We Own The Night Tour – Dirty D’Sire und Support am 21.07.2017 im Magnapop, Krefeld

“Ein Wiedersehen mit alten Bekannten“

Eventname: We Own The Night Tour

Headliner: Dirty D’Sire

Vorbands: Impulsiv, Gina Goes Wild

Ort:
Magnapop, Krefeld

Datum: 21.07.2017

Kosten: 10,00€

Genre: Grunge, Metalcore, Trancecore, Alternative Metal

Besucher: ca. 100 Besucher

Veranstalter: Pottrocka (https://www.facebook.com/Pottrocka/)

Link: https://www.facebook.com/events/247346652394788/

Setlisten:

 

  1. Firma
  2. Jenseits
  3. Mein bester Feind
  4. Maskulin
  5. Lyrica
  6. Alter Ego
  7. Tu es
  8. Autophobie

  1. Intro
  2. Welcome To My Town
  3. Rhythm Of The Beat
  4. Venom Is Bliss
  5. Black Snow
  6. Holy Youth
  7. Around The World

  1. Intro
  2. Someone
  3. Home Again
  4. This Is Goodbye
  5. Dead On The Inside
  6. Better Off Alone
  7. Bright Light
  8. We Own The Night
  9. Catch Me
  10. Deep Red Lips
  11. Can You Hear Me
  12. Sorry For The Mess
  13. You Want Me To Lose
  14. Just A Lie
  15. When It’s Me & You

Zugabe:

  1. Hurricane
  2. Not Even In Your Dreams
  3. Don’t Be So Shy

 

Vor genau einer Woche, nämlich am 14.07., erschien das Debütalbum We Own The Night von Dirty D’Sire, und jetzt starten die Jungs ihre erste Headliner-Tour. Das Gaspedal bleibt also weiter durchgedrückt, acht Shows sollen bis Ende August gespielt werden, und die Route führt so ziemlich in jede Region Deutschlands. Heute ist Tourstart in Krefeld, und als ich nach Einlass den Innenhof betrete, sehe ich auch schon Jean und die Jungs von Gina Goes Wild, die in einen sehr entspannten Plausch vertieft sind. Da setze ich mich doch gern dazu, und obwohl die Show erst um 21:00 Uhr beginnt, vergehen die knapp zwei Stunden bis zum Start doch sehr kurzweilig.

Auch die Jungs von Impulsiv sind natürlich schon weit vor Showbeginn vor und im Magnapop unterwegs. Ich hatte sie vor einigen Jahren schon beim SPH-Bandcontest in Duisburg gesehen, sie dann aber aus den Augen verloren, da Grunge nicht unbedingt das ist, was ich regelmäßig höre. Jetzt bin ich also sehr gespannt, was sich in der Zwischenzeit bei der Duisburger Band getan hat. Zunächst einmal treibt mir das Shirt von Schlagzeuger Fabian ein Grinsen aufs Gesicht, prangt da doch der Name einer der Grunge-Ikonen schlechthin, darunter ein Smilie. Über so viel Charisma wie Kurt Cobain (R.I.P.) verfügt Sänger und Gitarrist Valerian nicht, aber das soll sicherlich auch nicht der Anspruch sein. Mit ihren deutschsprachigen Songs haben Impulsiv eine Menge zu sagen, und wenn ich heute den direkten Vergleich ziehe, hat die Band schon eine beeindruckende Entwicklung genommen. Für einige Lacher sorgt Bassist Philipp, der der Setliste ein wenig voraus ist und einen Song spielen will, der noch gar nicht dran ist. Dann ist es aber soweit, er darf Tu es ansagen und kriegt dafür auch einen extra Applaus. Jetzt geht es mal was heftiger zur Sache, auch Autophobie legt einen Zahn zu, aber dann ist der erste Auftritt an diesem Abend auch schon vorbei und Impulsiv räumen unter mehr als freundlichem Applaus die Bühne.

