinem Bandkollegen gleich. Hier ist jetzt riesig Stimmung, ein Konzert, welches die Fans mitreißt. Die Spanier haben das Publikum in der Hand. Zum Abschluss gibt es mit dem Song Bizancio noch einen weiteren Song vom Album II. Danach gibt es mit Cobra und Cielo Negro zwei Zugaben, denen Heike und ich leider nicht mehr komplett beiwohnen können, denn wir müssen noch 130 Kilometer nach Hause fahren, es stehen morgen früh einige Termine an.

Während die Band noch spielt, verabschieden wir uns bei Robert, seiner Frau und ein paar weiteren Leuten. Ich nehme noch eine Flasche Thunder Of Toundra für den Heimweg mit, um diesen tollen Konzertabend mit Toundra ausklingen zu lassen.

Fazit: Mega intimer Konzertabend mit den großartigen und mächtigen Spaniern Toundra, zu dem es auch noch das passende Bier Thunder Of Toundra gab. Toundra dürfen immer gerne wiederkommen. Ich hoffe, dass sie vielleicht noch mal eine Tour mit dem Dr. Caligari Material machen. Die Supporter Stromkasten aus Köln haben mich echt überrascht und es würde mich freuen, auch diese mal wieder zu sehen/hören. Das Lucky’s Luke kann ich als Veranstaltungsort nur empfehlen. Hier herrschte neben dem tollen Ambiente auch ein toller Sound.

Schlagwörter
HexInstrumental RockLucky‘s LukePost MetalPost RockStoner RockStromkastenToundra

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Juergen S.
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