Words Of Farewell – Inner Universe (EP)

Ein kleines Lebenszeichen

Artist: Words Of Farewell

Herkunft: Deutschland

Album: Inner Universe (EP)

Spiellänge: 18:37 Minuten

Genre: Modern Metal, Modern Melodic Death Metal

Release: 30.03.2020

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/wordsoffarewell/

Bandmitglieder:

Gesang – Alexander Otto
Gitarre – Erik Gaßmus
Gitarre – Robin Dirks
Bassgitarre – Konstanin Voßhoff
Keyboard – Leo Wichmann
Schlagzeug – Tristan Wegner

Tracklist:

  1. Chronotopos
  2. Whispering Deeps
  3. Offworld
  4. Alter Memory

Schon seit fast 15 Jahren sind Words Of Farewell am Start. Nach der ersten EP aus 2007 und einer Demo aus 2009 haben sie in schöner Regelmäßigkeit drei richtig geile Alben rausgehauen, nämlich in den Jahren 2012, 2014 und 2016. Aber auch mit über 10.000 Facebook-Followern ist der richtig große, und meiner Meinung nach auch wohlverdiente, Erfolg bislang ausgeblieben. Wer jetzt aber denkt, die Jungs geben auf, hat sich getäuscht. Leise, still und heimlich haben sie im Hintergrund gewerkelt und am 30.03. mit der EP Inner Universe wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben. Das letzte Album ist ja immerhin schon vier Jahre alt, und wer weiß, wann man ein komplettes Album abliefern kann. Also erst einmal diese vier Songs, die zeigen, dass die Jungs nicht auf der faulen Haut gelegen haben.

Mit Chronotopos preschen die Jungs gleich mal ordentlich vorwärts. Die Einflüsse von Omnium Gatherum sind kaum zu überhören, aber Words Of Farewell verlassen sich nach wie vor auf ihre eigene Kreativität. Verlassen können sie sich auch auf ihre Trademarks, nämlich die energetischen und treibenden Riffs, die melodischen Leadgitarren, die flinken und sehr variabel arrangierten Keyboards, das kraftvolle Drumming und, last but not least, die Growls von Alexander, die auch gern mal von Clean Vocals begleitet werden. Daran hat sich auch auf Inner Universe nichts geändert. Dieses wandlungsfähige Grundgerüst der moderat progressiv ausgerichteten Songs wird dann noch hier und da um sehr songdienliche Parts erweitert.

Ein Beispiel dafür ist gleich das folgende Whispering Deeps, der längste Track der EP. Das Tempo wird gedrosselt, der Song kommt wuchtiger und dunkler daher, lässt an alte Scar Symmetry denken. Dann gibt es aber diesen gesprochenen, fast schon geflüsterten Part, auf den sich die Finnen von Insomnium ebenfalls oft zurückzogen. Auch das tolle Gitarrensolo soll hier nicht unerwähnt bleiben.

Mit einem tollen Gitarrensolo kann auch Offworld aufwarten, der wohl härteste und auch progressivste Song des Albums. Und auf die Idee, die fast schon im 8-bit-Sound daherkommenden Keyboardklänge im vorderen Teil des Songs einzubauen, muss man auch erst mal kommen.

So, wie sie die EP gestartet haben, beschließen Words Of Farewell sie auch. Alter Memory nimmt noch einmal ordentlich Fahrt auf, überrascht dann aber auch mit einem ruhigen Part, in dem ein Auszug aus der Abschlussrede von Charlie Chaplin aus dem Film Der Große Diktator zu hören ist. Damals wie heute so richtig und wichtig!

Words Of Farewell – Inner Universe (EP)
Fazit
Words Of Farewell haben ihren Sound schon lange gefunden, aber so, wie sie mit Inner Universe weiter vorwärts schauen, werfen sie auch gern mal einen Blick zurück, und das natürlich nicht im Zorn. Mit Inner Universe beweisen sie definitiv, dass sie nach wie vor vor Kreativität sprühen und hinter den Kulissen fleißig werkeln, auch wenn es albumtechnisch mal was stiller wird.

Anspieltipps: Whispering Deeps und Alter Memory
Heike L.
8.5
Leser Bewertung5 Bewertungen
9.8
8.5
Punkte
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