Bunker 66 – Infernö Interceptörs

 

„Gar nicht mal so gut“

Artist: Bunker66

Herkunft: Italien

Album: Infernö Interceptörs

Spiellänge: 27:44 Minuten

Genre: Blackened Thrash Metal

Release: Oktober 2012

Label: High Roller Records

Link: https://www.facebook.com/Bunker66

Bandmitglieder:

Gesang, Bass – Damien Thorne
Gitarre – Bone Incinerator
Schlagzeug – Desekrator Of The Altar

Tracklist:

  1. Overnight Sacrifice
  2. Night Of The Scream Queen
  3. Institor
  4. Storm Of The Usurper
  5. Chubby Love
  6. Still They Lurk (In The Shadows Of War)
  7. Witch Flights & Sexy Nights
  8. The Escape
Bunker66_Infernal_Cover

Die auf dem Bandfoto sympathisch wirkenden Bunker66 aus dem schönen Italien wurden im Jahre 2007 gegründet und haben sich nach mehreren Veröffentlichungen (EP, Live Album, Split), dazu aufgerafft, ihr Debüt einzuspielen. Interessanter Fakt: Ihre EP aus dem Jahr 2009, Out Of The Bunker, ist gerade mal 7 Minuten kürzer (mit einer Spielzeit von knapp 20 Minuten).

„Mensch“, denkt sich da der aufmerksame Leser, „weniger als eine halbe Stunde für eine CD, die als vollwertiges Album verkauft wird? Die Band scheint ja von sich selber überzeugt zu sein.“ Hätte ich mir den aufmerksamen Leser nicht ausgedacht, würde ich ihm zustimmen. Tue ich an dieser Stelle aber nicht, weil einer Figur, die der eigenen Phantasie entspringt, zuzustimmen, doch irgendwie etwas Arrogantes an sich hat…

Der Grundgedanke dürfte aber klar sein: Wenn ich eine CD mit gerade mal 27 Minuten veröffentliche, was verglichen mit z.B. Árstíðir Lífsins Überwerk Vápna lækjar eldr, welches knusprige 87 Minuten lang ist, ein Witz ist, muss aber auch jeder Ton stimmen. Und nein, es ist nicht genretypisch, kurze CDs zu veröffentlichen, deshalb hinkt der Vergleich auch nicht. Jetzt kommt die Krux an der Geschichte, dargestellt in einer kleinen Metapher: Stellt euch vor, es ist Krieg und ihr müsst euch in einen Bunker zurückziehen. Welchen Bunker würdet ihr wählen, wenn ihr die Wahl hättet? Vorausgesetzt natürlich, dass die Bunker durchnummeriert sind? Nr.1? 69? 123? Oder lieber den Bunker mit der generischen Zahl 66? Die Betonung liegt auf generisch: Ich sehe absolut keinen Grund, diese CD zu kaufen.

Zugegeben, ich kenne mich in der Geschichte der Bunker nicht aus und weiß auch nicht, was es mit dem 66. Bunker auf sich hat. Vielleicht war es der Bunker in Berlin, in dem ein historisch bedeutender Selbstmord stattgefunden hat, vielleicht fand die Band den Namen auch nur toll, mir ist selbst das Googlen zu anstrengend, da mich die Band einfach nicht zu einer Wissensbildung bewegen kann.

Aber was machen die Jungs denn nun? Geschwärzten Thrash Metal mit nervigen Gesang, gespickt mit Echoeffekten und dem fast schon mitleidserweckenden Gedanken, dass der Sänger jederzeit seine Stimme verlieren könnte, so dünn wie sie klingt. Mehr kann man zu der CD auch schon nicht mehr sagen.

Fazit: Eigentlich schade, vor allem der Glatzkopf auf dem Foto macht einen so freundlichen Eindruck. Ich fühle mich ein bisschen so wie ein Arzt, der einem Patienten, den er prinzipiell sympathisch findet, eine schlechte Nachricht überbringen muss. Jetzt nicht so ein Hammerding wie „Sie haben Krebs“, eher auf dem Niveau „Sie haben Diabetes“. Man kann damit leben, aber lieber würde man darauf verzichten. So wie ich auf diese Veröffentlichung. Anspieltipps: The Escape
Gordon E.
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