10 Jahre nancybreathing -Record Release Show- am 26.05.2018 im Maxus, Gladbeck

“10 Jahre nancybreathing -Record Release Show- am 26.05.2018 im Maxus, Gladbeck“

Eventname: 10 Jahre nancybreathing -Record Release Show-

Headliner: nancybreathing

Vorbands: Life In Circles, VII ARC

Ort:
Kinder-, Jugend- und Kulturhaus Maxus, Gladbeck

Datum: 26.05.2018

Kosten: 6,00€

Genre: Alternative Metal, Alternative Rock, Visual

Besucher: ca. 100 Besucher

Veranstalter: nancybreathing (https://www.facebook.com/nancybreathing/)

Link: https://www.facebook.com/events/180885572718848/

Setlisten:

 

  1. Intro
  2. Over You
  3. Demon Si-ck
  4. Alive
  5. Fuck You (I Let You Bleed)
  6. Super Human

  1. #nttw (Intro)
  2. DOUBT ME
  3. IRA
  4. Drum and Bass Solo
  5. DOXA
  6. Laughing Masochist
  7. Triviality
  8. I. don’t. care. (Outro)
  9. Chasin‘ dreams

  1. Awake
  2. World On Fire
  3. Too Many
  4. Inner Emptiness
  5. Hold The World
  6. Stronger Than Before
  7. Broken Dreams
  8. Groundhog Day
  9. Hollow Life
  10. Safe This Life
  11. Voiceless
  12. My Own Summer (Deftones Cover)
  13. Pieces
  14. Eat You Alive (Limp Bizkit Cover)
  15. Minutes

 

Es gibt ja diese großen, etablierten Bands, die gefühlt schon ewig die Musiklandschaft bevölkern. Ohne Wertung oder persönliche Vorlieben fallen mir da spontan Metallica, U.D.O. oder Saxon ein. Dass aber eine Undergroundband, deren Mitglieder ihrer Liebe zur Musik ja überwiegend in ihrer Freizeit nachgehen und davon eher nicht leben können, es schafft, zehn Jahre dabei zu bleiben, kommt ja nicht ganz so oft vor. Die heutige Besetzung von nancybreathing ist auch nicht die aus den Anfangstagen, aber der „harte Kern“ ist nach wie vor dabei, und das, wie man heute Abend erleben kann, mit Hingabe, Begeisterung und vollem Einsatz. Gestern ist das neue Album Awake erschienen, heute werden sowohl das Release als auch das Bandjubiläum ordentlich gefeiert.

Noch nicht ganz so lange wie nancybreathing existiert die erste Band des Abends. Um ganz genau zu sein, ist das heute der erste Auftritt von Life In Circles überhaupt. Ich habe vorher mal auf deren Facebook-Seite gestöbert, da steht als Genre „Melodic Metal“. Kommt also jetzt so was, wie Magnum oder Borealis? Um es kurz zu machen: Nein! Mit Ingo an den Drums, drei Mann an der Saitenfraktion und Sänger/Shouter Dominik gibt es jetzt zwar nichts Unmelodisches auf die Ohren, aber das ist richtig guter, waschechter Alternative Metal, der mächtig vor sich hin groovt. Dazu passen dann auch die Bands, die von Life In Circles unter Einflüsse so genannt werden: Gojira, Ghost Brigade, Alice in Chains, Katatonia, Wolfheart, RED. Ein wenig schüchtern scheint die Saitenfraktion, ab und zu mal ein Lächeln in die bekannten Gesichter vor der Bühne, überwiegend aber in das eigene Instrument vertieft scheinen die drei zu sein. Dominik hat da wohl weniger Berührungsängste, verlässt auch mal das sichere Terrain der Bühne und tigert direkt vor dem Publikum umher. Viel zu schnell geht der Auftritt vorbei, und ich bin mir ziemlich sicher, dass man von Life In Circles noch einiges hören wird. Von Sänger Dominik auch heute schon, der gibt nämlich später bei nancybreathing noch ein kurzes Gastspiel.

