Uncreation im Interview

Artist: Uncreation

Genre: Death Metal

Label: keins vorhanden

Bandmitglieder:

Gesang – André
Gitarre – Florian
Gitarre – Holger
Bass – Christopher
Schlagzeug – Tobias

Time for Metal / Hellania:
Ein herzliches „Hallo“ an Uncreation! Ich freue mich, dass ihr euch Zeit genommen habt, um mir ein paar Fragen zu beantworten! Ich habe ja ebenfalls das Review zu eurem Album Burning Blood geschrieben und natürlich interessiert mich vorab, wie ihr auf das imposante Cover gekommen seid.

Uncreation / André:
Wie wir im Endeffekt auf die Idee gekommen sind ist bei weitem weniger interessant als die eigentliche Entstehung des Artworks. Konkrete Vorstellungen des Motives kamen bei einem gemeinsamen Brainstorming im Proberaum auf. Fünf Mucker, die sich mit einem Kasten Bier zusammensetzen und einfach Ideen raushauen, bis sich etwas herauskristallisiert, womit sich alle anfreunden können. Natürlich mit dem Leitfaden Burning Blood um eine Parallele zu dem Albumtitel aufzubauen. Das finale Cover zu entwerfen war dann das eigentliche Hindernis. Zuerst wollten wir mit Pär Olofsson, einem genialen schwedischen Designer, der sich auf das Digital Painting spezialisiert hat, arbeiten, aber nach einigem Hin und Her musste er uns leider absagen, da er uns kein Produkt in dem engen Zeitrahmen entwerfen konnte. Danach sind wir mehrere Entwürfe mit einem britischen Designer durchgegangen, der auch mit einem Model seiner Wahl gearbeitet hat und schon für viele namenhafte Bands tolle Cover gezaubert hat. Leider konnten wir künstlerisch nie auf einen Nenner kommen, sodass wir letztendlich beschlossen, uns noch einmal nach einem neuen Künstler umzusehen. Zu guter Letzt kamen wir auf die naheliegenste Idee und haben mit unserer Fotografin Jessica Prautzsch von Eyecatcher Labs zusammengearbeitet. Wie sich herausgestellt hat hätten wir das schon von vornherein tun sollen, denn das was sie uns entworfen hat trifft einfach genau den Nerv, den wir treffen wollten.
 
Time for Metal / Hellania:
Ihr habt Höchstpunktzahl für das Album erhalten. Wart ihr überrascht? Wie war die Reaktion in der Band?

Uncreation / André:
Wir haben ja unterm Strich einige gute Reviews bekommen, aber die volle Punktzahl haben wir für das Album bislang nur zweimal gekriegt. Das ist natürlich ein großer Grund zur Freude für jeden in der Band. Zumal die wenigsten Rezensenten sich trauen mit dem Maximum zu bewerten. Das heben sich viele für das Non-Plus-Ultra-Album auf, dass wahrscheinlich niemals erscheint.
 
Time for Metal / Hellania:
Ihr habt das Album ja in Eigenproduktion aufgenommen. Nach welchen Kriterien habt ihr das Studio ausgewählt und wie seid ihr an die Produktion herangegangen?

