Trollfest – Kaptein Kaos

“Party, Party, Party!“


Artist: Trollfest

Herkunft: Norwegen

Album: Kaptein Kaos

Spiellänge: 50:02 Minuten

Genre: Folk Metal, Humppa Metal, Rock

Release: 28.03.2014

Label: Noise Art Records

Link: https://www.facebook.com/trollfestofficial/info

Klingt wie: altes Fintroll und Korpiklaani

Bandmitglieder:

Gesang – Trollmannen
Gitarre – Mr. Seidel
Gitarre – Dr. Leif Kjønnsfleis
Bass – Lodd Bolt
Akkordeon – Manskow
Saxophon – Drekka Dag
Schlagzeug – Trollbank

Tracklist:

  1. Trolltramp‘
  2. Kaptein Kaos
  3. Vulkan
  4. Ave Maria
  5. Filzlaus Verkündiger
  6. Die Grosse Echsen
  7. Seduction suit no.21
  8. Solskinnsmedisin
  9. Troll Gegen Mann
  10. Sagn Om Stein
  11. Renkespill
  12. Kinesisk Alkymi
  13. Døden banker på

Trollfest-Kaptein-Kaos-cover

Wie die Zeit vergeht, gestern waren Trollfest noch aufstrebende Newcomer. Mit ihrem nunmehr sechsten Studioalbum Kaptein Kaos gehören sie mittlerweile zur eingefleischten Szene und schlagen sich regelmäßig um die Gunst der Fans mit Genre Kollegen von Fintroll oder Korpiklaani. Wie der Werdegang von Trollfest auf Kaptein Kaos gestaltet ist, welches seit Ende März zu erwerben ist, werdet ihr in den nächsten 13 Songs erfahren.

Im Vordergrund steht bei den Skandinaviern natürlich Spaß ohne Ende und permanentes Partyfeeling, welches auf nordische Weise veredelt wird. Lockere Humpa-Klänge wie man sie früher von Finntroll kannte, gehen schnell ins Ohr, doch der Überraschungseffekt ist beim sechsten Langeisen natürlich verpufft. Jetzt kommt es drauf an, dass Trollest auch nachhaltig begeistern können. Damit tun sie sich jedoch leider schwer, Kaptein Kaos eine völlig akzeptable Nummer, startet das Album erfolgreich. Nicht lange braucht man, um beim Titeltrack mit dem Kopf zu nicken, da die Riffs wirklich eingängig sind und sich der Refrain schnell in den Schädel frisst. Bei Vulkan wird noch mal ordentlich auf die Kacke gehauen – Highspeed Humpa ergießt sich unweigerlich über dem Konsumenten, der mit der Darbietung zufrieden sein dürfte, auch wenn die frühere Spritzigkeit verklungen ist. Gesanglich bleiben Trollfest sehr flexibel und abwechslungsreich und auch die breitaufgestellte instrumentale Front beschert den Norwegern einen dichten Sound, der bei aufgedrehten Boxen ordentlich Druck in die Bude bringt. Leicht konfuses Songwriting sorgt in einigen Passagen für unkonventionelle Klänge, im Großen und Ganzen bleibt die Musik aber berechnend. Deutsche Titel mischen sich heimlich in die Tracklist – so kann man Songs wie Die Grosse Echsen oder Troll Gegen Mann zwischen norwegischen und englischen Tracks entdecken. Einen sehr kräftigen Folk Anstrich hat Sagn Om Stein abbekommen und macht dem True Norwegian Balkan Metal alle Ehre. Mit Kinesisk Alkymi driften Trollfest in leicht asiatische Rhythmen ab, ein gewagter Ausflug, der kleine Fragen offen lässt. Gleiches gilt für Happy Party Beach Musik, die vielleicht dann doch einen Hauch zu weit vom Thema abweicht.

Fazit: Wo Trollfest früher noch für offene Münder gesorgt haben, bleiben diese jetzt nicht mehr sprachlos offen stehen. Kaptein Kaos ist weiß Gott nicht schlecht, hat aber das Killer Gen aus den Augen verloren. Live dürfte der neue Stoff gleichermaßen gut wie der alte ankommen. Trollfest sind halt eine Party-Maschine, die man am besten bei einem kalten, alkoholischen Erfrischungsgetränk seiner Wahl auf einem Open Air im Sonnenschein genießen kann. Anspieltipps: Kaptein Kaos, Sagn Om Stein und Die Grosse Echsen
Rene W.
7.2
7.2
Podcast
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