Artist: Incertain

Herkunft: Andernach

Genre: Death Metal, Thrash Metal, Female Fronted

Link: https://www.facebook.com/Incertain/

Bandmitglieder:

Gesang – Liane Walter
Bass – Janis Wilkes
Schlagzeug – Luis Strietholt
Gitarre – Phil Unger
Gitarre – Sven Müller

Unser Redakteur Jürgen Simon hatte am 14. August 2017 die Gelegenheit mit der jungen Death Thrash Metal Formation Incertain ein Interview anlässlich ihrer Albumveröffentlichung zu führen. Ein Review zum Album Rats in Palaces wird ebenfalls bei Time For Metal dem nächst folgen.

In lockerer Atmosphäre kam man im Garten des Gitarristen Phil zusammen und unterhielt sich über die Band und das am 22. September erscheinende Album Rats in Palaces Bassist Janis fehlte leider wegen Terminüberschneidung.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ihr besteht seit 2012. In der gleichen Besetzung? Könnt ihr mir dazu was sagen?

Incertain / Sven :

Zuerst war ich Bassist in der Band und der Phil war der einzige Gitarrist. Dann bin ich irgendwann zur Gitarre gewechselt, weil ich eigentlich auch Gitarrist bin / Gitarre gelernt habe. Dann haben wir einen guten Kumpel von uns, den Jonathan, mit ins Boot geholt als Bassist. Der hat im November 2014 die Band wieder verlassen. Dafür kam Janis (unser jetziger Bassist) in die Band. Seitdem spielen wir in dieser Besetzung.

Incertain / Phil:

Aber Incertain, unter diesem Namen mit diesem Stil gibt es seit 2012. Erste Show war März 2013.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ok, ab 2012 gibt es Incertain. Ein bisschen was zu euren Anfängen, Erfahrungen, Konzerten und Festivals. Was ist seitdem gelaufen?

Incertain / Luis:

Wir haben ganz klein angefangen. Unsere erste Show war im Jam Club in Koblenz vor 60 Leuten. 60 Leute mal gut geschätzt, wenn es hoch kommt. Und ja, das hat uns nicht mehr losgelassen quasi. Das wurde immer größer. Die geilste Erfahrung ist für uns eigentlich einmal im Jahr das JUZ Andernach. Da ist fast immer die Bude voll. Ist einfach gut da zu spielen vor so viel Menschen. Der Sound ist meistens auch sehr stark.

 

 

Incertain / Sven:

Ja da kann ich mich nur anschließen. ACFMF (A Chance for Metal Festival) vor allem das erste damals, das war einfach der Wahnsinn, sowie das zweite Mal. Einfach diese Masse an Menschen unglaublich.

Time For Metal / Jürgen Simon:

War das damals wo Tankard gespielt hat? Das war, glaube ich, das erste Mal wo ich euch gesehen habe.

Incertain / Liane:

Nein Tankard war eine eigene Show. Das haben wir als Support für Tankard gespielt.

Incertain / Phil:

Das war eine Headline Show von Tankard. Das kam zustande, weil wir einen ziemlich guten Draht zum JUZ haben. Das JUZ Veranstalterteam macht generell ziemlich viel für den Underground. Wir hatten die Möglichkeit als junge Andernacher Metalband dort ins Vorprogramm zu kommen. Das war ziemlich cool.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ja wollte ich sowieso noch ansprechen. Ich war ja damals auf dem Tankard Konzert. Kannte euch gar nicht. Als ihr dann losgelegt habt und gerade als Liane dann mit dem Gesang los fegte, das war für mich schon sowas wie ein aha Erlebnis. Fand ich total Klasse. Dann habe ich mich letztes Jahr auf dem Field Invasion in Urbach auch total auf euch gefreut. War da eigentlich wegen der Band von meinem Sohn (Quantum). Habe da wieder einen klasse Gig von euch erlebt.

Euer Album wird am 22. September 2017 raus kommen, das wird euer erstes Album sein. Der Titel ist Rats In Palaces – richtig!? Wie sind die Songs zustande gekommen, wovon handeln die Songs. Was ist das Konzept hinter dem Album?