Uncreation / André:
Unser Ziel war es, trotz des logischerweise limitierten Budgets unserer Eigenproduktion keine Kompromisse bei der Qualität der Aufnahmen einzugehen. Daher haben wir die Drums in den Downstroke Labs, einem Hamburger Studio, aufgenommen, wo die nötigen technischen Voraussetzungen, hochwertige Mikrofone sowie akustisch optimale Räumlichkeiten vorhanden waren. Der Rest lief im wörtlichen Sinne in Eigenproduktion ab, und wir haben teilweise recht viel ausprobieren müssen, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren. Wir wollten z.B. anfangs die E-Gitarren und den Bass in traditioneller Methode in unserem alten Probenraum aufnehmen. Nach tagelangem Experimentieren mit verschiedenen Boxen, Mikrofonen und Sounds stellten wir aber fest, dass uns zum einen die Aufnahmequalität nicht ausreichte, und wir zum anderen dadurch für normale Proben in dem Raum zu sehr eingeschränkt wurden. Daraufhin beschäftigen wir uns mit neuen, digitalen Aufnahmetechniken wie DI-Recording und Reamping, und nahmen diese Instrumente letztendlich in Holgers Homestudio auf. Nach und nach wurde dann der Rest des Albums eingespielt, bis wir mit der Performance und dem Sound so glücklich waren, dass wir das Material zu Dan Swanö nach Schweden schicken konnten, um es ihn mixen und mastern zu lassen.
Der Großteil der restlichen Recordings, also auch der Gesang und die verschiedenen Akustikgitarren, wurde in den Räumen des ehemaligen Qiu-Media Studios aufgenommen. Das war äußerst praktisch für uns, weil das Studio Teil unseres aktuellen Proberaumes ist. Das gab uns natürlich ultimativen Freiraum in der Zeiteinteilung und sorgte auch dafür, dass wir uns insgesamt mehr Zeit nehmen konnten, als es in einem Studio, das pro Tag abrechnet, möglich gewesen wäre. Somit brauchen wir bei der Performance keinerlei Kompromisse aus Kostengründen einzugehen, was dem Endergebnis sicherlich sehr zugute kam.
 
Time for Metal / Hellania:
Ganz im Zeichen des Covers gestaltet sich auch eure Musik. Wolltet ihr schon immer Death Metal machen oder gab es anfänglich andere Richtungen, die ihr beschreiten wolltet?

Uncreation / André:
Uncreation ist ursprünglich aus dem Projekt Arc of Death entstanden. Die Band spaltete sich in zwei neue: Devastator, die sich dem Brutal Tech Death gewidmet haben. Die Jungs machen übrigens immer noch geile Musik. Kann ich nur jedem wärmstens empfehlen. Und die andere Band waren wir, von vornherein mit dem Ziel modernen, harten Melodic Death Metal zu spielen. Insofern hat sich an unseren Ambitionen wenig verändert, der Sound und die Musik an sich aber natürlich schon.

 

Time for Metal / Hellania:
Wie hat sich euer Death Metal entwickelt, gibt es Vorbilder, die euch beeinflusst haben?

Uncreation / André:
Wie bei den meisten Bands, die sich jung zusammentun, wurde unsere Musik und Kreativität natürlich anfangs hauptsächlich von unseren musikalischen Fähigkeiten begrenzt. Mit der Zeit haben wir aber gigantische Schritte an unseren Instrumenten und der Technik unternommen und jeder Musiker wird ja laufend neu beeinflusst, womit diese Einflüsse permanent ihren Weg in die Band und unsere Musik finden. Wirkliche Vorbilder kann man allerdings nicht nennen. Das sieht man schon daran, dass es kaum einen Künstler im Metal oder auch in anderen Genres gibt, der uns alle fasziniert. Unterm Strich sind wir also fünf Musiker, die separat aus allen Richtungen beeinflusst werden und versuchen unbeeinflusste Musik zu machen. Kein leichtes Vorhaben, was schon deutlich wird, wenn man sieht mit wie vielen Bands wir verglichen werden.

 

Time for Metal / Hellania:
Wie sieht eure weitere Planung aus? Ist ein neues Album in Arbeit? Wird es stilgetreu sein oder habt ihr noch andere Ideen für die Zukunft?

