Das Interview mit Sänger Mike Rush von Black Radar

Artist: Black Radar

Herkunft: Deutschland

Genre: Heavy Metal

Label: keins

Link: http://www.black-radar.de

Bandmitglieder:

Gesang – Mike „Rapid“ Rush
Gitarre – Steven Carr
Gitarre – C.C. Hawking
Bass – Mat Eagle
Schlagzeug – Jam Cutter

 

Black Radar ist eine sympathische Truppe aus dem hohen Norden Deutschlands, welche ich zum ersten mal im beschaulichen Ort Großefehn sehen durfte. Da mich die Band direkt in ihren Bann zog, musste irgendwann auch  mal ein Interview her. Es gibt sich die Ehre: Sänger Mike „Rapid“ Rush.

 

Time For Metal / Martin W.:
Moin! Zunächst mal Danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, uns zwischen Alienjagd und Metalriffs ein paar Fragen zu beantworten.
Wie kam es überhaupt zu dem Bandprojekt Black Radar und der grundlegenden Geschichte, die Erde vor grünem Viehzeugs aus dem All zu bewahren?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Moin. Also, in jeder Legende steckt ja ein Funken Wahrheit. So auch bei Black Radar. Mat Eagle und ich kennen uns schon aus den 80gern, aus der damals sehr überschaubaren Metal Szene in Oldenburg bzw. Norddeutschland. Wir fanden den Musik-Style des jeweils anderen schon damals klasse, haben es aber nicht geschafft, uns mal zusammen zu setzen und uns aus den Augen verloren. Mat funkte mich dann 2012 an, war total aufgedreht, weil ihm vor lauter Songideen der Kopf platzen wollte und seiner Meinung nach nur ich die Stimme hätte seine Songs in die Welt zu schreien. Er saß da wirklich wie ein Irrer auf einer riesen Menge Songs, die einfach produziert und ins All geblasen werden mussten! Ja und das taten wir dann auch.
Das dabei feindliche Aliens verjagt wurden, war ein guter Nebeneffekt.

 

Time For Metal / Martin W.:
Ihr spielt überwiegend Heavy Metal in einer Lautstärke und vor allem in einer Stimmlage, die selbst Bruce Dickinson (Iron Maiden) den Karies aus den Zähnen springen lässt. Wusstet ihr von Anfang an, dass genau das euer Sound sein soll, oder hat sich das erst im Laufe der Zeit herauskristallisiert?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Vielen Dank. Das werte ich als Kompliment. Das war von Anfang an die Absicht. Metal muss einfach ballern.

 

Time For Metal / Martin W.:
Egal ob selbst gespielt oder „nur“ gehört – welche Bedeutung hat die Musik für Euch?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Music rules all. Alle Bandmitglieder beschäftigten sich schon seit dem frühen Teeniealter mit Musik und leben darin auf. Alle haben schon in vielen anderen Projekten gespielt und die Hälfte der Truppe verdient seinen Lebensunterhalt entweder ganz oder zum Teil mit Musik. Allerdings mit Cover Mukke. Von komplett eigenem Material zu Leben ist eine ganz andere Geschichte und Herausforderung. Im Prinzip war es fast eine logische Konsequenz, dass wir aufeinander getroffen sind.

 

Time For Metal / Martin W.:
Wer bisher auf der Suche nach einem Album oder ähnlichem ist, stößt nur auf die Info, dass es eine nicht zu erwerbende 6-Track-EP gibt, sowie auf vereinzelte Aufnahmen im Web, Soundcloud oder auf das jüngst veröffentlichte Musikvideo zu Another Love Attack (YouTube). Gibt es Pläne, ob und wann ihr einen runden Silberling auf die Welt loslassen werdet?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Unsere selbst produzierte EP The Eagle Has Landed ist für uns im Grunde unser erstes Demo gewesen. Wir wollten etwas in der Hand haben, um uns für Gigs, Radiostationen, Magazine usw. vorzustellen. Natürlich auch als Merchandise. Wir waren selber erstaunt darüber, dass so schnell der Ruf nach einem Longplayer kam. Erst Recht als wir im Metal Hammer in der Rubrik Demos ’ne voll geile Rezension bekamen und die anschließenden Gigs abgingen wie Schmidts Katze. Unser Plan ist, bis Ende diesen Jahres einen Longplayer zu produzieren. Gleichzeitig suchen wir nach einem Label, Vertrieb und Booking, um dann 2017 eine Promo-Tour zu starten.

