Paganizer – As Mankind Rots

05.02.2026 - Death Metal - Xtreem Records - 39:15 Minuten

Achtung, Werbeblock. Die beiden hier, die mein Schaffen verfolgen, wissen, dass ich auch die Radiosendung Mähdrescher betreibe. Alle 14 Tage gibt es eine Stunde etwas auf die Ohren, und ich glaube, in den letzten Jahren gab es kaum eine Sendung von mir, in welcher ich keinen Song des Tausendsassa Rogga Johansson spiele. Ist schon Wahnsinn. Werbung Ende. Seine Hauptband ist und bleibt aber Paganizer und diese ist eben kein Projekt, sondern eine richtige Combo, welche seit 1998 aktiv ist und in regelmäßigen Abständen Alben heraushaut. Album Nummer 13 namens Flesh Requiem erschien im Jahre 2024 und zwei Jahre sind für den guten Rogga schon eine lange Zeit. Neben ihm sind noch die Zeitgenossen Matthias Fiebig, Martin Klasén und Kjetil Lynghaug an Bord. Alles natürlich auch keine Unbekannten im Death-Metal-Zirkus. U. a. sind sie bei Portal, Blodsrit, Ribspreader oder Stass aktiv. Seit 2015 zocken sie in dieser Konstellation zusammen, und das macht natürlich etwas aus beim Songwriting. Via Xtreem Music kommt nun Album Nummer 14 namens As Mankind Rots in die Regale.

Was will ich denn hören von Paganizer? Irgendeine Weiterentwicklung oder technische Spielereien? Innovatives Songwriting? Ich würde mal alles mit Nein beantworten. Ich möchte von einer schwedischen Death-Metal-Band Death Metal der alten Schule hören. Wenn ihr auch so denkt, dann seid ihr hier richtig, denn gleich der Opener As Mankind Rots zieht euch die Nägel aus den Fingern und den Zehen. Ohne Umschweife geht man auf Angriff und ballert einem ein geiles Riff um die Lauschorgane, gepaart mit punchigen Drum-Rhythmen. Jo, so mag ich es, so will ich es und ja, es ist nicht neu, aber es ist eben geil. Das Riff wird sicherlich schon eine andere Band, wahrscheinlich vielleicht Rogga selber, oder so ähnlich verwendet haben. Ist mir völlig egal. Kurzes Break und weiter geht es. Die Growls setzen ein und man geht weiter im Uptempo durch den Song, bis man dann das Tempo ein wenig herausnimmt und im Midtempo drückt und galoppiert, allerdings nur kurz, denn dann ist wieder Attacke angesagt. Genauso mag ich es. Kleine Verringerung des Tempos, aber man bleibt so was von aggressiv und straight forward. Die Burschen werden niemals müde und überzeugen hier auf ganzer Linie, denn auch die Gitarrenarbeit ist absolut lecker. Das Tempo wird immer wieder mal verändert, aber man bleibt immer bei einem hohen Aggressionsgrad, was auch oder insbesondere an der Trommelarbeit von Matthias Fiebig liegt. Blastbeats und rhythmische Momente ergänzen sich hervorragend. Ein mehr als würdiger Opener, der ohne irgendeinen Schnickschnack auskommt und irgendwie an eine nicht ganz so schnelle Version von Vomitory erinnert. Und das ist von einem Vomitory-Fan mehr als ein Lob, würde ich sagen.

