Chaos Inside – AN602

Elektronisch/progressiver Sound aus Österreich

Artist: Chaos Inside

Herkunft: Niederösterreich, Österreich

Album: AN602

Spiellänge: 48:28 Minuten

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock

Release: 27.03.2020

Label: Mars Music Productions

Links: https://chaosinside.bandcamp.com
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Bandmitglieder:

Gitarre und Gesang – Andy
Bassgitarre – Petra
Schlagzeug – Stephan

Tracklist:

  1. Another Day In Hell
  2. Can You Hear Me
  3. A Whole Lot Of Nothing
  4. If I Was God
  5. King In My Own World
  6. AN602
  7. Love Is War
  8. Set The World On Fire
  9. Pretenders
  10. Deus Ex Machina

Etwas Neues aus Österreich bezüglich Metal. Das Trio wurde 2014 gegründet und tummelt sich laut eigenen Angaben im progressiven Schwermetall. Bisher gab es eine EP der Band aus Niederösterreich mit dem Namen Freedom.System.Future.Illusion im April 2017. Nun gibt es einen Longplayer, welcher nochmals die fünf Tracks der EP released zuzüglich fünf neuer Tracks. Also eigentlich eine EP, welche als Mogelpackung Langeisen angeboten wird.

Was hat denn das Trio auf die Scheibe gepackt? Another Day In Hell eröffnet das Langeisen. Das kurze Pianointro wird von surrenden Gitarren abgelöst, dazu kommt reichlich Elektronik zum Einsatz. Für angeblich progressiven Metal ist die Nummer sehr poppig und rund, progressiv ist das Gitarrenspiel. Can You Hear Me hat noch etwas mehr elektronischen Sound in petto, aber insgesamt etwas mehr Härte als die erste Nummer. In eine ähnliche Richtung bewegt sich auch A Whole Lot Of Nothing, das Piano nimmt dem Song die Dynamik und mit dem Gesang wird jedes Tempo herausgenommen und er wird schnulzig. Hintenheraus wird das Gaspedal wieder etwas mehr durchgedrückt, aber insgesamt ein eher durchschnittlicher Track mit Höhen und Tiefen. If I Was God kommt mit mehr Tempo um die Ecke, die elektronischen Effekte sind allerdings nicht wirklich mein Fall. Alles, was man nicht zuordnen kann, landet halt irgendwo im progressiven Bereich. King In My Own World ist ein poppiger Rocktrack, elektronische Elemente immer mit dabei und ansonsten eine Nummer, die für mich im progressiven Metal wenig bis nichts zu suchen hat. Der Titeltrack kann mit elektronisch progressivem Sound aufwarten, ansonsten bewegt man sich zwischen Rock und Pop. Wirklich Metal ist recht wenig zu hören. Love Is War folgt mit viel elektronischen Gedudel, bevor dann die Gitarren langsam einsetzen. Im Midtempo schleppt sich der Track vorwärts und kann wenig begeistern. Elektronisch unterlegter Art Rock würde wohl als Bezeichnung passen für das, was aus meinen Boxen kommt. Set The World On Fire kenne ich von Jeff Waters und Band. Der hat auf der Scheibe aus den frühen 90ern auch progressive Metal Elemente dabei. Zur Abwechslung wird man mal wieder vom Piano empfangen und es geht im Stil des Vorgängers weiter mit recht pompösem Sound und Art Rock. Der Refrain dröhnt mit etwas Tempo daher und es gibt auch mal härtere Gitarrenarbeit, welcher durch die elektronischen Nebengeräusche jedoch die Power genommen wird. Ein weiterer durchschnittlicher Song. Pretenders reiht sich mehr in das Gesagte ein, es gibt hier und dort mal interessante Passagen, aber insgesamt kann auch dieser Titel mich nicht begeistern. Der Rausschmeißer heißt Deus Ex Machina, ist evtl. das Highlight auf dem Langeisen, wenn man sich mit dem elektronischen Sound arrangieren kann. Hier ist tatsächlich mal der Metalanteil recht hoch und auch die Gitarren kommen mal etwas mehr zu Geltung. So endet dann also das erste Langeisen des Trios.

Chaos Inside – AN602
Fazit
Es ist kein ganz schlechtes Werk, was dort aus Österreich kommt. Wenn man mit dem starken Einsatz von elektronischen Elementen klarkommt und progressiven Rock mit poppigen Elementen mag. Für Menschen mit Vorlieben in diese Richtung könnte die Scheibe etwas sein. Positiv ist für mich vor allem das mutige Konzept, hier wird sich nicht an Genregrößen orientiert, sondern eigentlich eine Art Dark/Gothic Sound progressiv angereichert. Das alles hätte bei mir für sechs Punkte gereicht. Nun wurde mit aber ein halbes Langeisen als neues Release untergejubelt. Für die Mogelpackung gibt es zwei Punkte Abzug.

Anspieltipp: Deus Ex Machina
Jürgen F.
4
4
Punkte
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