Lacuna Coil + Support am 11.11.2017 im JUZ in Andernach

“Lacuna Coil + Support am 11.11.2017 im JUZ in Andernach“

Band: Lacuna Coil

Vorband(s): Cellar Darling, Aeverium

Ort: JUZ Andernach, Stadionstr. 88, 56626 Andernach

Datum: 11.11.2017

Kosten: 23 € VK, 28 € AK

Genre: Alternativ Metal, Folk Rock, Folk Metal, Alternativ Metal, Gothic Metal

Besucher: ca. 500

Veranstalter: A Chance For Metal (www.acfmf.de)

Link: http://juz-live-club.de/event/vorankuendigung-lacuna-coil/

Setlisten:


1. Intro / Hunted
2. Distrust
3. What About Me
4. Brave New World
5. Break Out
6. Heaven’s Burning / Outro


1. Black Moon
2. Hullaballoo
3. The Hermit
4. Avalanche
5. Six Days
6. Rebels
7. Starchrusher
8. Challenge
9. Fire, Wind & Earth


1. Intro / Ultima Ratio
2. Spellbound
3. Die And Rise
4. Kill The Light
5. Blood, Tears, Dust
6. Ghost In The Mist
7. My Demons
8. Trip The Darkness
9. Downfall
10. Swamped
11. Enjoy The Silence
12. Our Truth
13. Delirium
14. N.S.O.I.W.
15. Intro / Naughty Christmas
16. Heavens A Lie
17. The House Of Shame

Wieder ist es den Veranstaltern gelungen, eine ganz große Band ins JUZ nach Andernach zu holen. Die italienische Alternativ Metalband Lacuna Coil um die Sängerin Cristina Scabbia kommt nach Andernach.
Also ab ins Auto und los. Heute werde ich gefahren. Party ist angesagt. Ich habe vor, mich dort mit einigen Leuten aus der Facebookgruppe Konzertgänger (Meeting at metal concerts) zu treffen. Pünktlich um 19:30 Uhr treffe ich im JUZ ein. Wie abgesprochen sind einige Leute aus der Facebookgruppe da. Ich treffe sie bereits am Eingang. Freudiges Hallo auf allen Seiten.

Das JUZ ist heute richtig gut besucht. Ich schätze mal, dass so 500 Leute da sind. Heute gibt es auch vor der Bühne einen Graben für die Fotografen. Das ist richtig gut. Vielen Dank an den Organisator. Endlich kann man vor der Bühne richtig arbeiten.
Aeverium haben schon begonnen. Mächtig was los vor und auf der Bühne. Aeverium sind als Opener des heutigen Abends richtig gut. Ich würde die Stilrichtung am ehesten unter Alternativ Metal packen. Ist ja immer schwierig mit den Kategorisierungen. Aber auch Nu Metal und Symphonic Metal sind ebenso vorzufinden wie Gothic Metal. Aeverium haben einen eigenen Stil, der nicht unbedingt unter der Masse einzuordnen ist. Auch das, was sie auf der Bühne bringen, hebt sich stark von der Masse ab. Die Performance lebt natürlich von dem Wechselspiel zwischen Sänger und Shouter Marcel „Chubby“ Römer, der sowohl mit Cleanvocals und Growls agiert und Sängerin Aeva Maurelle, die mit starker klassischer Stimme daherkommt. Bei Aeva Maurelle merkt man, dass sie klassischen Gesang studiert hat. Das, was sie macht, ist höchst professionell. Sehr viel Bewegung auf der Bühne. Man merkt, dass alle Bandmitglieder richtig Spaß an der Sache haben. Mit Hunted, vom aktuellen 2017er-Album Time, beginnt die fulminante Show. Mit Brave New World gibt es heute Abend nur noch einen weiteren Song vom neuen Album. Den Rest steuern die Songs vom Erstlingswerk Break Out bei. Der ganze Gig ist für mich ein richtiger Break Out. Toller Gig der sympathischen Metaler aus Viersen.

Ich habe noch Gelegenheit mich mit Marcel „Chubby“ Römer und Aeva Maurelle zu unterhalten. Ich spreche sie darauf an, dass Aeva als Sängerin für Dianne van Giesbergen bei der anstehenden Europatour von Xandria einspringt. Auf die Frage, wie oft sie bisher zusammen mit Xandria geprobt hat, erhalte ich die Antwort: ein Mal! Wahnsinn, ganz der Profi. Ich selbst habe Xandria im Frühjahr mit Dianne van Giesbergen gesehen. Bin mal gespannt auf Xandria mit Aeva Maurelle. Ich denke aber, dass das passt. Die Zusammenarbeit wird allerdings nur bis Ende der Europatour von Xandria währen. Auf meine Frage, ob da an was Längerfristiges mit Xandria gedacht ist, winkt Marcel schnell ab und sagt vehement, die Aeva bleibt bei Aeverium. Aeverium werden übrigens 2018 bei den Wacken Winter Nights dabei sein. Ein weiteres Highlight in der erst kurzen Bandgeschichte. Die Band scheint zurzeit auf der Überholspur zu sein.

