Aeon – God Ends Here

Death Metal und der Kampf gegen die Religion

Artist: Aeon

Herkunft: Schweden

Album: God Ends Here

Spiellänge: 49:38 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 15.10.2021

Label: Metal Blade Records

Link: https://aeon666.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Tommy Dahlström
Gitarre – Sebastian Nilsson
Gitarre – Daniel Najib Dlimi
Bassgitarre – Tony Östman
Schlagzeug – Janne Jesper Jaloma

Tracklist:

  1. The Nihilist
  2. Liar’s Den
  3. Let It Burn
  4. Opheus Indu Inferis
  5. Church Of Horror
  6. Deny Them Eternity
  7. Forsaker
  8. Into The Void
  9. God Ends Here
  10. Severed
  11. Just One Kill
  12. Mephistopheles
  13. Let The Torturing Begin
  14. Despite The Cross
  15. Overture: Magnum Reginae
  16. Queen Of Lies

Aeon ist eine Combo, die man als Death Metal Fan kennen sollte. Die Schweden sind schon seit 1999 dabei und haben in den Jahren 2005 bis 2012 vier Alben herausgebracht. Danach wurde es allerdings sehr ruhig um die Band. 2019 kam noch einmal eine Box (mit den Alben Rise To Dominate, Path Of Fire und Aeons Black). 2020 wurde der Drummer getauscht und nun ist der aktuelle Dark Funeral Schlagzeuger hinter der Schießbude. In dieser Konstellation machte man sich auf, neues Material zu schreiben und nun ist nach neunjähriger Wartezeit Album Nummer fünf am Start.

Los geht es mit The Nihilist. Ein kleines, stimmungsvolles und bedrohliches Intro.

Ziemlich lange hat man von Aeon nichts gehört, aber bei Liar’s Den hört man gleich, dass sie nichts verlernt haben. Noch immer kreist der Death Metal Hammer über deren Köpfen und die Füße bearbeiten die Doublebass. So soll es sein. Total aggressiv, dabei immer ein wenig dunkel und atmosphärisch. Nach dem knüppeligen Beginn nimmt man dann das Tempo raus und danach holt man ein Solo heraus, welches so richtig zelebriert wird. Dann baut man den Song wieder auf, um einen atmosphärischen, schon beinahe orchestralen Part einzubauen. Kommt sehr geil. Die Vocals sind schön growlig, aber nicht zu tief und passen total, genau wie die Produktion, die einfach nur derbe stark ist. Und die Doublebass, die auch oder gerade in den ruhigen Passagen eingesetzt wird, kommt so etwas von zerstörerisch. Geiles Brett.

Let It Burn arbeitet mit diesem Druck einfach weiter. Wer hätte auch etwas anderes gedacht? Ich nicht! Treibendes Midtempo, kurzes, melodisches Lead und wieder diese drückende Doublebass – und dann wird schön Fahrt aufgenommen. Klaro, lobe ich hier die ganze Zeit den Drummer, aber auch das Riffing hat es in sich. Auch hier wieder ein verschleppter Part. Schöne Grüße von Morbid Angel. Das „Fire“ will man gleich mitgrölen. Einige Screams gibt es auch zu hören. Schön aggressiv der ganze Spaß, vor allem, wenn der Gesang gedoppelt wird. Ein vertrackter Part wird eingefügt. An technischen Fähigkeiten und Ideen mangelt es den Schweden definitiv nicht. Und dann noch einmal dieser Morbid Angel Part und alle „Fire – Let it Burn„. Schockt total.

Erst hört man die ganze nichts von ihnen und dann auf einmal 16 neue Songs? Mitnichten, mitnichten, denn es sind neben The Nihilist mit Opheus Indu Inferis, Into The Void, Mephistoteles und Overture: Magnum Reginae noch vier weitere Intros vorhanden.

Ansonsten bieten sie echt fetten Death Metal amerikanischer Natur. Immer wieder schimmern die guten alten Morbid Angel durch. Besonders beim letzten Song Queen Of Lies ist das beim Riffing zu hören – das ist einfach nur geil. Der Song selber schleppt sich im Midtempo durch die Botanik und liefert wieder geile Drumaction. Mit sechs Minuten aber definitiv zu lang, trotzdem fett.

Dazwischen gibt es auch viel zu entdecken. Natürlich muss man da den Titeltrack God Ends Here erwähnen. Sehr atmosphärisch, sehr bedrohlich und sehr druckvoll. Technisch auf ganz hohem Niveau, ohne sich jedoch zu verzetteln. Der groovende, schleppende Part mit durchdrehender Doublebass dürfte Nile-Fans besonders begeistern, aber auch Hate-Anhänger dürften interessiert sein. Aeon erschaffen hier Brutalität nicht dadurch, dass sie so schnell wie möglich agieren, sondern dass sie so böse wie möglich klingen. Und das ist ihnen hier geglückt. Sehr viel Chaos wird geboten und dieses nimmt man gerne an, denn es ist geordnet.

Wie der Titel es schon verrät, geht man textlich mal wieder ordentlich gegen die Kirche und ihre Schergen an. Gott kommt auch nicht so gut weg. Musikalisch passt der Death Metal natürlich hervorragend dazu. Gutes Album, aber hier und da sind schon Parts, die einfach nur da sind.

Aeon – God Ends Here
Fazit
Gekonnt schaffen Aeon wieder den Spagat zwischen schnellen Passagen, Doublebass-Attacken und groovigen Einlagen. Amerikanischer Death Metal steht auf der Agenda, welcher mit sehr vielen Zusätzen versehen wurde. Interessantes Songwriting, obwohl es auch einige Parts gibt, die irgendwie ins Niemandsland verschwinden. Dafür gibt es orchestrale Einflüsse und auch Ausflüge in den Black Metal Bereich. Gutes Album.

Anspieltipps: Let It Burn und Church Of Horror
Michael E.
7.2
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