Impulsiv @ We Own The Night Tour 2017 07 21

Ein paar Utensilien hatten Gina Goes Wild vorher schon auf der Bühne platziert, aber die von innen beleuchteten Egoriser müssen noch startklar gemacht werden, hier wird jede helfende Hand gebraucht. Trotz der sehr gut funktionierenden Lüftungsanlage im Magnapop rinnen da schon die ersten Schweißtropfen, und mir ist ein wenig bange um die Neonschminke, die die Jungs schon aufgelegt haben. Aber die Sorge ist unbegründet, nach dem Soundcheck wird das Intro gestartet und die fünf versammeln sich vor der Bühne. Wieder einmal schallen die Klänge des Dancefloor-Klassikers Insomnia von Faithless aus den Boxen, bevor Gina Goes Wild sich aufbauen und dann eine sehens- und hörenswerte Show liefern. Hat man ihnen im Mai als Support von Groovenom schon angemerkt, dass sie zum Tourende hin ziemlich angeschlagen waren, sind sie heute auf den Punkt genau topfit und haben sich einiges einfallen lassen, um uns auf Trab zu halten. Als wären die mitreißenden Songs der selbstbetitelten Debüt-EP noch nicht energiegeladen genug, halten Gina Goes Wild uns mit kleinen sportlichen Spielchen auf Trab, und sorgen mit Wasserfontänen aus der mitgebrachten Pumpgun und flirrendem Konfetti, das von Felix abgeschossen wird, ab Trab. Das neue Album ist schon in Arbeit, eine Kostprobe davon gibt es heute auch auf die Ohren, aber den Abschluss bildet ein weiterer Klassiker. Fröhlich singt auch heute der Großteil der Anwesenden beim Song Around The World, mit dem die Band ATC im Jahr 2000 für einen Ohrwurm sorgte, mit, und mittlerweile wundere ich mich nicht mehr darüber, dass Metalheads hier so textsicher sind 😀

Gina Goes Wild @ We Own The Night Tour 2017 07 21

Haben sich die Jungs von Dirty D’Sire das Treiben der anderen Bands noch sehr entspannt angeschaut, ist es jetzt soweit, und sie dürfen selbst ran. Aber bevor sie auf die Bühne kommen, wird der komplette Song In The End von Linkin Park eingespielt. Deren Frontmann Chester Bennington hatte sich ja genau einen Tag zuvor das Leben genommen (R.I.P.), und die Nachricht über seinen Tod hat natürlich alle in Bestürzung versetzt, egal, ob man mit der neuen musikalischen Ausrichtung von Linkin Park einverstanden war oder nicht. Aber dann geht es los, und mit dem zweiten Track des Albums We Own The Night, nämlich Someone, starten Dirty D’Sire ihre Show, die mir mehr als nur einmal ein anerkennendes Kopfnicken entlockt. Bislang habe ich die vier Jungs ja „nur“ als Support für andere Bands erlebt, aber mit ihrer ersten Headlinershow und einer entsprechend vollen Setliste, die tatsächlich alle Songs vom Album We Own The Night umfasst, zeigen sie, dass sie den Headliner-Status problemlos ausfüllen können. Auch wenn die Veröffentlichung des Albums ja nur eine Woche zurückliegt, erweisen sich viele Fans schon als außerordentlich textsicher, und die lauten Mitsingchöre entlocken den Jungs auf der Bühne doch das eine oder andere Lächeln. Bei den Songs von Dirty D’Sire kann man ja nur lächeln, auch wenn sie teilweise nicht ganz so fröhliche Themen behandeln. Darauf weist Rob Lee auch hin, als er den Song Bright Light ankündigt, in dem es um die schlimme Krankheit Depression geht, unter der ja auch Chester Bennington seit vielen Jahren litt. Damit wäre dann noch in der ersten Hälfte der Show von Dirty D’Sire der Bogen zum Beginn der Show geschlagen, aber es geht natürlich noch weiter. Auch wenn es nicht nötig wäre, denn es gibt hier niemanden, der nicht begeistert ist, wissen auch Dirty D’Sire, uns immer wieder aufs Neue anzusprechen, abzuholen und mit einzubinden. Dafür eignen sich ja besonders Singalong-Spielchen, und man kann das Publikum natürlich in alle möglichen Grüppchen einteilen. Neben links und rechts oder Männlein und Weiblein geht auch vorn und hinten. Die „ganz hinten an der Bar“ schneiden dabei aber denkbar schlecht ab, was in Abwandlung des ursprünglichen Satzes mit einem gesungenen „das war nix“ quittiert wird und für laute Lacher sorgt. Zu schon ziemlich fortgeschrittener Stunde ist mit When It’s Me & You zunächst mal der letzte Song der regulären Setliste, die auch auf Songs der Debüt-EP Hurricane zurückgreift, gespielt, aber natürlich kommen Dirty D’Sire hier ohne Zugabe nicht raus. Auch sie können mit einem Song aufwarten, der normalerweise eher die Tanzflächen füllt. Es handelt sich dabei um die sehr gelungene Coverversion des Songs Don’t Be So Shy der französischen Sängerin Imany, wobei es der Remix von Filatov & Karas war, der sich zu einem der Sommerhits des vergangenen Jahres gemausert hatte. Heute sorgt die Dirty D’Sire-Version für einen fulminanten Abschluss.

Dirty D’Sire @ We Own The Night Tour 2017 07 21

Danach ist aber lange noch nicht Feierabend, die Mitglieder aller Bands sind noch drinnen oder draußen anzutreffen und lassen sich gern bei einem leckeren Kaltgetränk in Gespräche verwickeln. Komplimente werden natürlich ebenfalls gern entgegengenommen, und die kann ich heute allen drei Bands aussprechen.

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