Trans-Siberian Orchestra – Christmas Eve And Other Stories Live In Concert am 18.12.2020

Eine Rock-Oper in den eigenen vier Wänden

Eventname: Trans-Siberian Orchestra – Christmas Eve And Other Stories Live In Concert

Band: Trans-Siberian Orchestra

Ort: Nashville, USA (weltweit)

Datum: 18.12.2020

Kosten: 30,00 USD

Genre: Orchester Rock, Rock, Progressive Rock,

Link: www.trans-siberian.com

Setliste:

  1. An Angel Came Down
  2. O Come All Ye Faithful / O Holy Night
  3. The Prince Of Peace
  4. First Snow
  5. A Mad Russian’s Christmas
  6. Christmas Eve (Sarajevo 12/24) (Savatage cover)
  7. Good King Joy
  8. Ornament
  9. Old City Bar
  10. Promises To Keep
  11. This Christmas Day
  12. An Angel Returned
  13. Epilogue
  14. Wizards In Winter

Dieses Jahr stellt uns alle auf eine harte Probe mit vielen Entbehrungen. Dieses gilt auch für das bombastische Rock Orchester Projekt Trans-Siberian Orchestra, das jedes Jahr zu Weihnachten durch die USA zieht und weltweit ganz spezielle Rockshows serviert. Die Truppe besteht aus Musikern von Savatage und deren Mastermind Paul O’Neill. Ihre Weihnachtstradition wollen sie jedoch nicht ganz brechen und spielen am 18.12.2020 ihr Christmas Eve And Other Stories Live In Concert, welches man das ganze Wochenende im Nachgang noch aufrufen kann. Für 30 USD pro Zugang im Preissegment eher oben anzusiedeln für einen Stream, haben die Protagonisten eine unvergessliche wie qualitativ hochwertige Sause versprochen. Fans müssen somit nicht auf das weihnachtliche Rockspektakel verzichten und Trans-Siberian Orchestra setzen nicht auf eine exklusive Ausstrahlung in ihrer Heimat, sondern lassen alle Anhänger auf diesem Globus dran teilhaben.

Nach wenigen Sekunden spürt man, dass nicht zu viel versprochen wurde. Technisch wurde alles aufgefahren, was geht. Spannende Lichteffekte greifen ineinander, Nebelwolken schwirren umher, die Klänge wabern durch die Luft, während zwischen den Stücken die weihnachtliche Geschichte vorangetrieben wird. Ergreifend wie auflockernd nimmt man diese Phasen zwischen den Songs auf.
Im Gegensatz zu den USA hat das Projekt in Europa nie diesen Stellenwert erreicht, den es verdient hätte. Woran das liegt, könnte das Augenmerk auf die Heimat sein, die von der Supergroup deutlich mehr mit ins Boot geholt und bespielt wird. Unvergesslich bleibt der Silvesterauftritt 2013 am Brandenburger Tor oder der Gig vor fünf Jahren auf dem Wacken.
Was Trans-Siberian Orchestra mit dem Opener An Angel Came Down auffahren, ist ein 1A Auftritt, bei dem nur die euphorischen Fans fehlen. In der geräumigen Halle haben alle Protagonisten genug Platz zur Entfaltung. Mit Social Distancing haben die Musiker eh kein Problem, da sie stets riesige Bühnen zum Leben erwecken O Come All Ye Faithful / O Holy Night The Prince Of Peace bringt die Magie der Vorweihnachtszeit in die Augen und Ohren. Zunächst sehr instrumental gehalten, rollen die Stücke vorsichtig an. First Snow und A Mad Russian’s Christmas setzen weitere positive Akzente. Bei einem Streamevent nicht in den Rahmen einer Live-DVD zu verfallen, ist wirklich nicht einfach. Metallica haben es spannend umgesetzt und auch weitere positive Shows haben uns dieses Jahr noch versüßen können – einer dieser gelungenen Momente ist der heutige Abend. Trans-Siberian Orchestra haben kein Stück an Präsenz verloren und nutzen den ungewohnten Rahmen, um nicht nur ihren Fans einen schönen melodischen wie harmonischen Rockabend zu bescheren. Liebevoll und stets bedacht, dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, lassen sie Ornament und Old City Bar erklingen, bis es langsam schon wieder auf die Zielgerade geht. Mit vierzehn Hymnen und 90 Minuten Spielzeit liegt die Darbietung auch im Umfang im Soll. Mehr geht natürlich aus dem Blick eines Anhängers immer. Das Trio An Angel Returned, Epilogue und Wizards In Winter sorgt für den fulminanten Abschluss. Der vierte Advent sollte ganz im Zeichen der Christmas Eve And Other Stories stehen und da wurde weiß Gott nicht zu viel versprochen.

Kommen wir zum abschließenden Fazit. Die ersten Streams in diesem Jahr waren teilweise sehr platt, aber jeder Anfang ist schwer. Bei dieser Produktion wurde nichts dem Zufall überlassen. Eine aufwendige Kulisse, viele Musiker und eine Idee, die nicht erst gestern geboren wurde, können durch die Bank weg begeistern. Die Protagonisten wissen, was sie da machen, mit der Erfahrung erwartet man eine solche Darbietung. Die neuen äußeren Umstände erfordern jedoch volle Konzentration und einen Auftritt, der von den Zuschauern lebt mit Euphorie zu erfüllen, ist alles andere als eine kleine Herausforderung. Der Preisleistungsfaktor ist noch gegeben, auch wenn der Ticketpreis für den Stream im oberen Regal liegt. Da kommen bislang nicht viele Kollegen dran, die meist im oberen einstelligen bis maximal 20 Euro aufgerufen haben. Ein Teil der Einnahmen des Livestreams wird in alter TSO-Tradition an wohltätige Zwecke gespendet und genau dieser Punkt lässt über den Preis ein zweites Mal hinwegsehen.

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