„Die Malteser Death Metal Tempelritter auf Kreuzzug“

Artist: Bound To Prevail

Herkunft: Birkirkara / Malta

Album:  Omen of Iniquity

Genre: Death Metal

Spiellänge: 29:19

Release: 25.08.2017

Label: Eigenrelease / Independent

link: https://boundtoprevail.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Bass – Chris Borg
Guitars – Tyrone Mifsud
Guitars – Jean Vella
Vocals – Alan ‚zZazZu‘ Briffa
Drums – Mark Farrugia Sant’Angelo

Tracklist:

01. Survival Of The Sickest
02. The Throne Where Gods Bleed
03. Aeons Of Carnage
04. Contorted Divergence
05. Irreverent Progeny

Heute bin ich auf den Spuren der Tempelritter auf Malta. Bei Grabungsarbeiten habe ich die EP Omen of Iniquity der maltesischen Death Metal Tempelritter Bound To Prevail gefunden.

In der Hand halte ich ein kleines Juwel in toller Aufmachung und Artwork, für die sich Illustrator und Graphic Designer Etienne Bugeja verantwortlich zeigt. Und der Inhalt hat es wirklich in sich. Dieser wurde von Ronnie Bjornstrom gemischt und gemastert. Er war bereits für die Bands Aoen und Beheaded tätig.

Bound To Prevail gründeten sich im Herbst 2014, um die lokale Underground Metal Szene in Malta mit ihrem deftigen und ungestümen Death Metal zu erobern. Ihr Livedebüt hatten Bound To Prevail beim Xtreme Metal Assault Festival im Sommer 2016 in Paola (Malta). Aufgrund ihres sensationellen Auftrittes folgten schnell eine Reihe von Shows als Support für Bands wie Fleshgod Apocalyse, Vader, Entombed A.D. und Mayhem. Sie durften also bereits direkt Kontakt zur obersten Liga halten.

Bereits im Sommer 2017 durfte ich Bound To Prevail beim Death Feast – The Most Brutal Festival in Europe – in Andernach erleben, wo im Line-up unter anderem auch Whitechapel, Suffocation, Vital Remains, Cryptopsy und andere Hochkaräter spielten. Also schon wieder in der obersten Liga mit dabei. Die maltesischen Tempelritter von Bound To Prevail hinterließen mit ihrem Gig dort nicht nur bei mir mächtigen Eindruck.

Bound To Prevail verarbeiten in ihrem Death Metal eine Menge Einflüsse anderer Subgenres des Extrem Metals, bleibt dabei aber immer erdig. Eine Prise Grind ist immer dabei und gibt dem Ganzen die notwendige Würze.

Omen of Iniquity kommt als schönes Digipack und als Jewelcase daher und ist über die Bandcampseite zu bestellen. Beide Versionen enthalten ein Booklet mit den Lyrics.

Bereits der erste Song Survivor of The Sickest zeigt, wo es lang geht. Dicker fetter Death Metal mit leichten Grindeinflüssen. Sänger Alan ‚zZazZu‘ Briffa grunzt wie ein Berserker. Growls und Shouts sind bis zum Zerbersten angesagt. Typische Grind Quiecker dürften auch nicht fehlen. Tolle Gitarrenläufe sind zu hören. Dem darf der Bass aber nicht nachstehen. Chris Borg am Bass wird ebenfalls dazu animiert, seinen Bass mal in der ganzen Fläche auszumessen.

Ganz heftig geht es auf dem Thron, auf dem die Götter bluten, weiter. Die Qual und das Blut der Götter sind zu spüren. Tempowechsel sind an der Reihe, in denen Schlagzeuger Mark Farrugia Sant’Angelo seine Drums als Maschinengewehr austestet. Das Ganze hat einen irren Groove und der Song wirkt ausgesprochen schwer. The Throne Where Gods Bleed erschüttert den Thron in seinen Grundwerten. Gegen Ende tolle Gitarrensoli, die von Mark Farrugia Sant’Angelo an den Drums beschossen werden.

Aeons Of Carnage breitet zunächst ganz langsam einen schwermütigen Teppich im Midtempo aus und wird dann immer schneller. Tolle Gitarrenarbeit. Alan ‚zZazZu‘ Briffa an den Voices ist einfach genial. Der ständige Wechsel zwischen Growls und Shouts ist schon beängstigend. Mit 07:36 Minuten ist Aeons Of Carnage das längste Stück auf der EP. Beeindruckend auch das Zusammenspiel von Stimme und Gitarren. Die Tempiwechsel gefallen mir sehr gut. Das hat alles Sinn und Verstand was Bound To Prevail hier bieten. Das ist Extremmusik in bester moderner Form.

Contorted Divergence zeigt von Anfang an keine Verluste und keine Gnade. Es wird hier eingeprügelt, was das Zeug hält. Kein Instrument steht dem anderen nach. Für mich ist das Ganze eine totale musikalische Knallorgie. Wer hämmert da auf wen ein? Hammersong meine Herren. Das hört sich an, als wenn eine Armada von Tempelrittern über Malta herfällt.

In ähnlicher Manier zeigt sich auch die respektlose Nachkommenschaft, so die Übersetzung von Irreverent Progony. Alan ‚zZazZu‘ Briffa growlt, screamt, shoutet und kreischt wie ein Verrückter und das extrem gut und gnadenlos. Zwischendurch hält er mal inne, um die Gitarren zu Wort kommen zu lassen. Die tun dann ihr Übriges, um die Rhythmussektion aufzufordern, endlich auszurasten. Kurz vor Ende dann ein wenig innehalten, bevor es dann den finalen Todesstoß in einer Art Litanei von allen Instrumenten und den Voices gibt.

Bound To Prevail – Omen of Iniquity
Fazit: Das Erstlingswerk der maltesischen Band haut mich richtig vom Hocker. Richtig geiler Death Metal der Neuzeit, angereichert mit einigen Stilelemente der Metal Subgenres. Das Grundgerüst ihrer Songs verschmilzt mit aggressiven, hektischen und pochenden rhythmischen Passagen. Daneben gibt es genügend melodische Hooks. Alan 'zZazZu' Briffa an den Voices ist ein richtiger Berserker. Vom düsteren Growlen bis hin zum Keifen und Wimmern beherrscht er alles. Da sträuben sich einem manchmal die Nackenhaare, so gut ist es. Das Ganze läuft in einem perfekten Wechselspiel mit allen Instrumenten ab. Grandioses Debüt, welches die Band und ihre pure Energie und Spielfreude authentisch einfängt. Rau, roh und energiegeladen. Ich habe Bound To Prevail bereits Live gesehen. Nach dem Hören der EP kann ich es kaum noch abwarten Bound To Prevail wieder zu sehen. Die EP Omen of Iniquity macht Lust auf mehr. Da muss schnell ein Album her. Gott sei Dank erreicht Omen of Iniquity mit fast 30 Minuten für eine EP bereits eine beachtliche Länge. Das ist gut so. Es fällt mir schwer Anspieltipps hier zu nennen, zu gut sind die einzelnen Song. Aber dann doch hier zwei Anspieltipps: The Throne Where Gods Bleed und Irreverent Progeny.
Juergen S.9.6
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