Winter’s Gate European Tour 2017 – Insomnium & Support am 11.01.2017 in der Matrix, Bochum

“Ein (fast) finnischer Abend“

Eventname: Winter’s Gate European Tour 2017

Headliner: Insomnium

Vorbands: Wolfheart, Barren Earth

Ort:
Matrix, Bochum

Datum: 11.01.2017

Kosten: 25,00€ VK, 29,00€ AK

Genre: Melodic Death Metal

Besucher: ca. 400 Besucher

Veranstalter: Continental Concerts & Management GmbH (https://www.facebook.com/continentalconcerts/)

Link: https://www.facebook.com/events/299398647073784/

Setlisten:

 

[cbtabs][cbtab title=“Wolfheart“]

  1. The Hunt
  2. Strength And Valor
  3. Abyss
  4. Boneyard
  5. Gale Of Winter
  6. Zero Gravity
  7. Routa Part 2

[/cbtab][cbtab title=“Barren Earth“]

  1. Forlorn Waves
  2. Flicker
  3. A Shapeless Derelict
  4. The Leer
  5. Dead Exiles
  6. On Lonely Towers

[/cbtab][cbtab title=“Insomnium“]

  1. Winter’s Gate
  2. Mortal Share
  3. While We Sleep
  4. Bereavement
  5. Change Of Heart
  6. Only One Who Waits
  7. The Promethean Song
    Zugaben:
  8. Equivalence
  9. Down With The Sun
  10. Weighed Down With Sorrow

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Wieder einmal entfliehen skandinavische Bands dem dunklen Winter in ihrer Heimat und sind im Rest Europas unterwegs, um ihre Fans ein wenig an der Kälte teilhaben zu lassen, die Nordeuropa im Moment fest im Griff hat. Heute startet die Winter’s Gate European Tour 2017, während der die finnische Band Insomnium ihr letztes Album Winter’s Gate in voller Länge, aber natürlich auch ältere  Songs aus der umfangreichen Discographie, präsentieren will. Verstärkung bekommt sie dabei von Wolfheart und Barren Earth.

Natürlich sind heute die meisten Besucher für Insomnium gekommen, mich wundert aber trotzdem, dass der Beifall, als die Jungs von Wolfheart die Bühne betreten, nur eher verhalten ist. Mit dem Bandgründer und – meiner Meinung nach – musikalischem Genie Tuomas Saukkonen an der Spitze haben Wolfheart in 2013 und 2015 mit Winterborn und Shadow World grandiose Werke veröffentlicht, das neue Album Tyhiyys steht ebenfalls bereits in den Startlöchern. Wie ich aber aus einigen Gesprächen mit Besuchern erfahren habe, ist Wolfheart immer noch ziemlich unbekannt, und es gab nur wenige, die vorher schon von den Finnen bzw. auch überhaupt von den musikalischen Aktivitäten von Tuomas gehört hatten. Mit ihrer sehr energiegeladenen Show und ihren Songs spielen sich die vier Männer allerdings heute in sehr viele Herzen und präsentieren mit Boneyard sogar einen Song vom anstehenden Album Tyhiyys. Dabei ist Tuomas nicht der große Redner, aber die Spielzeit der ersten Supportband des heutigen Abends ist natürlich sehr beschränkt, und so lässt er lieber seine Musik sprechen. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben sollten, erwähnt er dann nach einigen Songs, dass man Wolfheart sei, aus Finnland komme und sich freue, die „mighty Insomnium“ auf ihrer Tour supporten zu können. Leadgitarrist Mika und Bassist Lauri lassen fleißig ihre Schädel kreiseln, recken ihre Saiteninstrumente in die Höhe oder feuern das Publikum an. Auch Schlagzeuger Joonas ist nicht nur mit Händen und Füßen aktiv, bei seinem Gekreisel befürchte ich manchmal, dass gleich sein Kopf abfällt 😀 Da ich persönlich Wolfheart, wie auch den Vorläufer Before The Dawn und die anderen musikalischen „Projekte“ von Tuomas heiß und innig liebe, ist mir der Auftritt natürlich viel zu kurz, aber es warten ja noch zwei Bands. Also ab in die erste Umbaupause.

