Arkona – Khram

“Mit Blut geschrieben!“

Artist: Arkona

Herkunft: Moskau, Russland

Album: Khram

Spiellänge: 74:00 Minuten

Genre: Folk Metal, Folk Black Metal, Pagan Metal

Release: 19.01.2018

Label: Napalm Records

Link: www.arkona-russia.com

Bandmitglieder:

Gesang – Mascha „Scream“
Gitarre – Sergei „Lazar“
Bassgitarre – Ruslan „Kniaz“
Sackpfeife und Flöte – Vladimir „Volk“
Schlagzeug – Andrey Ischenko

Tracklist:

  1. Mantra (Intro)
  2. Shtorm
  3. Tseluya Zhizn`
  4. Rebionok Bez Imeni
  5. Khram
  6. V Pogonie Za Beloj Ten`Yu
  7. V Ladonyah Bogov
  8. Volchitsa
  9. Mantra (Outro)

Zum achten Mal öffnet sich das Tor in die Welt von Arkona. Das neuste Werk der Russen um die charismatische Frontfrau Mascha trägt den schlichten Namen Khram, was nichts anderes bedeutet wie Tempel. Ein naturmystischer Ort, der uns allen offensteht und hinter nächtlichen Baumwipfel schlummert.

Die Anfänge Arkonas waren noch geprägt von Folk und lustigen Liedern, die getrost in jeder Schänke am Wegesrand laufen könnten, aber spätestens das Vorgängeralbum Yav schlägt eine Richtung ein, die düsterer und ernster ist. Dieser mystischere Weg wird nun auf dem neuesten Werk noch deutlicher und zeigt, in welche Richtung Arkona sich musikalisch bewegen. Schon allein, dass es Gerüchte gibt, Mascha würde ihre Texte mit eigenem Blut niederschreiben, untermauert die neue Ausrichtung der Band. Früher hätte man das mit Bier und Wodka gemacht.

Das dunkle Gesicht steht ihnen hervorragend, auch wenn sich eventuell viele ältere Fans nicht mehr so ganz wiederfinden werden. Eingerahmt wird der Tempel vom Song Mantra, der gesprochen an ein Ritual erinnert und für ordentlich Gänsehaut sorgt. Shtorm, das erste wahre Lied, brettert dann gleich ordentlich los und zeigt, wo der Hammer hängt. Die Gitarren sind druckvoll und Maschas Gesang in den tiefen wie auch in den klaren Passagen ist ein Hochgenuss für meine Ohren. Mit Tseluya Zhizn` folgt danach das mit siebzehn Minuten längste Stück von Khram, was an Atmosphäre punktet. Die anfängliche Skepsis wegen der Länge verfliegt beim Hören, denn immer wieder kommen unterschiedliche Stimmungsmomente zum Vorschein, die sich zwar wiederholen aber zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lassen. Anzumerken ist, dass die Folkelemente zwar noch vorhanden sind, aber stark in den Hintergrund genommen wurden.

V Pogonie Za Beloj Ten`Yu ist ein gutes Beispiel und zeigt alle Facetten, die Khram zu bieten hat. Im Vorfeld schon als Video veröffentlicht und genau das, was ich brauche, um in dieses Werk einzutauchen. Besonders beeindruckt hat mich der Ambient Mittelteil, der auch hier eine Gänsehautstimmung aufbaut, was schon lange kein Album mehr so bei mir geschafft  hat. Die Vielseitigkeit, die Khram an den Tag legen, ist schon beeindruckend. Sei es das Piano am Anfang von V Ladonyah Bogov oder der tolle Gesang von Volchitsa, wo doch noch die russischen Folkwurzeln zum Vorschein kommen. Am Ende folgt dann noch der zweite Teil von Mantra und schließt die Tempeltüre wieder zu. Klasse

[youtube]bW0-UxyXpUo[/youtube]

Fazit: Geht in den Tempel, lasst euch fallen und lauscht den dunklen Ritualen, die uns Arkona hier um die Ohren hauen. Yav hat mich damals schon gepackt, aber Khram reißt mich völlig mit. Ein einfaches Album ist es mit Sicherheit nicht und eignet sich auch nicht zum eben nebenbei anhören. Hier muss man sich Zeit nehmen und genießen. Erst dann öffnet sich die komplette Welt mit all ihren Schattierungen. Tolles Album und definitiv eine Kaufempfehlung.

Anspieltipps: V Pogonie Za Beloj Ten`Yu
Rene B.
9.7
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9.7
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