Angelcrypt – Dawn Of The Emporer

Neues aus der maltesischen Melodic Death Engelsgruft

Artist: Angelcrypt

Herkunft: St. Paul’s Bay, Malta

Album: Dawn Of The Emporer

Genre: Melodic Death Metal

Spiellänge: 38:08 Minuten

Release: 12.06.2020

Label: Boersma Records

Link: http://www.angelcrypt.com/

Bandmitglieder:

Bass – Jean Cutajar
Gitarre – Shawn Mizzi
Gitarre – Peter Grech
Gesang – Joseph Grech
Schlagzeug – Paul Formosa

Tracklist:

  1. Of War And Will
  2. Clockwork Blood Red
  3. On Killing Fields
  4. Iron Creed
  5. Dawn Of The Emperor
  6. Salvation
  7. Martyred Soul
  8. As Death Endures
  9. Si Vis Pacem
  10. The Black Hand

Wieder einmal erheben sich die Malteser Angelcrypt aus der Engelsgruft. Die Melodic Death Metaller sind ja nicht gerade dafür bekannt, dass sie die Metalwelt mit einem regen Ausguss an Alben überfluten! Gerade umgekehrt ist es mit der Band, die sich in ihren Songs dem Thema des ersten großen Krieges (1. Weltkrieg) widmet.

Das am 12.06.2020 als CD beim deutschen Label Boersma Records erscheinende Dawn Of The Emporer ist nach We Are The Dead überhaupt erst der zweite Longplayer in der nunmehr 23-jährigen Geschichte von Angelcrypt, die 1997 in einer Garage in St. Paul’s Bay/Malta begann! Einen kleinen Line-Up-Wechsel gibt es erneut zu vermelden. Paul Formosa hat die komplette Platte mit eingespielt, aktuell sitzt an der Schießbude jedoch wieder Josef Bray, der Schlagzeuger aus dem Gründungsjahr.

Aufgrund ihrer stetig kraftvollen Liveperformances sind Angelcrypt als Rampensäue bekannt und teilten die Bühne bereits mit solch hochkarätigen Bands und Musikern wie unter anderem Grave, Blaze Bayley, Memoriam, Fleshgod Apocalypse, Decapitated, Pestilence und Destruction.

Persönlich begegnet bin ich den sympathischen Jungs im März 2018 im JUZ in Andernach. Dort machten sie einen großartigen Support für die Death Metal Legende Memoriam (hier geht es zum Live-Review). Seitdem bin ich der Band freundschaftlich verbunden und verfolge ihre Aktivitäten. Das war damals so etwas für mich, wie die richtige Band zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Gründungsmitglied Shawn Mizzi ist übrigens Mitorganisator des über Malta hinaus bekannten Shellshock Festivals, das alle zwei Jahre mit internationalen Bands stattfindet. Eigentlich wollte ich dieses Jahr im Februar dabei sein, habe es aber leider nicht geschafft. Gut vertreten dort haben mich nach deren Aussage die Bitburger Death Metaller Torment Of Souls mit ihrem zahlreichen Anhang.

Nach ihrem 2016er Album, das noch in Eigenregie herauskam, nun also vier Jahre später das aktuelle Album mit dem Titel Dawn Of The Emporer. Geplant sind natürlich einige Promogigs zur Veröffentlichung des Albums. Es bleibt angesichts der aktuellen Lage abzuwarten, welche dann wirklich stattfinden werden. Ende Oktober wäre ein Gig in Trier angesagt, bei dem ich mich dann wohl auch dorthin bewegen würde. Wie gesagt: Warten wir es ab.

Nicht mehr lange warten müssen wir aber auf das neue Album Dawn Of The Emporer, welches definitiv am 12.06.2020 erscheinen wird.

Dawn Of The Emporer beginnt mit dem Intro Of War And Will. Dieses Intro führt uns quasi in die Thematik des Albums ein. Ein paar Erklärungen über den Grund des ersten großen Krieges: die Erschießung von Erzherzog Franz Ferdinand.

Mit Clockwork Blood Red befinden wir uns sehr schnell in der Maschinerie des Krieges und damit auch des Albums von Angelcrypt. Es folgt melodischer, düsterer Death Metal, der wie eine Walze über die Schlachtfelder herzieht und somit auch folgerichtig im folgenden Song Killing Fields landet. Und ja, da ist sie wieder, die besondere, düstere und morbide Stimme von Joseph (Joe) Grech. Erbarmungslos setzt er die Kriegsmaschinerie fort, die einem Glaubensbekenntnis (Iron Creed) gleicht und im Titelsong Dawn Of The Emperor mündet. Erbarmungslos und unnachgiebig präsentieren uns dies die fünf Mannen aus der Engelsgruft. Songs voller Morbidität und trotzdem sehr melodisch.

Herausragend sind die Gitarren von Shawn Mizzi und Peter Grech, die schier entgegen jeder Hoffnung aus den Schützengräben emporsteigen. Als wie wenn Angelcrypt ihr Heil in einem Interlude, in diesem Fall sogar noch mit dem Titel Salvation suchten, gibt es nur ein wenig Verschnaufen, bevor die Märtyrerseele in Martyred Soul aufbegehrt. Die Rhythmusfraktion feuert aus allen Stellungen, während die Gitarren gewagte Läufe vollbringen. Im Zusammenspiel mit der Stimme von Joseph (Joe) Grech natürlich sehr beeindruckend. Auf As Death Endures feuern die Gitarren erneut ihre tödlichen Salven ab.

Nach so viel Leid und Tod auf den Schlachtfeldern, vermag uns Si Vis Pacem mit einem anfänglichen Klavierspiel nur ganz kurz zu beruhigen, bevor die tödliche Maschinerie weitergeht. Den Abschluss bildet die bereits 2018 veröffentlichte Single The Black Hand, die noch einmal ordentlich zupackt und ihre hässliche Pranke zeigt.

Angelcrypt – Dawn Of The Emporer
Fazit
Wieder erheben sich Maltas Angelcrypt wie die Engel aus der Gruft und vertonen das Geschehen des ersten großen Krieges WWI. Die Gitarren verrichten mit ihren Salven unnachgiebige Arbeit auf dem Feld des Melodic Death Metal, während Joe Grech mit seiner markanten Stimme wie mit einem Bajonett zustößt. Die Malteser zeigen mit Dawn Of The Emporer, dass man für guten Melodic Death Metal nicht unbedingt in den Norden zu den Schweden muss. Die Insel im Mittelmeer hat da auch einiges zu bieten. Es sollen ja auch einige schwedische Kreuzritter dort Halt gemacht haben. Wer weiß...

Anspieltipps: Clockwork Blood Red, Martyred Souls und Si Vis Pacem
Juergen S.
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