Artist: Gruesome
Herkunft: USA
Album: Silent Echoes
Spiellänge: 33:21 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 06.06.2025
Label: Relapse Records
Link: https://www.facebook.com/gruesomedeathmetal
Bandmitglieder:
Gesang und Gitarre – Matt Harvey
Gitarre – Daniel Gonzales
Bassgitarre – Robin Mazen
Schlagzeug – Gus Rios
Tracklist:
1. Condemned Identity
2. A Darkened Window
3. Frailty
4. Shards
5. Silent Echoes
6. Voice Within The Void
7. Fragments Of Psyche
8. Reason Denied
Wer hätte das gedacht, dass das musikalisch magische Quartett Matt Harvey (Gesang, Gitarre), Daniel Gonzales (Gitarre), Robin Mazen (Bass) und Gus Rios (Schlagzeug) so einschlagen würde, als sie sich im Jahre 2014 zusammenschlossen, um einer Band zu huldigen, die nicht nur mich sehr beeinflusst hat? Die Rede ist natürlich von der Combo Death. Klar, alles sind gestandene Musiker und spielen oder spielten bei Bands wie Exhumed, Malevolent Creation, Possessed oder Impure, aber das ist ja noch lange keine Garantie. Aus einer Coverband wurde eine Band mit eigenem Songwriting und bis ins Jahr 2018 mit zwei starken Alben. Da ja alle sehr beschäftigt sind, ließ man sich wahrscheinlich mit dem Songwriting ein wenig Zeit und das Ergebnis können wir nun auf ihrem dritten Album hören.
Condemned Identity startet dann auch schon einmal mit einer schönen cleanen Einleitung, bevor dann, und wer hätte es gedacht, ein Riff der Marke Death auf die Metalgemeinde losgelassen wird. Aggressives Tempo im old schooligen Sinne und nach einem Break wird das Tempo dann gedrosselt, um dann wieder das vorherige Riff ans Tageslicht zu befördern. Kurzes Intermezzo progressiver Art und dann holen die Burschen ein Solo raus, welches sich absolut gewaschen hat. Daran hätte Chuck auch seine wahre Freude gehabt, gar keine Frage. Fettes Teil, dann wirbelt man wieder in alter Todes-Manier weiter und zaubert dem Reviewer ein großes Lächeln ins Gesicht. Lecker. Break und schleppend groovend agiert man weiter. Technisch auf ganz hohem Niveau. Wieder Attacke, am Ende noch einmal kurz abgehackt, langer Scream drauf und fertig. Ja, so darf man ein Album absolut beginnen.
A Darkened Window zeigt dann eindeutig, wohin die Reise von Gruesome gehen kann und wahrscheinlich auch wird. Ich bin ja als alter Hase eher Verfechter der ersten drei Alben von Death. Die Human finde ich natürlich auch großartig, war aber schon für mich eben anders, aber trotzdem geil. Und diesen Weg schlagen Gruesome hier auch ein. Hier werden Tempo, Old School Death Metal, Technik und Progressivität zu einer Einheit verbunden, die einfach nur Spaß macht, da man, gerade im groovigen Midtempo, immer wieder die alte Zeit herausholt, herum zu grooven aber schon ganz schön frickelt, aber das stört mich in der Tat nicht, weil sie immer wieder den aggressiven Grundkern bedienen und auch bei den technischen, langsamen Parts nie den roten Faden verlieren. So bleibt es bei einem geschmeidigen Songwriting.
Dass die Stimme von Matt für alle Chuck-Kirchen-Anhänger eine wahre Offenbarung ist, weiß man ja schon lange, darf aber hier ruhig auch noch einmal erwähnt werden. Auch die eingebauten Screams passen wie die berühmte Faust aufs Auge.
Und weiter geht es mit Frailty und die Hommage an Death zu Human bzw. Individual Thought Patterns Zeiten mit Songs wie Suicide Machine, Secret Face. Oder The Philosopher. Das klingt jetzt so, als wären sie ein reiner Abklatsch, aber weit gefehlt. Die Burschen haben ein echtes Feeling für gelungenes Songwriting und haben sich der Aufgabe angenommen, in die Fußstapfen zu treten, sofern es so etwas geben kann. Diese Mischung aus progressiven, drückenden Momenten und eben old schooligen schnelleren Attacken haben sie echt drauf. Das klingt trotz der ganzen Spielereien und technischen Feinheiten wie aus einem Guss und das ist sicherlich die Schwierigkeit bei der ganzen Geschichte. Dieses bekommen viele Bands meines Erachtens heutzutage nicht so hin.
Auch der nachfolgende Song Shards geht genau in diese Richtung. Die Gitarrenvorspieler am Anfang sind schon alleine ihr Geld wert und dann die Attacke von Gus am Schlagzeug. Dann dieses Tapping. Hervorragend. Brutal und technisch, verspielt und aggressiv. Hinzu die geilen Vocals und dieses Händchen für Soli. Ebenso wie Death übertreiben sie es natürlich hier und da ein wenig, aber dann kommen wieder diese Vorspieler und man taucht wieder in die alte Todesmetallwelt ein. So geil, denn es geht hin und her. Großartig.
Was soll man sagen. So geht es bis zum Ende weiter. Vor allem natürlich das Titelstück Silent Echoes haut einen um, aber selbst das progressive Astral-Instrumentalstück Voice Within The Void (Astral Oceans) kann mich begeistern.
Jeder Song fasziniert mich irgendwie, da sie meine Jugend, lang ist es her, ein Stück zum Vorschein bringen. Welch brutales Werk! Mehr kann man Death nicht huldigen und trotzdem dabei ein wenig eigenständig klingen.




