Corpsessed – Succumb To Rot

Rottiger Death Metal aus dem Land der tausend Seen

Artist: Corpsessed

Herkunft: Finnland

Album: Succumb To Rot

Spiellänge: 36:24 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 22.04.2022

Label: Dark Descent Records

Link: https://corpsessed.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Niko Matilainen
Gitarre – Jyri Lustig
Gitarre – Matti Mäkelä
Bassgitarre – Tuomas Kulmala
Schlagzeug – Jussi-Pekka Manner

Tracklist:

  1. Succumb To Rot
  2. Relentless Entropy
  3. Death-Stench Effluvium
  4. Spiritual Malevolence
  5. Calling Void
  6. Sublime Indignation
  7. Profane Phlegm
  8. Pneuma Akathartos

Die spinnen, die Finnen – oder so ähnlich. Früher war ja „It’s something rotten in the state of denmark“ angesagt, aber mittlerweile trifft diese Aussage wohl für Finnland zu. Sehr viele starke Combos stammen mittlerweile von dort. Corpsessed gründeten sich im Jahre 2007 und beherbergen Musiker der Bands Lie in Ruins und Tyranny. Drei Alben sind bis dato herausgekommen, ein Deal mit Dark Descent Records ist herausgesprungen und nun liegt auf meinen imaginären Reviewertisch das vierte Werk.

Succumb To Rot kommt dann auch gleich schon sehr dreckig aus den Boxen und macht schon einmal definitiv Spaß. Sehr doomig und rotzig legt man los, einige Growls erklingen und so schreitet man voran. Eine düstere Melodie wird zum Besten gegeben und das Tempo geringfügig erhöht. Klingt wie ein sehr langes Intro und so ist es dann auch.

Einige Drumschläge später geht der starke Tobak mit Relentless Entropy weiter. Das Tempo ist durchaus schneller und man agiert sehr druckvoll. Man groovt danach im Midtempo und erhöht dann wieder das Tempo. Die Growls klingen schön fies und man wechselt in ein melancholisches Solo. So was mögen die Finnen ja. Das Solo wird weiter verbraten und ein dunkler Part entsteht. Dann agiert man wieder langsam und schleppend und klingt einfach nur sick, da eine düstere Melodie über allem thront. Dieses Vergnügen hält aber nur kurz an, denn kurze Zeit später haut man wieder einen raus und attackiert, um anschließend komplett in den Keller abzutauchen. Sehr geil. Growls und fiese Screams wechseln sich ab, die melancholische Melodie findet ihren Weg auch in den Keller und ergänzt das Mysterium. Ganz kurz noch eben kurzes Geballer und fertig ist das Kellergewölbe.

Death-Stench Effluvium kommt mit einer Fliege zu Beginn, schleppt sich dann auch vorwärts und nimmt ein wenig Fahrt auf, bis man nach einem Break und Vorspieler den Vorschlaghammer herausholt und es ordentlich im Gehölz rattert. Man bleibt erst einmal schnell, klingt aber immer dunkel und sick. Die Growls sind weiter sehr rau und tief und das Gitarrenspiel an einigen Stellen sehr evil. Man wechselt ins Midtempo, baut dort aber sehr viel Druck auf und natürlich darf wieder ein melancholisches Solo nicht fehlen, welches dann aber komplett niedergeholzt wird. Es folgt wieder der aggressive Midtempopart, der schon von der Doublebass getragen wird und so geht man dann auch ins Finale.

Der cleane und beinah schon majestätische Eröffnungspart von Spiritual Malevolence ist einfach nur großartig. Mit melodischem Gitarrenspiel und drückender Doublebass agiert man weiter im Midtempo, bevor dann der Song richtig losgeht. Sehr interessant. Man kämpft im Midtempo und mit schon fast blackigem Riffing wird man immer schneller. Nach einem Break klingt man recht atmosphärisch, aber im düsteren und death-metallischen Sinne. Klingt zermürbend, zerstörend und doomig. Eine langsame und schön kranke Melodie wird vorgetragen. Dazu die tiefen Growls. Ja, das hat schon was. Langsam geht es weiter. Die Doubelbass erzeugt ein wenig Druck. Einige blackige Vorspieler erhallen, man erhöht kurz das Tempo und ballert dann wieder. Am Ende lässt man es wieder langsam ausklingen.

Und so geht es weiter und weiter. Die Burschen haben immer wieder recht geile Parts am Start. Dieser schnelle und druckvolle Doublebass-Part zu Beginn von Calling Void zum Beispiel. Dann wird der Song richtig schnell und später nimmt man das Tempo raus und groovt. Eine einfache Methode, die aber sitzt. Auch hier darf natürlich die melancholische Seite nicht fehlen. Dafür verwendet man gerne mal ein Solo. Jetzt darf mal der Bass vorspielen, bevor man absolut vernichtend zu Werke geht und erneut alles niederballert.

Wieder einmal ein gelungenes Death Metal Album aus Finnland.

Corpsessed – Succumb To Rot
Fazit
Die Finnen von Corpsessed geben auf ihrem vierten Album wirklich alles. Die Mischung aus garstigem Doom Metal, einigen Black Metal Elementen, Horrorszenarien und ganz viel rottigem Neunziger Death Metal knallt ganz ordentlich. Eine ordentliche Portion Melancholie in Form von Soli und Melodien hinzu und fertig ist der Spaß. Schockt.

Anspieltipps: Relentless Entropy und Calling Void
Michael E.
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