Artist: Onirophagus
Herkunft: Spanien
Album: Revelations From The Void
Spiellänge: 48:06 Minuten
Genre: Death Metal, Doom Metal
Release: 17.01.2025
Label: Personal Records
Link: https://www.facebook.com/Onirophagus
Bandmitglieder:
Gesang – Paingrinder
Gitarre – Moregod
Gitarre – Obszen
Gitarre – Sir Bellum
Bassgitarre – Chaos Reaver
Schlagzeug – Uretra
Tracklist:
1. The Hollow Valley
2. Landsickness
3. The Tome
4. Black Brew
5. Stargazing Into The Void
Onirophagus aus Spanien sind auch keine Unbekannten im Metalbusiness mehr, vor allem nicht in ihrem eigenen Land und die Band ist zu sechst unterwegs. Man hat sich dazu entschieden, mit drei Gitarristen zu agieren und ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus schwierig ist, alle unter einen Hut zu bekommen, zumal die Protagonisten auch in anderen Bands wie Bizarre oder Estertor aktiv sind. So wundert es nicht, dass man seit der Gründung 2011 erste zwei Alben (2013 und 2019) und eine EP (2014) herausbringen konnte, zumal man auch die Hälfte der Mannschaft austauschte. Nach sechs Jahren Warten liegt nun das dritte Werk der Katalanen vor.
Fünf Songs in knappen fünfzig Minuten lassen nicht gerade den Entschluss schließen, dass es sich um Songs handelt, die schnell zu Ende gehen. Brutal Death Metal und Grindcore scheiden da wohl aus und genauso ist es auch.
Los geht die lange Reise mit The Hollow Valley. Mit dunklen Geräuschen und schleppenden Momenten fängt der Spaß an. Schön langsam und bedrohlich. Eine schaurige Melodie begleitet das Geschehen, während im Hintergrund bösartiger Sprechgesang der Dunkelheit Begleitschutz zur Verfügung stellt. So schreitet man im Schritttempo durch die Botanik und bleibt dem Tempo treu. Nach drei Minuten setzt dann der Growlgesang ein. Von dem schleichenden Sound entfernt man sich eigentlich nicht und schafft somit Erinnerungen an die alte Zeit, als Doom und Death Metal noch bösartig unterwegs waren. Paradise Lost oder das von mir abgefeierte Album von My Dying Bride namens As The Flower Withers kommen mir da in den Sinn und dann plötzlich, nach circa sechs Minuten, wird das Tempo angezogen, die Drums geben richtig schön Tempo und agieren im schnellen Midtempo bzw. im Uptempo. Der Gesang wurde mit Hall versehen und dieses passt zur düsteren Gesamteinstellung. Nach dem zügigen Part wird das Tempo wieder ganz runtergefahren und die Melodie steht alleine im Raum. Das ist wirklich angsteinflößend und stark. Ein sehr intensiver Moment. Diese wird dann noch traurig ausgebaut und begleitet einen dann eine Weile. Zum Ende gibt es noch einmal Tempo und einen mehrfachen Gesang. Ja, das ist schon starker Tobak. Klar, ist mir wie immer der Song mit fast elf Minuten zu lang, aber nach zwei-, dreimal hören merkt man das nicht mehr so und der Song entfaltet sich wirklich gut. So mag ich doomigen Death Metal.
Landsickness kommt einem mit seinen nicht ganz sechs Minuten da schon eher sehr kurzfristig vor, nimmt aber die Thematik des Vorgängers auf und bietet die gleiche Intensität. Nur hier beginnt man schon etwas eher, im langsamen Midtempo zu agieren und liefert dazu eine sirenenhafte Melodie ab, die dann natürlich auch wieder schleichend präsentiert wird. Dieses haben die Spanier echt drauf, muss man sagen. Die drei Gitarristen bringen durchaus eine gewisse Heavyness mit. Dann spielt die Gitarre vor, die Verschleppung wird unterbrochen und im langsamen Uptempo wird ordentlich Gas gegeben. Ja, so funktioniert die Welt, in der sie sich befinden, und nun darf man auch einmal die Haare schütteln. Ein langgezogenes melodisches Lead dazu und fertig. Die Burschen mischen eben Doom und Death Metal. Mit doomigen Klängen alleine habe ich immer so meine Probleme, da sie mir irgendwann zu langweilig werden, aber sobald sie kombiniert werden, ist es sehr ansprechend.
Die beiden nachfolgenden Songs The Tome und Black Brew verfolgen denselben Weg, sind am Anfang doomig und werden dann deathig. Ja, das hat was. Die schnellen Drumparts mit den zügig vorgetragenen Gitarrenriffs stehen im guten Kontrast zur Schwere der doomigen und schleichenden Passagen.
Wie gesagt, durch die drei Gitarren entsteht ein druckvoller Sound und dieser wurde so produziert, dass man meinen könnte, die Band hätte das Album unter Tage oder in einer Höhle aufgenommen. Der hallige Gesang passt dann natürlich.
Denkt man nun, mit dem Opener haben sie ja schon ein langes Stück an Bord und das reicht ja, wird man am Ende des Albums eines Besseren belehrt. Stargazing Into The Void geht über siebzehn Minuten und setzt sich ein wenig von dem Rest des Albums ab, ohne dass natürlich das Grundschema verlassen wird, aber diese Dunkelheit und Verzweiflung kommt bei den anderen Songs nicht so durch. Man schleppt sich vorwärts und klingt so was von am Arsch, als würde man die Seele schreien hören, und dann, als wäre es nicht schon dramatisch genug, zaubert man nach sechs Minuten einen Part hervor, der nur so vor Trauer tropft. Hierzu verwenden sie Geigen, die dieses Gefühl sehr gut zum Ausdruck bringen. Am Ende des Parts gehen sie dann in einen Uptempopart. Sehr geiler Kontrast und songwriterisch gesehen so was von gelungen. Knallersong und natürlich wieder zu lang für mich, aber definitiv deren Sear Me (Song von My Dying Bride). Puh, da hauen sie ordentlich einen raus und eine absolut derbe Melodie gibt es gratis.




