“Vier unterschiedlichste Facetten aus Punk & Hardcore“

Bands: Anti-Flag, Silverstein, Cancer Bats, Worriers

Ort: Live Music Hall, Köln

Datum: 20. Oktober 2018

Kosten: 30,90€ im VVK

Genre: Punk, Harcore, Metalcore

Besucher: ca. 1500 Besucher

Veranstalter: Prime Entertainment & w-why-z

Facebook: Link

Setlist: 

  1. Gatekeeper
  2. Brightest Day
  3. Road Sick
  4. Pneumonia Hawk
  5. Hail Destroyer
  6. Fear Will Kill Us All
  7. Lucifer’s Rocking Char
  8. Sabotage
  9. Pray For Darkness
  10. Bricks & Mortar

  1. Ghost
  2. Massachusetts
  3. Milestone
  4. Whiplash
  5. Retrograde
  6. Stand Amid The Roar
  7. Vices
  8. Sacrifice
  9. Your Sword Versus My Dagger
  10. Smile In Your Sleep
  11. My Heroine
  12. The Afterglow

  1. Die For The Government
  2. I Came. I Saw. I Believed
  3. Broken Bones
  4. Underground Network
  5. Cities Burn
  6. Racists
  7. Fuck Police Brutality
  8. Trouble Follows Me
  9. Turncoat
  10. All Of The Poison, All Of The Pain
  11. The Criminals
  12. 1 Trillion Dollar$
  13. This Is The End (For You My Friend)
  14. American Attraction
  15. Death Of A Nation
  16. The Press Corpse
  17. When The Wall Falls
  18. Drink Drank Punk
  19. Brandenburg Gate

Auf Grund einer nachfolgenden Party beginnt der Einlass für das Konzert bereits um 17:00 Uhr. An einem Samstag sollte das eigentlich nicht so tragisch wie unter der Woche. Die geringe Anzahl an Zuschauern bei den Worriers lässt allerdings vermuten, dass der Beginn um 17:30 doch deutlich zu früh oder schlecht kommuniziert ist. Dementsprechend schwer tut sich die Band auch damit etwas Stimmung in die Live Music Hall zu bekommen. Vielen ist die Band nicht bekannt und vielleicht auch eine Nummer zu soft. Schade eigentlich, Talent und Engagement stimmen auf jeden Fall.

Nach gut 30 Minuten ist der Spaß auch schon vorbei und nach sehr kurzer Umbaupause folgen um 18 Uhr bereits die Cancer Bats. Hier ist der Saal ebenfalls noch recht luftig gefüllt. Bedenkt man, dass die Kanadier Mitte des Jahres als Headliner einen Club in Köln vollständig ausverkauft haben, kann man nun endgültig das Urteil fällen, dass das Konzert zu früh geplant wurde. Erst in der Mitte des Sets füllt sich die Halle ein wenig. 10 Songs spielen die Jungs, darunter wenige Überraschungen. Songs vom neuen Album The Spark That Moves gesellen sich zu Klassikern wie Bricks & Mortar, Hail Destroyer, Road Sick oder Lucifers Rocking Chair. Natürlich darf auch das Beastie Boys Cover Sabotage nicht fehlen. Diesen performen die Jungs mit Chris #2 von Anti-Flag und diesem gelingt es, sowohl das Publikum, als auch die Band nochmal zu pushen. Trotz der grandiosen Performance und der unbändigen Energie der Jungs, kommt auch bei den Cancer Bats keine richtige Stimmung auf – wo sonst Circle Pits toben, klafft heute zunächst eine große Lücke im Publikum.

Gegen 19:30 geht’s dann mit Silverstein weiter und jetzt hat sich die Halle endlich angemessen gefüllt. Die Band, bei der es einem vorkommt als wären sie nie nicht auf Tour, spielt ihr Set routiniert runter, das Publikum kennt den ein oder anderen Song und lässt sich auch sporadisch auf Interaktionen mit der Band um Sänger Shane Told ein. Die Kanadier dürften allerdings auch schon schönere Auftritte mit größerer Begeisterung für die eigene Sache erlebt haben. Erst bei der heimlichen Band-Hymne My Heroine oder dem ähnlich bekannten Smile In Your Sleep kommt die typische Silverstein-Stimmung mit Fangirl-Atmosphäre auf. Hier kann die halbe Halle den Text mitsingen, das Publikum bekommt den obligatorischen Part, bei dem es alleine weitersingen darf und alle sind zufrieden und glücklich. Silverstein erfinden sich mal wieder nicht neu, müssen sie aber auch gar nicht, dazu sind ihre Shows dann doch zu solide.

Den bisherigen Verlauf des Abends stellen Anti-Flag dann völlig auf den Kopf. Die Halle wird nochmal ein paar Prozent voller, die schnellen Punk-Hymnen der Band heizen dem Publikum ordentlich ein und die Band selbst reißt sich nach Strich und Faden das Hinterteil auf, um die Stimmung auf Vordermann zu bringen. Und tatsächlich gelingt der Band das, was ihre drei Vorgänger mit nur mäßigem Erfolg versucht haben: es gibt Circle Pits und es wirkt plötzlich als sei die gesamte Halle in Bewegung. Ob das jetzt daran liegt, das Anti-Flag die bessere Performance hinlegen, das Live-tauglichere Material haben oder das Publikum einfach zu großen Teilen für die Amerikaner vor Ort ist, lässt sich nicht eindeutig feststellen. Am wahrscheinlichsten ist allerdings eine Kombination der drei Faktoren. Nichtsdestotrotz sind die Performance und die Energie der Jungs nicht zu verachten – so viel Action sucht man bei vielen Metal-Shows vergebens. Mit den Anti-Flag-typischen politischen Ansprachen zwischen zieht die Band das Publikum dann endgültig in ihren Bann. Die Reaktionen auf Anti-Nazi- und Anti-Trump-Paraloren sind jedenfalls beeindruckend. Sollte man das jetzt positiv sehen, weil so viele junge Leute sich für das Thema sensibel zeigen oder ist das eher beunruhigend, weil sich offensichtlich so viele Leute ernsthafte Sorgen machen müssen? So oder so geht hier sicher niemand nach Hause ohne zumindest kurz über die Thematik nachzudenken. Dadurch haben Anti-Flag ihre Bestimmung wohl erfüllt und können sich gleichzeitig noch auf die Schulter klopfen auch ohne den politischen Anteil eine herrliche Show hingelegt zu haben.

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