Dass die Burschen nicht nur straight in the face können und auch ein Händchen für ein gutes und abwechslungsreiches Songwriting haben, beweisen sie bei dem Song Devoured. Das Teil groovt ohne Ende und überzeugt absolut wieder mit dem Riffing. Ist ja auch klar, und den Namen Rogga muss ich ja nicht noch einmal erwähnen, hehe. Doch, muss ich, logo. Wer jetzt denkt, in diesem Song gibt’s keine Action oder man scheppert nur langsam vor sich hin, der täuscht sich natürlich. Auch hier gibt es kleine Tempoverschärfungen zur rechten Zeit, aber der Fokus liegt hier definitiv auf dem Groove und der Gitarrenarbeit. Die Drums pushen wieder ohne Ende und die gutturalen Vocals killen. Nach knappen drei Minuten kommen sie dann mit einem geilen melodischen Riff um die Ecke und grooven am Ende noch einmal. Einige Screams gesellen sich zur rechten Zeit dazu. Komplett überzeugend.

Paganizer überzeugen wie immer

Paganizer ist meine favorisierte Band von Rogga und hat mich noch nie enttäuscht. Die Alben sind mehr als Standard und heben sich meines Erachtens immer ein wenig von den anderen Alben seiner Projekte ab.

Hört euch mal dieses melodische Lead bei Aftermath Bleeder an. Einfach nur geil. Ein kleiner Growl und dann geht es ab in eine schwedische Attacke. Großartig. Das melodische Lead wird verfolgt und mit treibenden Drums kombiniert. Break, wieder ein Bääähhh und Attacke im schwedischen Stil. Ich bin durchaus begeistert. So geht es weiter, Break, die Gitarren spielen vor und man knallt einen kongenialen Groove heraus, der dann wieder von einem melodischen Part abgelöst wird. Break und wieder zurück zum Anfang. Am Ende dann ein Scream und Schluss mit lustig. Man hat zwar das Gefühl, dass der Song irgendwie abrupt endet, aber manchmal reichen eben auch knappe drei Minuten aus, um im Death Metal sehr viel erzählen zu können.

Man muss sagen, dass sich Paganizer anno 2026 sehr abwechslungsreich zeigen. Neben den ganzen schnellen Elementen haben sie auch ein Händchen für düstere Atmosphäre, wie man z. B. bei Hollow hören kann, und natürlich auch eine Idee davon, wie man den Nacken des heimischen Anlagenbesitzers zerstören kann. Dieses kann man gut beim Song A Testament To Madness wahrnehmen.

The Rotting End kommt mit dissonanten Gitarrenläufen um die Ecke und bietet somit eine gelungene Ablenkung.

Am Ende haben sie den Vanans Makt(mit Gastvocals von Lastkay 14) und liefern ein wenig Crossover ab. Wer kann, der kann.

Geiler Sound und gelungenes Artwork

Das Ganze wird dann mit einem Sound präsentiert. Das gelungene Songwriting wird tatkräftig unterstützt. Mixing und Mastering wurden wieder von Ronnie Björnström vorgenommen. Absolut geile Arbeit. Ivan Bragin (The Gathering, October Tide, Woods Of Ypres) hat sich dem künstlerischen Aspekt des Albums angenommen und ein richtig düsteres und gruseliges Cover erstellt.

Hier geht es für weitere Informationen zu Paganizer – As Mankind Roots in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Paganizer – As Mankind Rots
Fazit zu As Mankind Rots
Paganizer sind und bleiben Paganizer und wie immer überzeugen sie den alten Death-Metal-Fan hier vor der Anlage. Dabei machen sie nicht wirklich etwas anders als sonst, aber vielleicht ist es auch der Grund, warum ich es so stark finde. Innovativ ist natürlich etwas anderes, aber Paganizer stehen eben für old schooligen Death Metal überwiegend schwedischer Natur und ziehen dieses gnadenlos durch. Hier geht es direkt zum Kern der Sache und jedes Riff sitzt und jeder Drumschlag ist gut überlegt, aber man schafft sich auch Platz für atmosphärische Momente, melodische Passagen und Nackenbrecher-Einsetzer. Bis auf kleine Ausnahmen ein gradliniges Death-Metal-Album mit absolut fetziger Produktion.
Death Metal Victory!

Anspieltipps: As Mankind Rots und Aftermath Bleeder
Michael E.
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