Weiter geht es mit Cellar Darling nach der Umbauphase. Cellar Darling wurden im Sommer 2016 von Anna Murphy (Gesang, Drehorgel), Merlin Sutter (Schlagzeug) und Ivo Henzi (Gitarre & Bass) gegründet. Das Trio war einst Teil der momentan erfolgreichsten (Folk) Metal-Band der Schweiz, Eluveitie. Mit Eluveitie bereisten sie im letzten Jahrzehnt mehr als 45 Länder auf 6 Kontinenten. Cellar Darling haben sich ganz dem Folk Rock / Folk Metal verschrieben. Das ist schon ein erheblicher Stilbruch. Auf und vor der Bühne geht es nun doch um einiges ruhiger zu, als zuvor bei Aeverium. Das Meinungsbild zum Auftritt von Cellar Darling ist dann auch sehr unterschiedlich. Einige finden den Auftritt gut, andere Fans im Publikum sind weniger begeistert. Ihren Gig gestaltet das eigentliche Trio heute als Quartett, verstärkt von einem weiteren Musiker. Man merkt ihnen ihre Bühnenerfahrung an. Da sind sie ganz Profis. Die komplette Setlist besteht dann natürlich ausschließlich aus Songs von ihrem aktuellen und ersten Album This Is The Sound. Das Ganze wird gut dargeboten, ist aber eher im Bereich Folk Rock anzusiedeln. Und da besteht die eigentliche Krux. Ich denke, dass dieser Stilbruch für viele zu groß ist und Folk Rock zwischen den beiden Alternativ Metal Bands nicht unbedingt so ihr Ding ist. So jedenfalls die Rückmeldung aus dem Publikum.

In der darauffolgenden Umbauphase wird dann auch viel über den Auftritt diskutiert. Fest steht auf jeden Fall, dass sich alle auf Lacuna Coil freuen. Denn wegen Lacuna Coil sind heute doch alle gekommen. Was muss man eigentlich noch großartiges zu Lacuna Coil sagen. Sie haben nahezu jedes große Open Air, wie Wacken, Rock am Ring, Rock im Park, RockHarz, Ozzfest usw. bespielt. Ebenso gab es in der Vergangenheit lang anhaltende Headliner Tourneen auf der ganzen Welt (zum Beispiel eine in den USA mit 76 Tourdates). Zu erwähnen bleibt noch, dass es Songs von Lacuana Coil auf verschiedene Filmsoundtracks, wie Resident Evil und X-Men 3 geschafft haben. Sängerin Cristina Scabbia hatte Gastauftritte bei Aufnahmen von Bands wie Megadeth, Apocalyptica, Alter Bridge, Ayreon und Schiller.

Ja und heute sind Lacuna Coil hier in Andernach. Einige der Anwesenden können es immer noch nicht so richtig fassen. Dann sind sie auch mit gehörigem Krach auf der Bühne. Es gibt eine frenetische Begrüßung durch die Fans. Die Performance hat es wirklich in sich. Alle Bandmembers im Outfit wie auf dem Plakat und passend dazu geschminkt. Da donnert und scheppert es auf der Bühne. Im Vordergrund das Wechselspiel der Voices zwischen dem weiblichen Part von Christiana Scabbia und dem männlichen Part von Andrea Ferro.
Bei Lacuna Coil treffen Metalklänge, begleitet von melodischen Gitarrenläufen, mit leichten Einflüssen von Popmusik und Nu Metal zusammen. Heute gibt es eine Show mit härteren Metal Einlagen. Waren in der Vergangenheit einige Alben recht poppig, so sind ihre Liveperfomances eher von härterer Natur. Das will die Fangemeinde so und das kommt auch sehr gut an. Die Band ist in Bestform und kann ihre Fangemeinde regelrecht mitreißen. Zur tollen Musik gibt es auch eine tolle Lichtshow, in der die komplette Bühne sehr gut zur Geltung kommt. Das ist schon fast Musiktheater bzw. Gesamtkunstwerk. Perfektes Zusammenspiel aller Akteure und Requisiten. Perfekte Inszenierung. Man kommt sich vor wie im Delirium (Titel ihrer neuen Platte). Christina Scabbia trägt ein Kleidungsstück, so was wie einen Kittel, auf dem mehrfach Leave me alone aufgedruckt ist. Ziemlich surrealistische Szene. Auch die anderen Musiker sind in schrägen Outfits und geschminkt. Gitarrist Marco Coti Zelati spielt den irren Captain Spaulding und sieht ihm zu verwechseln ähnlich. Krass, ich muss wirklich zweimal hinsehen. Insgesamt 7 Songs des grandiosen neuen Albums Delirium schaffen es auf die Setlist. Lacuna Coil spielen am heutigen Abend eine düstere und harte Setlist, die mit Ultima Ratio vom Album Delirium beginnt und mit The House Of Shame vom gleichen Album endet.

Fazit: Heute war wieder ein großer denkwürdiger Metalabend in der Metalmetropole am Mittelrhein im JUZ in Andernach. Bereits der Opener Aeverium hatten es in sich und hat die Atmosphäre aufgeheizt. Cellar Darling sorgten im Anschluss für etwas leichte Abkühlung, ließen das Feuer jedoch nicht ausgehen. Lacuna Coil schafften dann das Level mit einem großartigen Musiktheater auf den Siedepunkt zu bringen.
Das macht Hunger auf mehr. Bereits 09.12.2018 stehen in Andernach die Masters Of The Underground mit Cripper, Dust Bolt, Sabiendas und Fabolous Desaster an. Also kaum Zeit zum Verschnaufen!

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