Event: Cradle Of Filth – Summoned In Summer
Künstler: Terra Down, Nervosa, Cradle Of Filth
Ort: Aschaffenburg, Colos Saal
Datum: 18.07.2025
Genre: Death Metal, Thrash Metal, Extreme Metal
Besucher: ca. 500
Setlisten:
- Seed Of Death
- Behind The Wall
- Death!
- Kill The Silence
- Perpetual Chaos
- Masked Betrayer
- Under Ruins
- Smashing Heads
- Jailbreak
- Guided By Evil
- Endless Ambition
- To Live Deliciously
- The Forest Whispers My Name
- She Is A Fire
- Malignant Perfection
- The Principle Of Evil Made Flesh
- Heartbreak And Seance
- Nymphetamine
- Born In A Burial Gown
- White Hellebore
- Cruelty Brought Thee Orchids
- Death Magick For Adepts
- Her Ghost In The Fog
Eng, heiß, stickig. So kann man den Abend bei Cradle Of Filth im Aschaffenburger Colos-Saal am 18. Juli in drei Worten beschreiben. Die Extrem Metaller laden zu ihrer Headliner Show in der unterfränkischen Kleinstadt ein – und rund 500 Fans folgen ihren Ruf.
Zu viel, meiner Meinung nach, für den kleinen Club, der schier aus allen Ecken platzt. Und trotz Klimaanlage und Ventilatoren versagt mit der Zeit die Frischluftzufuhr. Viele räumen freiwillig ihren vorderen Platz und ziehen sich lieber in den Merchandise-Bereich zurück, von dem man das Konzert auf der Leinwand mitverfolgen kann oder strömen nach draußen.

Die Hardcore-Fans halten natürlich durch und werden für ihre Ausdauer auch belohnt. Cradle Of Filth zeigen musikalisch auf der Bühne alles, was sie auf dem Kasten haben und verzaubern mit ihrem vielfältigen Repertoire, bei dem Hits wie To Live Delicously, The Forest Whispers My Name, She Is A Fire, Death Magick For Adepts oder Her Ghost In The Fog natürlich nicht fehlen dürfen. Sänger Dani Filth ist bestens gelaunt und steckt mit seiner Energie und seiner Spielfreude die Massen an, die ihn begeistert feiern und die Stimmung anheizen. Trotz seines Alters und den langen gemeinsamen Jahren mit der Band hat seine Stimme nichts von ihrem unvergleichlich bizarren und zugleich hohen Charakter verloren und ist auch heute noch in der Szene unverkennbar. Und der Rest der Band steht ihm, natürlich, in nichts nach. Das Set umfasst gute eineinhalb Stunden und hinterlässt ein schweißtreibendes Konzert, das die Fans gegen 23 Uhr müde aber glücklich nach Hause entlässt.

Aber auch die Vorbands können die Menge, die pünktlich zum Einlass um 19 Uhr im Colos-Saal sind, überzeugen. Als Erstes dürfen an dem Abend Terra Down aus den Niederlanden um 19:45 Uhr ran. Die Melodic Death Band steigt gleich richtig ein, die Bühne ist mystisch beleuchtet und immer wieder gibt es „Are you Entertained“-Rufe von Sänger Nick Brouwer, der wohl selbst ein großer Cradle-Fan ist und auch immer wieder den Headliner in seinen Ansagen huldigt. Gute Stimmung verbreitet er natürlich auch auf der Bühne mit Songs wie To Sweet And Cold, Accept Your Fate oder Checkmate. Selbst nach nur einer halben Stunde sieht man, dass auch die Bands der Hitze gnadenlos ausgeliefert sind. Stimmung und Venue sind gleichermaßen am Kochen.

Um 20:30 Uhr ist dann Frauenpower mit Nervosa aus São Paulo geboten. Eine gehörige Ladung Thrash prügelt auf die Menge ein, die Band macht mächtig Druck und ihre Fans sowieso. Sängerin Prika Amaral überzeugt nicht nur mit ihren langen, blonden Haaren, sondern auch mit ihrer Growl-Stimme, die sie vielseitig einsetzt, um Akzente bei ihren Songs zu setzen. Für mich fast etwas zu viel Thrash, aber das Publikum feiert Songs wie Seed Of Death, Behind The Wall, Kill The Silence, Under Ruins oder Jailbreak und auch nach 45 Minuten hat die Menge immer noch nicht genug von Prika & Co., die sich über soviel positives Feedback sichtlich freuen. Sie versprechen, dass man sich spätestens bei der Tour von Testament und Obituary wiedersieht – zur Freude der Anhänger von Nervosa und so manchem neuen Fan nach diesem Abend. Die Brasilianer sind wohl die Überraschung bei dem Konzert, das durchweg – trotz der Hitze und der Enge – musikalisch und auch soundtechnisch überzeugen kann.















