Wreck Defy – Powers That Be (Vinyl Release)

Kanadischer Thrash Power

Artist: Wreck Defy

Herkunft: Thunder Bay, Ontario, Kanada

Album: Powers That Be

Genre: Thrash Metal

Spiellänge: 52:06 Minuten

Release: 09.10.2020 CD, 27.11.2020 Vinyl

Label: Independent (CD), Doc Gator Records (Vinyl)

Link: https://www.facebook.com/Underground4560/

Bandmitglieder:

Gesang – Aaron Randall
Gitarre – Matt Hanchuck
Bass – Greg Christian
Schlagzeug – Dave O’Neal

 Tracklist:

  1. Beyond H8
  2. Powers That Be
  3. Skin
  4. Drowning In Darkness
  5. Space Urchin
  6. Scumlord
  7. Freedomless Speech
  8. Goodbye To Misery
  9. I Am The Wolf
  10. On The Other Side

Das Album Powers That Be ist eins von drei Alben, welches das Schweizer Label Doc Gator Records diesen Monat herausbringt. Zwei Alben davon sind dem Thrash Metal zuzurechnen, eins davon dem Stoner Metal (das hatten wir bereits, hier geht es zum Review des Albums 4 von Grand Massive). Hier nun also mit Powers That Be von Wreck Defy das erste der beiden Thrash Scheiben. Doc Gator Records schaffen es doch immer, etwas Exotisches an Land zu ziehen, dabei ist es in diesem Fall noch nicht einmal so exotisch, denn Wreck Defy kommen aus Kanada und da ist der Thrash Metal doch recht gut vertreten.

Powers That Be ist als CD bereits in Eigenregie der Band am 09.10.2020 veröffentlicht worden. Ab dem 27.11.2020 sind die Vinylausgaben über Doc Gator Records erhältlich, und zwar in den Varianten Black, Orange, Blue, White (US Exclusive). Allesamt natürlich wieder extrem reduziert.

Wenn jemand noch nichts von den Kanadiern Wreck Defy gehört hat, dann ist dies nicht verwunderlich, denn das Quartett schwimmt noch nicht so lange im Thrash Metal Pool und ist noch keiner der größeren Fische, die sich darin bewegen. Aber was nicht ist, das kann ja noch werden. Der Anfang ist jedenfalls gemacht.

Wreck Defy sind 2016 von Matt Hanchuck (Gitarre) und Justin Stear (Gesang und Bass, ex-Alphakill) gegründet worden. Bereits 2017 veröffentlichte man in Eigenregie mit Fragments Of Angers das Debütalbum. Die Besetzung wurde anschließend etwas durchgeschüttelt. Mit Aaron Randall (Gesang), Greg Christian und Alex Marquez (Schlagzeug) kamen Musiker dazu, die schon einmal bei Thrashbands mit großem Namen dabei waren. Im Falle von Aaron Randall waren es Annihilator, bei Greg Christian Testament und bei Alex Marquez unter anderem Demolition Hammer und Dethroned.

Im Frühjahr 2019 veröffentlichte man noch mit Dave O’Neal den Longplayer Remnant Of Pain. Etwas über ein Jahr später mit dem Wechsel am Schlagzeug das nun hier vorliegende Powers That Be.

Ich muss schon sagen, der Opener Beyond H8 haut echt stark rein. Da bin ich gleich positiv überrascht, denn das Ding läuft mächtig mit Vollgas an die Wand. An den Gesang, der so klingt, als wenn er durch ein Reibeisen gegangen wäre, muss ich mich etwas gewöhnen. Bei den schnelleren Parts bzw. Shouts finde ich ihn sogar richtig scharf, die lang gezogenen Refrains sind es, an die ich mich gewöhnen muss. Ansonsten gibt es noch geile Gitarrensoli und sehr treibende Drums. So kann es ruhig weitergehen.

Das geht es auch. Mit dem Titelsong Powers That Be wird ein sehr kraftvoller Song abgeliefert. Hier gefällt mir Aaron Randall direkt ein ganzes Stück mehr an den Voices. Mit über sieben Minuten ist Powers That Be für einen Thrasher doch recht lang. Das macht in diesem Fall aber überhaupt nichts, denn das Quartett schafft es spielend, diesen sieben Minuten spannend auszufüllen.

Skin steht aus meiner Sicht gegen die beiden vorherigen Tracks etwas hinten an. Vielleicht sind mir hier ein paar Power Metal Anteile zu viel drin? Ich kann es einfach nicht fühlen, was es ausmacht. Vielleicht ist der Song auch einfach zu glatt.

Das ganze Album ist sehr sauber, manchmal etwas zu glatt produziert, was mich bei den meisten Songs nicht unbedingt stört, obwohl für mich das Räudige und Unpolierte im Thrash eigentlich das ist, was es ausmacht. Ja, an der einen oder anderen Stelle hätte man etwas den Lack blättern lassen können, aber es stört nicht so unbedingt, außer wenn die Voices dann doch zu stark aufgepimmt sind.

Ohne jetzt bei Skin aus der Haut zu fahren, sind wir titelmäßig wieder etwas mehr in der Dunkelheit angelangt. Drowning In Darkness ist jedoch nicht der dunkle Thrasher, sondern eher eine Hymne.

Space Urchin haut echt wieder rein. Die Stimme ist etwas zu viel mit Hall unterlegt, trotzdem hauen hier die Instrumente das Ding mächtig raus. Auch beim Scumlord wird mir persönlich etwas zu viel an der Stimme gedreht. Der Scumlord darf seinem Namen alle Ehren machen und dreckig rüberkommen.

Umso mehr verschlägt es mit bei Freedomless Speech dann doch regelrecht die Sprache, denn der ist wirklich wieder ein thrashiger Kracher. Nicht unbedingt erwartet, ist er plötzlich da. Schweinsgalopp und ein düsterer Refrain. Jawoll, das ist meins. Granateinschläge auf dem Schlachtfeld des Thrashs.

Bei Goodbye To Misery bin ich erneut hin- und hergerissen, am Schluss nimmt er mich jedoch mit.

Wreck Defy zeigen mit I Am The Wolf kurz vor Ende des Albums noch einmal richtig die Zähne. Das ist zudem eine lange Jagd von fast sieben Minuten, in der das Rudel Wölfe unterwegs ist. Einen Song mit sieben Minuten hatten wir mit dem Titelsong The Power That Be ja bereits. Wreck Defy zeigen, dass gerade diese langen Songs ihre Stärke sind.

(God By I See You ) On The Other Side ist nicht mehr als ein Outro auf/von dieser Platte, die insgesamt recht kurzweilig ist. Gerade die beiden siebenminütigen Songs gefallen sehr.

Wreck Defy – Powers That Be (Vinyl Release)
Fazit
Powers To Be der Kanadier Wreck Defy hat ein paar wirklich geile Thrash Kracher auf hohem Niveau. Das kann man leider nicht kontinuierlich auf dem Album halten. Vielleicht spielt hier die kurze Zeit des Songwritings zwischen der letzten und dieser Platte ein wenig rein. Da sollten die Kanadier sich demnächst ein wenig mehr Zeit lassen. Ansonsten wirklich hochwertig und sauber produziert, vlt. für ein Thrashalbum ein wenig zu sauber. Das dürfte letztlich aber Geschmacksache sein.

Anspieltipps: Beyond H8, Freedomless Speech und I Am The Wolf  
Juergen S.
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