 

Time For Metal / Martin W.:
Wer schreibt bei Euch die Songs? Ist die Entstehung eines neuen Alienfighter-Stückes Teamarbeit oder kommt einer von Euch irgendwann in den Proberaum und sagt: „Ich hab da mal was vorbereitet!“?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Mat Eagle
is ganz klar „The Brain“ in der Truppe. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen, er ist selber ein Alien mit einem riesigen Song-Monster-Kopf. Dem Kerl springen ständig Song- und Showideen aus der Birne. Wahnsinn. Kein Scheiß, Mann. Er schickt dann Demos rum und wir knallen die uns bis zur nächsten Probe rein. Aber wir arbeiten trotzdem als Team. Jeder bringt seine eigene Ideen, sei es als Licks oder Riffs von Steven Carr oder C.C. Hawking oder Lyriks von mir oder abgefahrene Beats von Jam Cutter in die Songs ein. Das Material lebt vom Zusammenspiel aller. Wir spielen aber auch Songs aus anderen, unseren vorherigen, eigenen Projekten, die wir aber nach Black Radar-Style pimpen.

 

Time For Metal / Martin W.:
Ich sah Euch zum ersten Mal live im Schlappohr in Großefehn und war direkt relativ angetan (verdammt, irgendwo gibt es noch dieses Foto mit mir und Mike auf der Bühne, oder?). Wie läuft so eine Show und speziell die Vorbereitung einer Solchen bei Euch ab? Gibt es ein bestimmtes Ritual, welches ihr vor jeder Show durchspielt?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Ja, an den Gig erinnere ich mich gut. Du warst ganz schön aufgeregt auf der Bühne. Das geile an Black Radar ist, dass alle viel Live Erfahrung mitbringen, so dass die Vorbereitung auf einen Gig eher nüchtern-routiniert abgeht. Auf alle Fälle gibt es immer eine Generalprobe, bei der wir alles bis ins Kleinste noch mal durchgehen. Da wird immer viel gelacht. Aus den Erfahrungen der vorherigen Gigs ändern wir dann auch schon mal was ab. Vor dem Gig essen und trinken wir immer gemeinsam. Kurz vor dem Gig kommt dann doch das Lampenfieber. Da geht jeder in seinen eigenen „Tunnel“. Ich neige dann dazu, viel zu quatschen und geh den anderen damit meistens auf den Sack, lol. Aber wenn dann das obligatorische all hands togehter-Abklatschen kommt, geht bei jedem die Party ab. Anschließend gibt’s dann die obligatorische After Show Party.

(Anm. der Redaktion: Das Bild findet sich am Ende des Artikels)

 

Time For Metal / Martin W.:
Gerade im Metal fließt bekannterweise viel Bier. Direkte Werbung dürfen wir ja nicht machen, doch welche Getränke werden auf dem Sternenkreuzer Black Radar am liebsten getrunken?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Tja, das is nu kein Geheimnis. Bier und Bölkstoff sind immer im Proviant-Magazin der Black Radar One vorhanden.

