”Ein Abend – ein voller Erfolg!”

Band: Trivium

Tourtitel: Vengeance Falls over Europe 2014

Location: Essigfabrik, Köln

Homepage: http://www.essig-fabrik.de/

Datum: 09.02.2014

Einlass: 18:00 Uhr / Konzertbeginn: 19:00 Uhr

Kosten: VVK: 25 € zzgl. VVK-Gebühren

Besucher: ca. 1.000 – 2.000 Gäste

Veranstalter: All Areas Entertainment (http://www.allareaevents.com/)

Setlists:

  1. Divinity I (Intro)
  2. Brave This Storm
  3. Like Light to the Flies
  4. No Way to Heal
  5. Strife
  6. Shattering the Skies Above
  7. Through Blood and Dirt and Bone
  8. Of All These Yesterdays
  9. Forsake Not the Dream
  10. A Gunshot to the Head of Trepidation
  11. Becoming the Dragon
  12. Down from the Sky
  13. Shogun
  14. Capsizing The Sea – In Waves
  15. Pull Harder on the Strings of Your Martyr
  16. One Winged Angel

Es ist Sonntag und nach einem harten Umzugswochenende geht es nun mal wieder in die ca. 50 km entfernte Stadt, die für so einige aus unserer Region wohl eher als „Feindesgebiet“ angesehen wird – nach Köln. Doch eines muss man den Kölnern lassen: Sie wissen, wie man die musikalische Kultur fördert. Neben der Livemusichall und dem Underground sind hier noch genug weitere Event-Locations vertreten, um als Standard-Haltestelle für fast jede Deutschlandtour (von egal welcher Band) eine passende Location bieten zu können.

Das heutige Konzert findet in der Essigfabrik statt. Unweit des Hafenbeckens des Kölner Stadtteils Deutz wurde hier bereits für Bands wie Eluveitie, Malrun, Die Apokalyptischen Reiter, Emmure und Suicide Silence die Beleuchtung hochgefahren.

Vor Ort angekommen, fällt mir direkt auf, dass es echt voll sein muss, denn ein freier Parkplatz ist erst mehre hundert Meter hinter der Halle zu finden Dennoch erweist sich das Gelände einer Firma als wunderbarer Aufenthaltsort für mein vierrädriges Automobil.

Am Eingang geht alles gemütlich vonstatten – die obligatorischen Taschenkontrollen gehören ja quasi zu einem Konzert wie das Bier zum Metal. Wer jetzt denkt, dass wenn man es bis hier geschafft hat, sich nun auf das Konzert freuen kann, der hat noch nicht bemerkt, wie voll die Halle wirklich ist. Somit erweist es sich von Vorteil, wenn man größer als 185 cm ist, denn wer weiter nach vorne kommen möchte, der muss sich quasi durchboxen. Selbst der Gang zur Toilette oder zum weiter hinten gelegenen Merchandise-Stand erweist sich als schwierig. Aber naja, wir sind hier schließlich auf einem Metal-Konzert und nicht auf einem Treffen der anonymen imaginären Freunde.

Den Start am heutigen Abend macht die Band Battlecross. Mit ihrer Mischung aus Thrash Metal und Death Metal wissen die Jungs aus Warren (Michigan) dem Publikum einzuheizen. Sicher ist der Posten als Opener nicht immer der leichteste, doch lässt sich nicht verleugnen, dass die gute Stimmung im Publikum gut anzukommen scheint. Songtechnisch bedient man sich größtenteils beim aktuellen Album, so landet mit Force Fed Lies, My Vaccine, Beast, Flesh & Bone und Never Coming Back erstmal alles Nennenswerte der 2013 erschienenen Platte War Of Will auf der Setliste des Abends.

