Beartooth – Below

Die Bären greifen wieder an!

Artist: Beartooth

Herkunft: Columbus, Ohio

Album: Below

Spiellänge: 44:38 Minuten

Genre: Metalcore

Release: 25.06.2021

Label: Red Bull (Sony Music)

Link: http://www.beartoothband.com

Bandmitglieder:

Gesang – Caleb Shomo
Gitarre und Backgroundgesang – Zach Huston
Gitarre – Will Deely
Bassgitarre – Oshie Bichar
Schlagzeug – Connor Denis

Tracklist:

  1. Below
  2. Devastation
  3. The Past Is Dead
  4. Fed Up
  5. Dominate
  6. No Return
  7. Phantom Pain
  8. Skin
  9. Hell Of It
  10. I Won’t Give It Up
  11. The Answer
  12. The Last Riff

Immer wieder neu erfinden sich Beartooth, fast schon ironisch, dass die Band aus Columbus dem Entdecker stammt – sind solche flachen Witze eigentlich erlaubt? Nichtsdestotrotz haben die Amerikaner mit Below wieder richtig einen rausgehauen und haben wieder etwas an ihrem Stil geändert – was diesmal aber echt positiv aufzugreifen ist. Hierbei wurden die Jungs auch wieder von Sony Music unterstützt, welche schon seit Anfangszeiten dafür sorgen, dass die Platten auf dem richtigen Markt landen. Innerhalb von sieben Jahre kommt das vierte Album auf den Markt und ist somit der fast direkte Nachfolger von Disease, welches 2018 erschienen ist. Zwischen den beiden LPs schob sich noch eine kleine EP namens The Blackbird Session, welche aber zu dem ganzen Konstrukt Beartooth nicht hundertprozentig passte. Dafür darf man sich die Zahlen in Deutschland gerne näher anschauen, denn Below wird im Gegensatz zu den älteren Alben unglaublich gut angenommen, so kommt es zu einem Platz 10, wohingegen die letzteren Alben nur Plätze 49 und 80 belegten, also hier schon mal Hut ab und Glückwunsch – das kann sich absolut sehen lassen!

Die Platte hat die klassischen Caleb Bärenstimmen, so wie wir sie kennen und lieben, die gehen uns auf jeden Fall schon mal nicht verloren, wäre ja sonst auch etwas komisch. Dafür sind die allgemeinen Melodiecharakteristiken etwas anders. Die sonst harten Klänge, welche das komplette Album dominieren, werden jetzt mit etwas angenehmeren melodienreichen, fröhlichen Riffs begleitet und das Ganze bekommt, zumindest für meinen Teil, einen richtig schönen Sommervibe. Dies bedeutet aber zu keinem Zeitpunkt, dass der Moshpit nicht eröffnet werden kann, die brutalen Härten und schonungsloses Brüllen stehen immer noch an der Tagesordnung, denn die Bären fressen alles, was nicht bei drei auf dem Baum sitzt. Aber auch das wird euch nicht vor den niederschmetternden Soundwellen schützen.

Ich kenne Beartooth seit 2014, bin mit dem ersten Album Disgusting mit dabei und bin einfach stark beeindruckt, was man aus stumpfem Geschmetter machen kann, wenn man seinen Kopf einschaltet und einfach über den Tellerrand hinausschaut. Denn genau das ist hier das erste Mal so richtig passiert – dafür kann man nur ein Lob aussprechen, auch wenn mir ein oder zwei Songs auf der Platte nicht gefallen. Aber wenn ein Album wirklich perfekt ist, dann ist es doch auch nicht das volle Erlebnis – man braucht immer diesen einen Song, den man ständig skipt! Das gehört einfach zu jeder guten Scheibe dazu – keine Widerrede! Phantom Pain gehört auf jeden Fall nicht zu diesen Liedern, die eingebauten Breakdowns erschüttern mich und haben mich beim ersten Hören auch wirklich zusammenzucken lassen, ich war schlicht und ergreifend darauf nicht vorbereitet – also Achtung! Aber genial umgesetzt, dass sich für mich die Kunst, welche eine Metalcoreband draufhaben muss, einfach spontan überrascht. Der nachfolgende Song Skin ist dafür der Song, welchen ich überspringe, die Stimmung ist mir persönlich zu fröhlich – es ist eine fröhliche Version von My Chemical Romance und das ist nicht so meins, mir fehlen hier die Aggression und die nötige Härte im ganzen Verlauf des Songs. Auch wenn er gegen Ende Spannung aufbaut, ist das kleine Desaster am Anfang nicht mehr zu retten, aber hey, das muss so sein!

Am Ende bin ich mit der Platte voll zufrieden und sie ist ein Hauptbestandteil meiner Sommer CDs, welche wirklich nur bei gutem Wetter rausgeholt werden und ins Auto verfrachtet werden, weil es bockt, einfach ungemein die Scheibe laut auf der Straße zu donnern, die Nachbarschaft damit früh um sieben Uhr zu wecken und dabei dem Sonnenaufgang entgegenzufahren.

Beartooth – Below
Fazit
Was gibt es zu sagen? Meine Pubertät wurde von Beartooth begleitet und ich liebe sie immer noch – ohne Ausnahme! Das Album glänzt auf andere Art und Weise und eröffnet eine neue Ära Bärengeschrei. Voller Energie bringt mich das Album auf Touren und die Boxen drehen sich selbstständig lauter – was will man dem eigentlich dann noch hinzufügen? Das müsste eigentlich schon alles aussagekräftig genug sein.

Anspieltipps: Devastation, No Return und Hell Of It
Paul M.
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