Bands: Castle Rat, Stargo
Ort: Die Trompete, Viktoriastraße 45, 44787 Bochum
Datum: 10.06.2025
Kosten: 25 Euro VVK, 28 Euro AK
Genre: Fantasy Doom, Stoner Rock, Psychedelic Rock
Veranstalter: Shogun Konzerte, Die Trompete
Link: https://www.facebook.com/events/930092802565598
Heute geht es wieder für mich nach Bochum. Fantasy Doom mit Castle Rat ist angesagt. Zu dieser Band gibt es momentan einen regelrechten Hype. Im letzten Jahr sollte ich Castle Rat eigentlich schon beim Hoflärm Festival sehen. Dort hatten sie leider jedoch kurzfristig abgesagt. Vor zwei Tagen weilten sie dann in Wiesbaden im Schlachthof und ich in Mannheim bei Heilung. Sollen wir denn überhaupt nicht zusammentreffen? Doch, da kommt mir gerade recht, dass Castle Rat heute in den Katakomben des Kult-Clubs Die Trompete weilen. Also heißt es für mich, wieder einmal die lange Anfahrt nach Bochum in Kauf nehmen und einen großen Dank an Joe Schmidt von Shogun Konzerte, dass ich dabei sein darf.
Bevor die Ratte allerdings das Castle rockt, gibt es was richtig Erdiges. Stargo nennt sich die Band, von der ich vorher noch nichts gehört habe und die nach eigenem Bekunden auch das erste Mal hier in der Trompete weilt. Mit ihrem Bassisten Stefan wechsele ich vor dem Gig schon ein paar Worte, daher weiß ich, dass die Jungs aus Dortmund kommen. Das Power-Trio Stargo besteht aus Stefan (Bass, Synth), Nordin (Gitarre, Gesang) und Karsten (Schlagzeug). Stargo lassen sehr oft ihre Instrumente in bester Instrumental Stoner Rock Manier für sich sprechen. Allerdings kann Gitarrist Nordin nicht nur die Saiten gut anschlagen, sondern er beherrscht neben den Gitarrensaiten auch die Stimmbänder … und diese Stimmbänder schlagen richtig gut an.

Der Gig beginnt mit dem Stück Storm, mit dem sie die anwesende Fan-Gemeinde bereits im Sturm erobern. Kraftvoll und, wie bereits beschrieben, richtig erdig. Stargo haben mit Parasight (2020) und Dammbruch (2021) bereits zwei Veröffentlichungen herausgebracht. Dammbruch gibt es am Merchstand auch als Vinyl. Der Titelsong mit fast 15 Minuten Länge steht auf der heutigen Setlist. Er ist ein gewaltiger Monolith und spätestens hiermit ist der Damm gebrochen. Ach was, die Fans feiern das Trio von der ersten Minute an. Dammbruch ist ein schönes Beispiel, wie sich ein Instrumental (Stoner) Song richtig geil entwickeln kann. Das Trio, welches wohl schon seit 2008 besteht, zeigt sich hier bei seinem Gig sehr spielfreudig und man kann sich einige neue Fans erspielen. Stoner Rock und Metal mit Abwechslungsreichtum. Der Sound der Band pendelt zwischen brachial treibend bis psychedelisch verträumt, von geradlinig bis kosmisch versponnen. Stargo servieren uns sechs Songs über ca. 50 kurzweilige Minuten, die richtig Spaß machen.

Danach Umbauphase für Castle Rat. Ich habe die ganze Zeit (auf meinem Stammplatz) zwischen Tresen und Bühne gestanden. Den verlasse ich auch in der Pause nicht, denn es ist kaum ein Durchkommen hier. Castle Rat scheinen die Fantasy-Doom-Ratten aus dem Ruhrpott anzuziehen, wie der Rattenfänger seine Ratten damals in Hameln.
Da tummelt sich jetzt einiges neben, vor und auf der Bühne. Dann geht es auch schon los. Im Mittelpunkt steht hier natürlich The Rat Queen, die an der Gitarre und mit ihrer Stimme die rattenscharfe Ober-Ratte ist. Die junge Dame mit einer Menge Sexappeal heißt mit bürgerlichem Namen Riley Maureen Pinkerton McCurry und ist die Tochter des bekannten Songwriters und Gitarristen John McCurry (u.a. Alice Cooper, Julian Lennon, The Vandals). Ihr zur Seite stehen The Plague Doctor (Bass), The Druid (Schlagzeug) und The Count (Gitarre). Alles nette Kunstfiguren und auch tolle Musiker. Bei allen handelt es sich bereits um die zweite Generation an Instrumentalisten bei Castle Rat. Der Gig ist eine tolle Fantasyshow der Band, bei der die Musiker geschminkt sind, bzw. eine Maske tragen (The Plague Doctor). Castle Rat zeigen sich hier richtig energiegeladen und bieten eine Art unmittelbare Intensität. Die Fans stehen mit aufgerissenen Mündern und Augen vor der Bühne und sind von der Darbietung fasziniert. Obwohl es natürlich eine einstudierte Show ist, spiegelt ihre Musik ein rohes und ungeschliffenes Gefühl wider. Ihr Fantasy Doom sucht in der Musikwelt sicherlich seinesgleichen und bewegt sich zwischen episch, doomigen und wilderen, energiegeladenen Soundgefügen.

The Druid am Schlagzeug hält es nicht immer auf seinem Hocker hinter der Schießbude aus. Sehr oft verprügelt er dies in seiner Druiden Aufmachung auch im Stehen. Die Band, die sich 2019 gründete und mit Into The Realm erst einen Longplayer am Start hat, weiß mit solchen Songs wie Dagger Dragger, Feed The Dream oder Nightblood zu beeindrucken. Die Scheibe musste bereits mehrfach auf Vinyl und anderen Tonträgern neu aufgelegt werden und sie ist trotzdem schwer zu bekommen. Die Band hat das Vinyl heute allerdings am Merchstand dabei, sodass viele Fans heute freudig überrascht sind und die Scheibe mitnehmen. In den Starlöchern ist bereits das Nachfolgealbum mit dem Titel The Bestiary, welches am 19.09.2025 erscheinen wird. Am Merchstand ist auch eine Lady, die sich The Rat Reaperess nennt und auf der Bühne den Gegenpart zur Rat Queen performt. In Lack und Leder und einer riesigen Rattenmaske setzt sie das eine oder andere Mal der Rat Queen erheblich zu. Mit einem Schwert streckt sie am Ende der Show die Rat Queen auch äußerst dramatisch zu heftigen Doom Klängen zu Boden. Diese liegt dort dann einige Zeit, wird Ratte sei Dank, wiederbelebt und kann sogar noch eine Zugabe geben.

Toller Abend mit klasse Mucke und auch einer tollen visuellen Performance von Castle Rat. Im Anschluss sind alle Musiker sehr fannah und stehen für Selfies und zum Signieren zur Verfügung. Auch mit den Jungs von Stargo unterhalte ich mich noch eine Weile. Dabei stellen wir fest, dass wir doch eine Menge an gemeinsamen Bekannten haben und ich nehme die Vinyl Dammbruch noch mit. Ich hoffe, die Jungs demnächst doch noch mal zu sehen.
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Stargo
Castle Rat
