Life In Circles @ Maxus 2018 05 26

Schon, als ich am Maxus eintraf, waren mir zum einen die vielen asiatischen Gäste aber auch ein Grüppchen an „durchgestylten“ Mädels aufgefallen. Bunt gefärbte Haare, Anime- und Cosplay-Style ist bei denen angesagt, und für welche Band sie sich heute auf den Weg gemacht hatten, ist sofort klar. Während der Umbaupause sitzen sie gemütlich alle miteinander vor der Bühne und unterhalten sich angeregt. Für mich sind das alles böhmische Dörfer, aber die Hingabe dieser Fans beeindruckt mich. Drei Mädels nehme ich nach der Show noch mit zum Duisburger Hauptbahnhof, von da aus müssen sie dann noch nach Dortmund, und ich hoffe, das hat um die Uhrzeit alles noch gut geklappt. Aber nun endlich zu VII ARC. Seit etwas über vier Jahren gibt es die Band schon, das Debütalbum DΩXA erschien im April 2016, und im September wird das neue Album Atonia mit einer Releaseshow gefeiert. Mit Visual-Bands hatte ich bislang noch nicht so viele Berührungspunkte, nur Nanashi durfte ich schon mal live erleben. Gegen deren – sehr hübsches – Outfit sind VII ARC noch ziemlich „normal“ gekleidet, die Show ist allerdings alles andere als normal. Wummernde Saiteninstrumente, immer mal wieder eingestreute Gitarrenlicks und ein sich verausgabender Drummer begleiten Kay, der am Mikro mal schnurrt wie ein Kätzchen, tatsächlich auch mal den Dany Filth gibt, aber auch geile Growls raushaut. Die Fans sind begeistert, klatschen im Takt, recken ihre Hände in die Höhe und singen jeden Song von der ersten bis zur letzten Silbe mit. Gegenseitig treiben sich VII ARC und ihre Fans immer wieder zu neuen Höchstleistungen an, die im Raum stehende Hitze wird dabei komplett ignoriert. Ein wenig zusätzliche Hitze kommt bei den Mädels in den ersten Reihen wohl noch einmal auf, als Kay sich seines Oberteils entledigt, da gellen einige Schreie durch den Raum. Kay nimmt’s gelassen und gibt sich weiter seiner Show hin, die natürlich neben seinem Gesang auch von Theatralik, intensiven Blicken und dem Kontakt zu den Fans lebt. Einen Song haben die Fans wohl besonders ins Herz geschlossen, lautstark wird Chasin‘ Dreams gefordert, und den gibt es dann auch noch zum Schluss.

VII ARC @ Maxus 2018 05 26

Wir liegen immer noch sehr gut im Zeitplan, um 21:30 Uhr soll die Show von nancybreathing los gehen, aber die Jungs können sich Zeit mit dem Aufbau lassen. So wird also alles arrangiert, montiert, die Saiteninstrumente werden gestimmt, bevor dann pünktlich das Intro startet und eine der beiden Balladen des neuen Albums Awake, nämlich Hush, eingespielt wird. Den gibt es also schon mal nicht live, aber ansonsten werden alle Songs von Awake gespielt, so war es auch angekündigt. Ein wenig leerer ist es leider vor der Bühne geworden, davon lassen sich Christian und seine Bandkollegen aber natürlich nicht beeindrucken, schließlich soll heute doppelt gefeiert werden. Also die beiden Nebelmaschinen angeschmissen und zu fortgeschrittener Stunde alles geben. Anders kenne ich es bei nancybreathing nicht. Die Egoriser werden oft und gern bestiegen, und insbesondere Christian und Lukas zeigen sich auch ansonsten wieder äußerst bewegungsfreudig, während Joscha wie üblich eher Typ „Fels in der Brandung“ ist 😀 Im Shouten und Growlen war Christian ja schon immer richtig gut, auch heute darf er sich in der Richtung ordentlich austoben. Zwischen den Songs dann ordentlich Luft holen und ordentlich trinken. Da ist insbesondere Assim an den Drums sehr gut ausgestattet, der hat gleich eine Zwei-Liter-Pulle Mineralwasser mitgebracht, aus der er sich immer wieder einen mächtigen Hieb gönnt. Das Maxus ist aber auch immer mehr zu einem Backofen geworden, und auf der Bühne ist es ja gleich noch ein paar Grad wärmer. Trotzdem hat Christian dann auch noch die Energie, einen Moshpit zu starten, und natürlich findet man ihn mittendrin. Neben eigenen Songs haben nancybreathing auch zwei Coverversionen von Bands dabei, die sicherlich einen ziemlich großen Einfluss auf die Musik von nancybreathing haben. Zum einen sind das die Deftones und deren Song My Own Summer und eine der Urgesteine des Nu Metal bzw. Rap Metal, nämlich Limp Bizkit. Deren Song Eat You Alive setzen nancybreathing heute Gott sei Dank nicht in die Tat, sondern nur gesangstechnisch um, aber das ist dann tatsächlich auch schon der vorletzte Track der Setlist. Noch einmal an Dankeschön an uns, die wir heute alle zur Show gekommen sind, an Life Of Circles, an VII ARC und natürlich auch an das Team des Maxus, das diese Veranstaltung richtig gut organisiert und betreut hat.

nancybreathing @ Maxus 2018 05 26

Wie schon geschrieben, fahre ich dieses Mal nicht allein und auf direktem Weg nach Hause, sondern habe Gesellschaft von drei sehr netten Mädels aus dem Fan-Trüppchen von VII ARC. Sehr gesprächig sind die drei, ich brauche nur zuhören und bin doch sehr überrascht, wie intensiv die Mädels dabei sind. Alterstechnisch könnten das wohl alle drei meine Töchter sein, und ich glaube, wenn ich damals schon die ganzen technischen Möglichkeiten und Informationsquellen gehabt hätte, wäre ich wohl genau so gewesen. So habe ich „nur“ Artikel aus irgendwelchen Zeitschriften ausgeschnitten und gesammelt 😀 Auf jeden Fall war eine sehr unterhaltsame Heimfahrt, die den tollen Konzertabend perfekt abgerundet hat.

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