Uncreation / André:
Das Songwriting für unser zweites Album läuft momentan auf Hochtouren. Genug Material für unser zweites Album werden wir Anfang 2012 sicher zusammen haben, nur wie wir dieses Mal an die Produktion der CD herangehen werden, wissen wir noch nicht. Nach Burning Blood haben wir uns eigentlich vorgenommen den nächsten Langspieler in Zusammenarbeit mit einem Label aufzunehmen. Leider haben wir bislang noch nicht die richtige Plattenfirma finden können. Das ändert sich hoffentlich möglichst bald. Natürlich haben wir reichlich neue Ideen für das neue Album, denn wir wollen uns weiterentwickeln und Burning Blood gibt es ja nun schon. Ein Stilbruch ist aber definitiv nicht zu befürchten. Was wir bisher an Material zusammengetragen haben gibt uns jedenfalls große Zuversicht, dass Fans von Burning Blood auch mit dem neuen Album etwas anfangen können werden.

 

Time for Metal / Hellania:
Dürfen sich eure Fans verstärkt auf Live-Auftritte freuen? Oder habt ihr sogar vor, euch in einem größeren Rahmen zu präsentieren?

Uncreation / André:
Die Live-Auftritte werden mit Beginn des nächsten Jahres wieder kommen und dann hoffentlich zahlreicher und weniger regional beschränkt. Unser Ziel ist es, hier mit einer Booking-Agentur zusammenzuarbeiten, die unsere Live-Wut befriedigen kann. Wir wollen definitiv diesen ‚größeren Rahmen‘ erreichen, möglichst ohne einen norddeutschen Schwerpunkt. Wir wollen überall auftreten, gerade auch vor Leuten, die uns noch nie gesehen haben, um eine breitere Masse an Menschen zu erreichen. Das sind Themen an denen wir auf Hochtouren arbeiten und wenn wir da etwas Handfestes vorzuweisen haben, werden unsere Fans das auch sofort mitbekommen.
 
Time for Metal / Hellania:
Mit welcher Band würdet ihr gerne mal die Bühne rocken? Gibt es da einen speziellen Favoriten?

Uncreation / André:
Da gibt es viele, alleine schon, weil wir ja alle verschiedenen Favoriten haben und sowieso, bescheiden wie wir sind, auf jeder Bühne dieser Welt spielen wollen. Bis vor kurzen war ein Favorit sicherlich Opeth als Koryphäe in unseren Genres, aber das Ziel rückt mit dem musikalischen Wandel, den Akerfeld und Co momentan durchmachen, immer mehr ins Unwahrscheinliche. Neuer, musikalisch besser passender, Favorit wäre wohl Gojira. Was die Jungs auf der Bühne bieten ist schon ganz weit vorn.
 
Time for Metal / Hellania:
Derzeit gibt es viele Internetportale wie Facebook oder MySpace. Nutzt ihr diese ebenfalls, um die Fans „up to date“ zu halten oder auch um eure Musik besser vermarkten zu können?

Uncreation / André:
Auf jeden Fall. Um seine Musik an die Leute zu bringen kann man nicht mehr auf Facebook und Youtube verzichten. MySpace wiederum hat sich bekanntlicher Weise selbst zu Grunde gerichtet. Das Portal kann man aus unserer Sicht inzwischen vernachlässigen, was wir dementsprechend auch tun, und uns auf die relevanten Plattformen konzentrieren.
Vor allem die internationale Akzeptanz steigt ungemein durch das Medium Internet. Wie hätten wir ohne Youtube etc. Menschen in Amerika, Indonesien oder Japan für uns begeistern können? Vor allem ohne ein großes Label, das uns international promotet.

 

Time for Metal / Hellania:
Gibt es abschließend noch etwas, was ihr unseren Lesern sagen wollt?

Uncreation / André:
Auf jeden Fall. Mädels und Jungs, die ihr uns noch nicht kennt: Zieht euch mal ein paar Lieder rein und bleibt über Facebook etc. auf dem Laufenden. An alle anderen: Macht weiter so!

 

Time for Metal / Hellania:
Ich danke euch noch einmal für die Zeit und wünsche euch das Beste für die Zukunft! Viel Erfolg bei den nächsten Produktionen und Spaß bei den Auftritten!

Uncreation / André:
Und danke dir für das schöne Interview und viele Grüße an die Time for Metal-Crew.

MFG
André Emme

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