Artist: Palaye Royal
Herkunft: Las Vegas, USA
Link: www.palayeroyale.com
Bandmitglieder:
Gesang – Remington Leigh
Gitarre – Sebastian Danzig
Schlagzeug, Keyboard – Emerson Barrett
Palaye Royal sind aktuell im Vorprogramm auf Tour mit dem Ausnahmekünstler Yungblud. Vor dieser wilden Reise konnten Fans die US-Amerikaner auf einer Headlinertour durch Europa erleben. Wir waren am 3. August in Dresden im Alten Schlachthof dabei (Eventbericht hier) und hatten die Gelegenheit, Drummer und Pianist Emerson Barrett ein paar Fragen zu stellen.
Time for Metal / Sascha E.:
Gestern habt ihr in Polen beim Pol’and’Rock Festival gespielt – und das vor einem riesigen Publikum, oder?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Absolut, ich glaube, es war das größte Konzert, das wir je gespielt haben. Es war ziemlich verrückt: Wir hatten eigentlich mit einer zwölfstündigen Anfahrt gerechnet, die sich dann aber auf 18 Stunden verlängert hat. Wir kamen nur zwei Stunden vor Showbeginn an, eine Stunde vorher war alles aufgebaut – und dann standen wir plötzlich vor 150.000 Menschen. Das war einer der unglaublichsten Momente unserer Karriere.
Time for Metal / Sascha E.:
Das Festival war früher unter dem Namen Woodstock bekannt. Es ist kostenlos und wird vom polnischen Staat unterstützt, richtig?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Ja, genau. Es war eine große Ehre, Teil davon zu sein.
Time for Metal / Sascha E.:
Bevorzugt ihr eigentlich solche riesigen Festivalshows oder eher kleinere Clubkonzerte?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Beides hat seinen Reiz. Aber in letzter Zeit fühlen wir uns immer mehr wie eine Festival-Band. Festivals haben einfach eine ganz besondere Energie.
Time for Metal / Sascha E.:
Ändert ihr dafür auch eure Setlist?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Ja, definitiv. Wir passen sie an – auch für uns selbst, damit es spannend bleibt. Viele Fans sehen uns immer wieder, manche schon zum 20. Mal. Also versuchen wir, Abwechslung reinzubringen. Bei Festivals spielen wir oft etwas härtere Songs, ohne eine reine Heavy-Band zu sein.
Time for Metal / Sascha E.:
Ihr seid ständig unterwegs. Kann man sagen, dass Palaye Royale einfach auf die Bühne gehören?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Absolut. Wir sind praktisch nonstop auf Tour, hatten dieses Jahr vielleicht zwei Monate Pause. Gerade haben wir ein neues Album geschrieben, also geht es immer weiter – und wir lieben es.
Time for Metal / Sascha E.:
Eure Fans scheinen sehr loyal und leidenschaftlich zu sein. Wie wichtig ist euch diese Verbindung?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Die Fans sind alles für uns. Wir haben das Gefühl, dass wir auf dieser Welt sind, um Kunst zu machen – sei es Musik oder bildende Kunst. Die Energie und Liebe, die wir von den Fans zurückbekommen, treiben uns an, selbst wenn wir müde sind. Viele bringen uns sogar Kunstwerke oder Geschenke. Diese Loyalität nehmen wir niemals als selbstverständlich.
Time for Metal / Sascha E.:
Gestern habt ihr auch betont, dass ihr mit eurer Musik das Erbe eurer Mutter weiterführt.
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Ja, das ist uns sehr wichtig. Sie wäre unglaublich stolz gewesen auf diese Shows. Wir fühlen uns verpflichtet, sie mit unserer Kunst zu ehren.
Time for Metal / Sascha E.:
Letztes Jahr habt ihr im Wembley gespielt. Das war für euch ein riesiger Meilenstein. Wie habt ihr das erlebt?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Wembley war ein langersehnter Traum, den wir seit unserer Kindheit hatten. Wir haben das Konzert etwa ein Jahr im Voraus angekündigt – und es war fast ausverkauft. Natürlich war der Druck riesig, aber am Ende war es eine unvergessliche Erfahrung. Lustigerweise fühlte sich das polnische Festival sogar noch wilder an, weil wir dort viel spontaner waren.
Time for Metal / Sascha E.:
Ihr seid sehr aktiv auf Social Media. Wie wichtig ist das für euch?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Heutzutage unverzichtbar. Es ist die direkte Verbindung zu unseren Fans, eine Möglichkeit, unsere Kunst und Community online zu teilen. Sebastian kümmert sich bei uns um alles – und ja, es ist wichtig, aber wir versuchen immer, dabei authentisch zu bleiben.
Time for Metal / Sascha E.:
Seit 2011 gibt es euch als Band. Wenn ihr auf 14 Jahre Bandgeschichte zurückblickt – wie fühlt sich das an?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Verrückt! Ich bin 28 und mache das also schon mein halbes Leben. Viele Fans begleiten uns von Anfang an und wir sind zusammen erwachsen geworden. Natürlich hätten wir manches in Sachen Business anders machen können, aber am Ende gehört das zum Leben dazu.
Time for Metal / Sascha E.:
Du hast immer mit deinen Brüdern zusammen gespielt – wie ist das für dich?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Genau, wir waren immer zusammen. Natürlich streiten wir manchmal, aber wir sind eine Familie und könnten uns das ohne einander nicht mehr vorstellen.
Time for Metal / Sascha E.:
Ihr habt gerade euer neues Album geschrieben. Was könnt ihr darüber verraten?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Vieles noch nicht (lacht). Wir haben die Songs auf Tour und bei Reisen – unter anderem in den Niederlanden – entwickelt. Produziert wird wieder von Chris, der auch Fever Dream gemacht hat. Im nächsten Monat nehmen wir die Songs auf, bevor es mit Yungblud weiter auf Tour geht.
Time for Metal / Sascha E.:
Davor habt ihr zwei EPs veröffentlicht. Warum nicht gleich ein Album?
Palaye Royale / Emerson Barrett:
Das Material hat einfach besser in EP-Form gepasst. The Bastards und Fever Dream waren große Alben, aber zwischendurch wollten wir die Fans nicht zu lange warten lassen. Mit den EPs konnten wir neue Songs schneller veröffentlichen und verschiedene Stimmungen ausprobieren – von melancholisch bis energiegeladen.