In der kurzen Umbaupause wird der Bühnenbanner mit dem der Band Miss May I getauscht, die folgerichtig nun die Bretter der Essigfabrik betreten. Hier bleibt eigentlich die Überraschung aus, denn zwar bringen die Jungs aus Ohio exakt das mit, was man von ihnen erwartet, doch wirklich überspringen will der Funke nur in die ersten Reihen. Weiter hinten hingegen stehen sich die Zuschauer/Zuhörer eher die Beine in den Bauch und bedienen sich lieber an den beiden Theken, als pro aktiv mit der Band mitzumachen. Aber es ist auch ein Trivium-Abend und keiner, bei dem Miss May I als Headliner angegeben waren.

Gegen 20:30 Uhr startet nun die zweite Umbauphase und neben dem bereits vom Wacken Open Air 2013 bekannten Aufbau stehen nun auf der Bühne zusätzlich zwei ca. fünf Meter hohe Figuren, welche das „T“-Logo der Band darstellen. Dass die Gäste des Abends gut gelaunt sind, wird einem allein deswegen schon klar, weil irgendwie alles gefeiert wird. Erst das Aufhängen des Bühnenbanners und dann noch der Aufbau der besagten „T“s – jedes Mal gibt es tosenden Applaus.

Als es gegen 21:00 Uhr ruhig wird und der Intro-Song Divinity I startet, ist auch dem letzten in der Halle klar, dass nun wohl das Trivium-Konzert beginnt. Bündig an den instrumentalen Intro-Song schließt sich die letzte Singleauskoppelung der Band an. Mit Brave This Storm kommen die vier US-Amerikaner aus Orlando (Florida) auf die Bühne. Als wäre der Song bereits viele Jahre alt, fällt es dem Publikum nicht schwer, den Text mitzusingen – selbst im Pressegraben sind einige mitsingende Fotografen zu finden. Als der erste Song zu Ende geht und die Band mit dem im Jahr 2005 erschienenen Song Like Light To The Flies beginnt, scheint das Publikum erst richtig auszurasten. Egal ob Moshpit oder Crowdsurfer – in Köln wird gefeiert, als wäre der Papst selbst auf der Bühne. So geht es weiter und die Stimmung scheint am Überkochen zu sein. Schade eigentlich, dass man als Fotograf und Pressemitarbeiter nach dem vierten Song nach draußen geleitet wird. Also schnell die Kamera ins Auto und ab zurück in die Essigfabrik. Bei den Songs bleiben Trivium weiter vor allem bei den letzten beiden Releases Vengeance Falls und In Waves, was bei einer Tour, die den Namen Vengeance Falls – Over Europe 2014 trägt, auch nicht verwundert. Doch auch die eingefleischten Fans scheinen von den neuen Alben angetan zu sein, so sehe ich so gut wie keinen in der Menge, der nicht zu Strife oder meinem Lieblingssong des letzten Albums Through Blood And Dirt And Bone seinen Kopf im Takt mitbewegt.
Doch damit auch die alten Eisen auf ihre Kosten kommen, hat man sich auf Seiten der Setlistschreiber zumindest ein paar Gedanken gemacht und neben dem eben bereits erwähnten Like Light To The Flies auch Songs von Ascendancy (Release: 2005; Pull Harder on the Strings of Your Martyr, A Gunshot the The Head Of Trepi), Crusade (Release: 2006; Becoming The Dragon) und dem 2008 erschienenen Shogun (Shogun) bedient.

Fazit: Was für ein erfolgreicher Abend. Wenn man überlegt, dass Trivium mit einer fünfzehn Song starken Setlist nach Köln gereist sind, kommt mir das Konzert irgendwie relative knapp vor. Sicher hätte man noch weitere Songs spielen können, doch wenn ich jetzt jammere, dann ist das auf einem extrem hohen Niveau, denn gefehlt hat eigentlich garnichts. Da die Tour unter dem Stern des aktuellen Releases Vengeance Falls stand, war ja auch klar, dass man viel von diesem echt genialen Album spielen würde. Bemerkenswert ist, dass vor allem der Sound und das Licht in der Essigfabrik enorm gut gewesen sind und dass, obwohl die Lichtshow wenig Überraschungen geboten hat. Also für 25,00 € kann man eigentlich nicht viel mehr erwarten – der Abend war ein voller Erfolg.

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