Behemoth – In Absentia Dei

Ein Maßstab aus der Hölle

Artist: Behemoth

Herkunft: Danzig, Polen

Album: In Absentia Dei

Spiellänge: 105:48 Minuten

Genre: Blackened Death Metal

Release: 17.12.2021

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.behemoth.pl/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Adam „Nergal“ Darski
Gitarre und Backgroundgesang – Patryk Dominik „Seth“ Sztyber
Bassgitarre und Backgroundgesang – Tomasz „Orion“ Wroblewski
Schlagzeug – Zbigniew Robert „Inferno“ Prominski

Tracklist:

  1. Evoe
  2. Wolves Ov Siberia
  3. Prometherion
  4. From The Pagan Vastlands
  5. Blow Your Trumpets Gabriel
  6. Antichristian Phenomenon
  7. Conquer All
  8. Lucifer
  9. Ora Pro Nobis Lucifer
  10. Satan’s Sword I Have Become
  11. Ov Fire And The Void
  12. Chwala Mordercom Wojciecha
  13. As Above So Below
  14. Slaves Shall Serve
  15. Chant For Ezkaton 2000 e v.
  16. Sculpting The Throne Ov Seth
  17. Barzabel
  18. Decade Of Therion
  19. O Father O Satan O Sun!

Man hat ja mittlerweile viel gesehen – viele Online-Events und Shows, aber das, was Behemoth hingelegt haben, übertrifft einfach alles! Nicht nur, dass der Sound überragend ist und mich in jeglicher Art und Weise geflasht hat, nein, auch die Show selbst war nicht von dieser Welt. Deshalb bin ich auch so unglaublich froh, dass Nuclear Blast Records sich des Projekts angenommen hat und die Liveperformance nun kurz vor Weihnachten als Audio- und Videomedium erhältlich sein wird. Das Ganze läuft unter dem Titel In Absentia Dei – genauso, wie Behemoth auch ihre legendäre Show genannt haben.

Nach dem unglaublich epischen Intro spring man sofort auf höchstes Niveau und Evoe leitet die Show ein. Man wird hier direkt von dem massiven Sound überrollt und bei der richtigen Anlage verspürt man den Drang, den Nachbarn zu zeigen, wie laut eine Liveshow wirklich ist. Das ist definitiv faszinierend, weil das Mastering einer Bühnenshow viel zu ähnlich ist. Passend dazu gibt es auch die richtige Setlist, welche keine Wünsche offenlässt und mich als großen Behemoth-Fan von Anfang bis Ende zufriedenstellt – was hat man aber auch anderes erwartet? Man kennt die Polen so und sie wissen auch, was die Fans hören wollen. So geht es direkt weiter mit Wolves Ov Siberia! Das enorme Tempo lässt jedes Herz höherschlagen und Prometherion als direkter Nachfolger animiert, den Moshpit im Wohnzimmer zu eröffnen. Diese Übersprungshandlungen sind absolut normal, wenn man monatelangen Entzug erleiden musste. Bei klirrenden Gläsern, welche kurz davor sind zu zerspringen, donnern Behemoth weiter. Inferno zeigt kein Erbarmen und feuert eine Bassdrum-Bataillon nach der anderen raus.

Dabei ist anzumerken, dass Behemoth sich zu keinem Zeitpunkt anmerken lassen, dass die Kirchenruine, in der sie spielen, komplett leer ist. Es werden mehr als 110 Prozent gegeben, um das Erlebnis perfekt zu machen und das ist ihnen absolut gelungen! Wer aber auch einer der besten seiner Klasse ist, möchte sich das auch nicht so schnell wieder nehmen lassen. Blow Your Trumpets Gabriel, einer der bekanntesten Songs, wird mystisch eingeleitet und hier werden die einzelnen Parts des Stückes deutlich! Die Performance ist in insgesamt vier Akte gegliedert, wobei jeder Akt sein eigenes Intro hat – dies macht die Show wesentlich lebendiger, atmosphärischer und einzigartiger! Nergal sorgt währenddessen für die unangenehme Atmosphäre, indem er die Worte „Blow Your Trumpets Gabriel“ extra abartig betont und wer hier nicht seine eigene Seele mit herzzerreißenden Screams verstümmelt, der hat seine Anlage nicht laut genug aufgedreht. Das muss sein! Nergals und Seths Riffs lassen jede Wand erzittern und ich bin beeindruckt, wie gut mittlerweile eine Live-CD sein kann – falls man die Scheibe als solche überhaupt betiteln darf, denn richtig live ist es ja nicht, aber das fällt bei der Qualität keinem auf – so viel sei versprochen! Messe Noire ist hierzu kein Vergleich! Nach der kurzen Ansprache Nergals eröffnet sich vor uns Conquer All. Orion stellt sich in den Mittelpunkt und sorgt dafür, dass am Ende wirklich jeder Zuschauer mit Parkinson die Show verlässt, seine Griffe sitzen perfekt – er spielt, als würde er Omikron in die Hölle schicken wollen – obwohl diese Variante zum Aufnahmezeitpunkt nicht mal da war.

Mein persönliches Highlight von In Absentia Dei ist dann noch Ora Pro Nobis Lucifer und O Father O Satan O Sun! Die Umsetzung live und das Mastering, gerade bei den Songs, ist noch mal ein besser und Perfektion war hier vor allem oberstes Gebot. Dies ist auch der Grund, weshalb ich Behemoth einfach liebe – mit halben Sachen wird sich hier nicht zufriedengeben. Das war auch die Voraussetzung dieses Events – neue Maßstäbe setzen und zeigen, was alles geht! Das ist aus meiner Sicht auch gelungen, so etwas Abgefahrenes habe ich bis dato weder gesehen noch gehört. Der Ausblick, die Vorfreude auf kommende Konzerte wurde dadurch zwar noch viel extremer und man verspürt einen noch extremeren Schmerz, aber hiermit kann man die Zeit bis dahin echt gut überbrücken. Wer die Sehnsucht verspürt, sich wieder vor eine Bühne zu stellen, kann hier der Sehnsucht etwas, nein ein ganzes Stück Abhilfe verschaffen.

Behemoth – In Absentia Dei
Fazit
Die Maßstäbe, welche gesetzt wurden, sind nicht von dieser Welt, so viel steht schon mal fest! Manche Studioalben erreichen diese Qualität nicht, was erschreckend ist, sogleich aber auch faszinierend, wie man so was erschaffen kann. Die Show kommt direkt aus der Hölle und ist bestimmt, alles in Schutt und Asche zu legen. Ich kann diese Show jedem empfehlen und dabei ist es egal, ob man sich die CD oder die DVD zulegt, aber für jeden Liebhaber ist diese Scheibe ein Muss!

Anspieltipps: Wolves Ov Siberia, Lucifer, Ov Fire Nobis Lucifer und Slaves Shall Serve
Paul M.
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