 

Time For Metal / Martin W.:
Schwarz/Grün ist eine farbliche Kombination, die immer wieder ins Auge sticht und auch die Instrumente im Musikvideo fallen durch ihren speziellen Look auf. Wieviel wert legt Ihr auf euer visuelles Auftreten? Wäre ein Black Radar-Konzert in schlichtem grau das Gleiche, wie in Eurem „Standardoutfit“?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Die Outfits demonstrieren ja einen Teil unserer Mission, nämlich den wahren Heavy Metal wieder zu beleben und gehören damit zu unserer Corporate Identity. Gerade live ist das ein wichtiger Eye-Catcher. Wenn du dann als Zuschauer die Show siehst und der Funke überspringt, haben wir alles richtig gemacht. Anderseits soll der Funke auch überspringen, wenn du unsere Mucke nur von CD hörst und nicht das Outfit siehst. Das eine schließt das andere nicht aus.

 

Time For Metal / Martin W.:
Habt ihr musikalische und persönliche Vorbilder? Welche?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Unsere musikalischen Vorbilder finden sich in der gesamten Bandbreite des Genres Heavy Metal. Bei mir ist es ganz klar Judas Priest (Rob Halford), Iron Maiden (Bruce Dickinson) und Bon Scott (ACDC). Für Mat Eagle sind das Gene Simmons (KISS) oder für C.C. Hawking z.B. K.K. Downing (Judas Priest), Metallica und Slayer. Jam Cutter fährt auf Mike Portnoy (Dream Theater) und Steward Copeland ab. Steven Carr auf Paul Gilbert, John Petrucci und Steve Vai.

 

Time For Metal / Martin W.:
Immer wenn etwas aus der Reihe tanzt, wird es gleichermaßen von einigen Leuten geliebt und gehasst. Besonders durch den schrillen Gesang stecht Ihr aus der Masse hervor und habt hierzu mit ziemlicher Sicherheit bisher nicht nur positive Kommentare gehört. Wie sind die Reaktionen auf euer Projekt im Allgemeinen? Wie geht Ihr mit Kritik um? Habt Ihr, sofern denn eines erscheint, Angst vor den Reviews zu Eurem Album?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Mein Vater hat einmal gesagt: „Die Geschmäcker sind verschieden – sagte der Bulle und leckte der Kuh den Arsch ab“. Wir haben schon sehr früh gemerkt, das unser Style polarisiert. Und das ist auch gut so. Wem’s nicht gefällt, kann ja zum Glück was anderes gut finden.

 

Time For Metal / Martin W.:
Die nächsten Konzerte kommen bestimmt: Wann und wo können unsere Leser sich demnächst der Alien Army Alliance anschließen?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Am 25.08.2016 um 19.00 Uhr beim Monsters of Stadtfeast in Oldenburg und am 20.10.2016 im LOGO in Hamburg.

 

Time For Metal / Martin W.:
Ich gebe mir immer Mühe, auch die Interessen unserer Leser zu vertreten. Wenn ich unsere Leser Frage, was sie eine Band fragen würden, dann is eine (tatsächlich!) häufig gestellte Frage: Lieber Jäger- oder Zigeunerschnitzel?

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Als Alien-Fighter-Heavy-Metal-Band ganz klar: The Huntsman, also das Jägerschnitzel.

 

Time For Metal / Martin W.:
Ich bedanke mich für den kleinen Einblick in die Welt der Alien-Fighter von Black Radar und werde demnächst mal wieder einem Konzert beiwohnen, sofern sich die Gelegenheit ergibt.
Die letzten Worte gehören Euch:

Black Radar / Mike „Rapid“ Rush:
Vielen Dank, Martin, für das Interview und deinen Support. Du bist auch bei den nächsten Gigs ein gern gesehener Gastsänger auf unserer Bühne. Wir freuen uns auf viele weitere Konzerte und Metal Maniacs, die mit uns abfeiern und die Welt retten wollen. In diesem Sinne: Live life and party hard! RADAR ON.

 

Black-Radar-Grossefehn2
Foto: K.W. Photoshots (v.l. Martin W. (TFM), Mike „Rapid“ Rush (Black Radar), Mat Eagle (Black Radar))

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