Incertain / Phil:

Also ich antworte mal zuerst auf das Zustandekommen der Songs. Der Sven und ich schreiben die meisten Songs. Im Prinzip das erste Grundgerüst und verfeinern dann alles gemeinsam mit den anderen im Proberaum. Das ist bisher so der Lauf der Dinge gewesen. Das Konzept der Platte: Ein Grundkonzept gibt es eigentlich nicht. Wir wechseln so zwischen sozial- und gesellschaftskritischen Themen und zwischenmenschlichen und psychischen Sachen. Zum Beispiel der Albumtitel und das Cover ist was Gesellschaftskritisches.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Hatte ich mir bei dem Titel schon gedacht.

Incertain / Phil:

Ja! Aber die erste Single Amok erzählt was von einem psychischen Kollaps einer Person, der auch so in Realität stattgefunden hat. Hat Bezug zu einer realen Person. Da sind wir bei den Songs schon variabel. Es geht darum in den Songs Themen zu haben, die in unserem Kopf herum gehen. Also dann doch ein Grundkonzept, die Songs sollen authentisch sein.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Wie kam die Songauswahl zustande für das Album. Sind 10 Songs auf dem Album

Incertain / Phil:

Ja sind zehn Songs auf dem Album. Also wir haben jetzt nicht die Mittel zur Verfügung, dass wir ins Studio gehen könnten um dort dreißig Stücke zu produzieren.

Incertain / Luis:

Wir haben jetzt fast alle Songs auf das Album gebracht, die noch nicht auf der EP waren.

Incertain / Phil:

Im Prinzip war das Auswahlschema die stärksten Songs zu nehmen. Also die, wo das Publikum bei den Liveauftritten am besten drauf reagiert.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Wie kam der Titelsong zustande?

Incertain / Luis:

Bevor wir ins Studio gegangen sind, hatten wir noch so was wie Not an Songs. Phil hat dann noch drei Songs geschrieben.

Incertain / Phil:

Zwei habe ich geschrieben, Einen hat der Sven geschrieben

Incertain / Luis:

Ja ok. Du zwei. Einen der Sven. Die habe ich dann zwei Wochen vor der Schlagzeugaufnahme noch gelernt. Das ging halt darum, dass wir noch ein paar Songs aufnehmen wollten.

Incertain / Phil:

Jetzt sind wir ein wenig abgewichen. Der Song Rats In Palaces war ja Jürgens Ausgangsfrage. Rats In Palaces ist ein gesellschaftliches Thema. Wir kritisieren, dass es ein bestimmtes Klientel an Wirtschaftsleuten in der Welt gibt, die ohne mit der Wimper zu zucken massenhaft Menschleben opfern oder in Kauf nehmen, dass die Arbeitskräfte ihrer Industriewerke durch Einsparungen z. B. bei Arbeitssicherheitsmaßnahmen erkranken oder verkrüppeln. Die unterstellten Menschen werden im Prinzip als Werkzeuge eingesetzt, um den eigenen Profit zu steigern. Ich finde diese Thematik ziemlich pervers. Aber keiner macht was.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Nochmal zum Album. Wird es eine Release Party geben. Ist da was geplant?

Incertain / Phil:

Nicht direkt am Tag der Veröffentlichung. Sondern drei Wochen später beim Loud!Fest in Andernach.

Incertain / Liane:

Wir haben da eine schöne große Bühne. Da kann man richtig was machen. Ist nicht in irgendeinem Club. Das ist quasi in unserer Homebase. Da sind auch ein paar außergewöhnliche Sachen für die Show geplant. Da sollte man unbedingt hin kommen!

Time For Metal / Jürgen Simon:

Das Cover vom Album habe ich schon gesehen. Das sieht ja richtig geil aus. Künstler ist Costin Chioreanu (kann den Namen kaum aussprechen). Der hat ja schon Artwork für andere Bands wie Arch Enemy, Vader und Grave gemacht. Wie seid ihr an diesen Künstler gekommen?

Incertain / Liane:

Wir haben ihm einfach eine Mail geschrieben. Auf gut Glück!

Incertain / Luis:

Wir haben halt viel von seiner Arbeit gehalten. Also wieso nicht mal fragen. Das heißt ja nicht, dass wenn er die Großen bedient, dass er nicht mal was für die kleinen sympathischen Bands was macht.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Wie lange hat es gedauert bis ihr eine Antwort erhalten habt?

