Event: AC/DC PWR UP 2024
Künstler: The Pretty Reckless, AC/DC
Ort: Nürnberg, Zeppelinfeld
Datum: 27.07.2024
Kosten: ab 152,oo €
Genre: Rock
Besucher: ca. 80.000
13 Mal zu Gast in Nürnberg, davon fünf Open Airs – das ist das Resümee von AC/DC-Gigs in Mittelfranken. Das Open Air heute ist bestimmt einer der letzten Auftritte in der fränkischen Metropole von den Rockgiganten. Das Publikum ist mehr als begeistert von dem Gig der Australier, die mit einem stolzen Durchschnittsalter von 60 Jahren immer noch die Hallen und Plätze rund um die Welt füllen und mit einer Show von mehr als zwei Stunden wahrhaftig zu einer der letzten Rocktitanen des Erdballs gehören.
Bereits um 14 Uhr öffnet das Nürnberger Zeppelinfeld, sonst Heimat des Rock Im Park, seine Pforten für die Fans, die aus nah und fern die Rocklegenden erleben wollen. Der Umsicht von Argo Konzerte, den örtlichen Veranstaltern, ist es geschuldet, dass der Eingangs- bzw. später der Ausgangsverkehr sehr strukturiert über die Bühne läuft. Getränkestände sind, wie immer, zu wenig vorhanden, ein Rahmenprogramm gibt es, trotz Ankündigung, leider auch nicht und so kann man sich eigentlich nur warm singen oder den Getränkeständen frönen. Der angekündigte DJ ist erst ab 18 Uhr auf der Bühne und kann die Stimmung nur mehr oder minder anheizen und die Vorband, The Pretty Reckless, die Alternativband von und mit Taylor Momsen, ist zwar nett anzusehen, aber der lasziv gehauchte Blues- und Hardrock der attraktiven Frontfrau kann den eingefleischten AC/DC-Fans nur ein Achselzucken abringen. Die Menge ist merklich froh, als der einstündige Aufritt der New Yorker Band um 20 Uhr endet.
Alle sind auf AC/DC gepolt, man begibt sich auf die richtige Sichtposition, packt die Teufelshörner in blinkender oder einfach leuchtender Ausführung aus, versorgt sich mit einem letzten Drink und wartet, dass SIE kommen – die, auf die man gefühlt den ganzen Tag gewartet hat. Die Band mit dem ältesten Schuljungen der Welt, der seine Gitarre wie kein anderer beherrscht und den Sänger mit der sonoren Reibeisenstimme. AC/DC eben.
Um 20:30 Uhr geht es dann los. Nach einem wilden Autorennen auf der Leinwand kommt gleich mal der Opener If You Want Blood (You’ve Got It), der wie die weiteren AC/DC-Songs von der Menge laut frequentiert wird. Laut ist das Stichwort des Abends. Auch die Fans in den hinteren Rängen bzw. die Zaungäste vor der Tür können sich an dem AC/DC-Sound erfreuen, der in voller Wucht über das Zeppelinfeld und darüber hinaus erschallt.

Mit Back In Black, Demon Fire, Shot Down In Flames und Thunderstruck geht es Schlag auf Schlag weiter. Den Jungs um Brian Johnson und Stevie und Angus Young merkt man ihr Alter wahrlich nicht an. Sie sprühen nur so vor Spielfreude und auch die „Neuen“, die die Band seit dem Abgang von Cliff Williams (Bass) und Phil Rudd (Schlagzeug) komplettieren (Chris Chaney am Bass und Matt Laug am Schlagzeug), machen einen guten Job. Die Fans zeigen jede Gefühlsregung während des Konzerts: Freude, Tränen, Ergriffenheit und Dankbarkeit – alles ist dabei! Das Konzert ist ein großes Miteinander, ein Zusammentreffen Tausender Fans, allein um der einen Band zu huldigen. Viele liegen sich in den Armen, tanzen, lachen, weinen, singen zusammen. Große Emotionen, die man nur fühlt, wenn man dabei ist. Das Wetter schickt nur ab und an ein paar Tropfen auf die Menge, die von der aber gefühlt weggeschwitzt werden. Man hat jetzt Wichtigeres zu tun: Da vorne ist die Band von zig Generationen, die muss gebührend gefeiert werden!

Have A Drink On Me (yes, gerne!), Hells Bells (natürlich mit Glocke), Shot In The Dark, Stiff Upper Lip, Rock ’n’ Roll Train, Dirty Deeds Done Dirt Cheap, Riff Raff – die Band spielt einen Klassiker nach dem Anderen, man hat kaum Zeit zum Verschnaufen, die gönnen sich nur die Bandmitglieder nach den Songs. Kurz vor 22 Uhr mein persönlicher Lieblingssong von AC/DC: You Shook Me All Night Long – perfekter geht’s nicht mehr! Oder doch? Highway To Hell lädt zum Höllenfeuer ein und Whole Lotta Rosie gehört als Song der ersten Stunde einfach mit dazu. Angus zeigt jetzt, dass in ihm immer noch der „Devil“ ist. Neben seinem unverkennbaren „Duckwalk“ legt er ein 20-minütiges Gitarrensolo hin, das sich gewaschen hat. Da noch auf einem Podest nach oben geschraubt, ist er schon wieder on Stage, feuert das Publikum mit Handzeichen zum Jubeln an und wälzt sich danach auf dem Boden, als wäre er gerade mal 20 – unglaublich. Gegen 22:30 Uhr werden die letzten zwei Songs des Abends eingeläutet: TNT und For Those About To Rock (We Salute You). Die Kanonen schießen in den Nachthimmel, den kurz darauf das Abschlussfeuerwerk erhellt.
Überragend, einmalig, fantastisch, der absolute Wahnsinn. Selbst Nicht-AC/DC-Fans sind begeistert, keiner kann sich der Magie der Australier entziehen. Ein berauschtes Publikum macht sich, wie viele Tausende auch, auf den Heimweg. Für die öffentlich Angereisten dauert dieser etwas länger, der Rest kommt verhältnismäßig gut durch. Bereits vor 30 Jahren habe ich AC/DC live gesehen – für mich kein Unterschied zu damals, nur das alle etwas älter geworden sind. Eines der besten Konzerte in diesem Jahr, wenn nicht DAS beste! We Salute For You, AC/DC!













