Verderver - Artfremd

Verderver veröffentlichen neue Single „Artfremd“ samt Video

Lange war es ruhig um das Cottbuser Quartett Verderver. Zuletzt konnten wir im November 2016 von Glönn, Vincent, Sebastian und Toni berichten, als sie ihre Single Gebrauchswert unters Volk streuten. Abgesehen von einem Auftritt bei der Doux Release-Party diesen Juni in Frankfurt am Main und vereinzelten Shows 2018 passierte aus diversen Gründen leider nicht viel. Das könnte sich bald ändern, denn mit Artfremd kommt nun endlich neues Material, das nicht nur eine akustische, sondern auch visuelle Rückkehr markiert.

Über 05:10 Min. prügeln sich die Herrschaften unter Zeilen wie „Jeder ist nichts. Jeder ist alles.“ durch unterschiedlichste musikalische Vegetationszonen, in denen mal wüstentrockene Screams regieren, mal Blastbeat-Attacken und moorschwarze Growls die Szene zersumpfen.

Dies ist der emotionale Gesangspart, der die Stimmung auf eine neue Ebene hebt.“ singt Sebastian Igrim, von dem man bisher nur grelle Screams oder tiefe Growls kannte in einem überraschend harmonischen Moment selbstironisch. Auf jenen Part folgt dann plötzlich eine disharmonische techno-esque Autoscooter-Metalpassage, die mit einem Pantera-ähnlichen Riff gespickt mit C64 Summer Games-Synthies abgerundet wird. Was ist hier gerade passiert? Vielleicht finde ich Orientierung im dazugehörigen Bewegtbild.

Das Video zu Artfremd

Das zutreffend verstörende Video entstammt der Feder von Gitarrist Glönn (aka Glenn Buchholz) und wurde filmisch vom zweiten Gitarristen Vincent (aka vollvincent aka Vincent Grundke) umgesetzt. Fabian Willi Simon übernahm die Drohnenaufnahmen.

Die künstlerische Darbietung der Hauptdarstellerin Josephine Roigk sei hier explizit hervorgehoben, die sich eingangs alleine in einer Art Anstalt befindet, aus diversen Utensilien einen schwarzen Brei zusammenrührt und Einzelteile zu etwas Undefinierbarem zusammenfügt. Anschließend holen sie Visionen heim und sie fällt in einen (Alb)Traum. Vier Wesen, geschaffen aus dem, was sie in der Realität sammelte und kombinierte begleiten sie und tragen sie auf einem Stuhl – deutlich glücklicher als vorher erscheinend – davon. Sie erwacht und beschwört die offensichtlichen Puppen, die alsdann ihren Weg in die Realität finden, sie aber entgegen aller vorheriger Freundlichkeit brutal wegstoßen.

An diesem Punkt erscheinen Verderver und machen kurzen Prozess mit den schwarzen Wesen. Ob sie Erfolg haben, ob sich die Protagonistin mit Cupcakes und Mandelmilch-Kakao bedankt und ob eure Hirnwindungen und Sehnerven sich jemals wieder vom Status der im Video zu sehenden verhedderten Tonbänder befreien können…diese Antworten kann vielleicht die kleine schwarze Pyramide geben, nach der ihr die Vier sicher auf einer der kommenden Shows fragen könnt.

Besucht Verderver auf Facebook und ihrer Bandcamp-Seite. Dort gibt es neben Show-Ankündigungen sicher auch bald Neuigkeiten zu weiteren Releases.

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