Wolfheart @ Winter’s Gate European Tour 2017 01 11

Dank der vielen fleißigen Menschen, die jetzt auch ein Keyboard auf die Bühne tragen, ist diese Umbaupause erfreulich kurz, und da wird auch schon das Zeichen an Licht- und Tontechniker gegeben, dass es weitergehen kann. Von der Band Barren Earth hatte ich bislang nicht allzu viel gehört, das soll sich aber heute Abend ändern, denn die Setlist der sechs Männer ist doch gleich um einiges länger, was allerdings nur der Spielzeit der einzelnen Songs geschuldet ist, und es wird auch um einiges progressiver. Auch Frontmann Jón ist nicht der große Redner, stellt nur kurz die Band vor und erwähnt dabei, dass er der einzige sei, der nicht aus Finnland, sondern von den Färöer-Inseln stammt. In diesem Jahr kann die Band ihr zehnjähriges Bestehen feiern, aber mit Veröffentlichungen lässt man sich die nötige Zeit. Bislang sind drei Full-Length-Alben erschienen, die in der Setlist von Barren Earth auch entsprechend berücksichtigt werden. Auch Barren Earth nutzen den Raum auf der Bühne aus, die drei Männer von der Saitenfraktion wechseln die Plätze, steigen auf die Boxen, stehen sich zum Duell gegenüber oder nebeneinander, mal vorn mal hinten. Bei den längeren Instrumentalpassagen ist Frontmann Jón dann auch mal hinter der Bühne verschwunden und überlässt das Feld seinen Kollegen, aber wenn er dran ist, ist er absolut präsent und geht in Songs wie Flicker oder Dead Exiles vollkommen auf. Die Wechsel vom Klargesang zu den Growls und wieder zurück absolviert er natürlich mit Bravour, und es ist sehr beeindruckend, ihm bei seinem Auftritt zuzuschauen. Aber auch der geht natürlich irgendwann mal zu Ende, und wie ich es schon bei vielen anderen Shows erlebt habe, findet schon in der Umbaupause so eine Art „Völkerwanderung“ statt. Direkt vor der Bühne wird es voller, alle stehen etwas enger zusammen, denn viele wollen dem Headliner des heutigen Abends so nahe wie möglich sein.

Barren Earth @ Winter’s Gate European Tour 2017 01 11

Leider, zumindest für uns Fotografen im Graben, wird aber erst mal die Nebelmaschine in Gang gesetzt. Diese läuft scheinbar unter Volllast, denn dass Drummer Markus seinen Platz einnimmt, kann man nur erahnen. Das Intro kündigt es aber an, und da kommen auch die drei restlichen Mitglieder von Insomnium auf die Bühne, ein kurzer Gruß in die Menge und los geht es mit dem letzten Album Winter’s Gate, das ja heute in Gänze dargeboten werden soll. Leider gilt für uns Fotografen hier die Regel „die ersten drei Songs“ nicht, das wäre was gewesen, bei einem Song mit der epischen Länge von über 40 Minuten 😀 So kämpfen wir also mit den für uns unvorteilhaften Licht- und Nebelverhältnissen und freuen uns, dass der sehr freundliche Mann von der Security auch weiterhin außerordentlich großzügig ist und uns wieder lange im Graben lässt. Wenn man die Life-Performance der vier Männer erlebt, die ja mittlerweile auch schon über 15 Jahre eine konstant herausragende, wenn nicht sogar sich immer wieder steigernde Leistung abliefern, ist das trotzdem nach wie vor ein Ereignis für sich. Die ersten vierzig Minuten der Show vergehen dementsprechend wie im Flug, aber wie Insomnium ja schon angekündigt haben, gibt es jetzt auch noch „some of the old stuff“, und los geht es mit The Gale vom Album Above The Weeping World. Frontmann Niilo kann jetzt auch endlich ein wenig erzählen, und bedankt sich zunächst einmal bei uns, dass wir so zahlreich zu dieser ersten Show der Tour erschienen sind. Sehr schön ist es bei der jetzt klaren Sicht auf die gut ausgeleuchtete Bühne auch zu sehen, wie er strahlt, wenn er bemerkt, wie wir ohne Aufforderung anfangen, bei einigen Songs den Rhythmus mitzuklatschen oder einfach nur die Pommesgabel zeigen. Manchmal schmeißt er dann so Worte wie „klasse“ oder „super gut“ in den Raum, was mit seinem finnischen Akzent dann doch sehr witzig klingt. Nach einer Reihe von etwas heftiger abgehenden Songs fragt Niilo uns dann doch tatsächlich, ob wir noch einen weiteren schnelleren Song vertragen könnten. Mit unserer Antwort ist er wohl zufrieden, denn bei Only One Who Waits ist dann noch einmal heftigstes Headbanging angesagt, bevor es mit The Promethean Song auch mal etwas ruhiger wird. Ein wenig Werbung muss Niilo aber auch noch betreiben, und er bittet uns „if you want to support the Finnish Metal, then please buy one of the shirts“. Der Aufforderung hätte es allerdings wohl nicht bedurft, denn der Merchandise-Stand ist jedes Mal, wenn ich daran vorbeikomme, dicht umlagert. Da ich das Zeugs aber nicht die ganze Zeit mit mir rumschleppen möchte, schlage ich erst zu, bevor ich den Weg Richtung Heimat antrete. Der steht an, nachdem wir Insomnium noch zu einigen Zugaben ermuntern konnten und die Männer erst danach in den wohlverdienten Feierabend entlassen. Heute haben die vier auf jeden Fall bewiesen, dass sie den Zusatz „mighty“ mehr als verdienen, und ich bin aufs Neue tief beeindruckt von der Karriere, die die sympathischen Finnen schon hingelegt haben und sicherlich auch weiter hinlegen werden.

Insomnium @ Winter’s Gate European Tour 2017 01 11
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