Incertain / Phil:

Der hat eigentlich sofort geantwortet. Der ist super nett und höflich. Er ist viel unterwegs, macht Ausstellungen und bedient glaube ich ca 100 Bands. Der hat nie heraus hängen lassen, dass er was Großes ist. Ist ein Genie der Typ.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Wie ist das Cover entstanden? Habt ihr Wünsche geäußert oder hat der euch einfach was gemacht?

Incertain / Liane:

Wir haben ihm eine grobe Vorstellung genannt. Ehrlich gesagt, keiner hätte damit gerechnet, dass dabei sowas extrem Geiles bei herauskommt. Unser themengebendes Objekt war halt die Ratte (vom Albumtitel her: Rats In Palaces). Dann der Palast und das Spiel mit Leben und Geld. Sollte so in die Waagschalen gelegt werden.

Incertain / Phil:

Wobei, das mit den Waagschalen kam von ihm. Das mit der Ratte wollten wir haben und dass das Cover sich auf den Titeltrack bezieht war klar. Wir haben ihm natürlich alle Songs und Lyrics geschickt. Der hat das dann genial umgesetzt.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Als erster Teaser zum Album ist ein Video raus. Bei Youtube in den ersten drei Wochen über 1100 Klicks. Der Song Amok ist eine persönliche Geschichte. Das Video sagt eigentlich alles oder? Ein junger Mann vor einem Schrank. Ein bisschen am Ausrasten…

Incertain / Liane:

Ja viele verstehen das nicht so ganz mit dem Schrank und so.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ja dann sagt mal, was das bedeutet.

Incertain / Phil:

Der Schrank und der Schlamm im Video sind Metaphern: Der Schrank verschließt oder verbirgt das eigene Selbst des Protagonisten. Doch das droht nach Außen zukommen, sprich der Protagonist läuft „Gefahr“, dass er früher oder später doch auf seine verkommene Persönlichkeit, mit allem was dazu gehört, zu stoßen. Aus Angst davor, kämpft er dagegen an, um dem zu entgehen, hält also dagegen. Irgendwann unterliegt er, und die verwahrlosten Reste seiner Seele, im Video mit Schlamm dargestellt, kommen ihm zum Vorschein. Er hält es mit sich vor lauter Selbsthass nicht mehr aus, weshalb er sich im Video mit samt dem Schrank verbrennt. Das, worauf der Song beruht, hat sich in der Realität ähnlich abgespielt, allerdings hat das nicht mit einem Suizid geendet, sondern im Knast.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ist ja noch etwas hin bis das Album raus kommt. Wird es noch einen weiteren Teaser geben. Ich hab da was in Facebook gelesen.

Incertain / Juliane:

Ja wir bringen noch zwei Lyricvideos raus. Zu Rats In Palaces und Bring Back The Anarchy.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Thema Zeit und Tour. Was ist angedacht die nächste Zeit?

Incertain / Luis:

Ja ist schwer. Wir starten jetzt alle unsere Ausbildung bzw. gehen arbeiten.

Incertain / Phil:

Wollen eigentlich mehr. Ist auch recht schwierig an Gigs zu kommen. Investieren alles in die Band. Wenn man als Band noch nicht so bekannt ist, dann ist es halt schwierig Leute zu überzeugen, einem eine Chance zu geben.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ich denke doch mal, dass da nach dem Album einiges an Anfragen kommen wird. Wollt ihr anschließend noch was an die Metalwelt da draußen raus lassen?

Incertain / Juliane:

Also ich würde sagen: auch wenn man denkt man ist eine kleine Band, man sollte den Eifer doch reinstecken, weil die Musik einem ziemlich viel zurück gib. Egal wieviel da stehen, ob 10, 100 oder 1000 Leute. Auf jeden Fall ist es gut für die Seele.

Incertain / Sven und Phil:

Geht auf Konzerte. Schaut nicht den ganzen Tag TV. Hört den Bands zu. Lebt!

Time For Metal / Jürgen Simon:

Ja lebt und kauft das Album von Incertain. Vielleicht ist das Album ja so erfolgreich, dass es irgendwann mal als Vinyl raus kommt!?.

Incertain / Phil:

Dann muss es aber nochmal neu abgemischt werden. Beim Mix wird im Prinzip die Kompatibilität der Soundspur festgelegt.

Time For Metal / Jürgen Simon:

Danke euch für das Interview!

Incertain / Phil:

Danke für den Support!

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