Artist: Nailed To Obscurity

Herkunft: Esens, Deutschland

Genre: Melodic Death, Doom Metal

Label: Nuclear Blast Records

Link: http://www.nailedtoobscurity.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Raimund Ennenga
Gitarre  – Volker Dieken
Gitarre – Jan-Ole Lamberti
Bassgitarre – Carsten Schorn
Schlagzeug – Jann Hillrichs

Time For Metal / Rene W.:

Hallo Ole und Raimund,

schön, dass wir zusammengefunden haben, um über eure Band Nailed To Obscurity zu sprechen. In den letzten Monaten ist viel bei euch passiert und im Januar kommt euer neues Werk Black Frost.

Nailed To Obscurity / Raimund:

Dankeschön, dass ihr euch die Zeit für das Interview nehmt. Wir sind auch schon sehr gespannt, wie unsere Fans auf die neuen Songs und das Album als Ganzes reagieren werden. Von der Tour gar nicht erst zu sprechen 🙂

Time For Metal / Rene W.:

Mein Kollege hat seine Wertung von King Delusion, dem Vorgänger, auch auf Black Frost übertragen. Das bedeutet erneut volle Punktzahl, und nicht nur bei uns ein sehr positives Feedback. Wie schwer war es, nach so einem Album das Niveau noch mal direkt bestätigen zu können, und wo liegen die Unterschiede zwischen den beiden Scheiben?

Nailed To Obscurity / Ole:

Diese Frage schwirrte uns tatsächlich auch im Kopf herum, bevor wir überhaupt mit dem Songwriting begonnen hatten. Wir waren mit King Delusion einfach zu 100% zufrieden und sind es auch heute noch. Da setzt man sich natürlich selbst etwas unter Druck und man realisiert selber sehr schnell, dass man selbst die Messlatte ziemlich hoch gehängt hat 🙂  Im Endeffekt haben wir uns dann aber bewusst von diesen Gedanken befreit und haben einfach das gemacht, was wir immer machen: Wir haben einfach Songs geschrieben, die uns selbst gut gefallen und die sich beim Spielen gut anfühlen und das Resultat daraus ist nun unser neues Album Black Frost. Im Vergleich zu King Delusion ist Black Frost etwas düsterer und noch atmosphärischer ausgefallen, was wir uns so auch als Ziel gesetzt hatten. Außerdem war uns wichtig, dass wir uns nicht Wiederholen, weshalb auch Black Frost, wie alle Vorgängeralben auch, ziemlich eigenständig  klingt, auch wenn es definitiv nach Nailed To Obscurity klingt.

Time For Metal / Rene W.:

Mittlerweile seit ihr verdientermaßen bei Nuclear Blast angekommen und habt vor allem in den letzten zwei Jahren unglaublich viele Erfahrungen gesammelt. Wie beeinflusst einen diese Weiterentwicklung und welcher Druck entsteht innerhalb der Band, die immer größer werdende Fanbase zufriedenzustellen?

Nailed To Obscurity / Raimund:

Es wäre schlicht gelogen, wenn wir behaupten würden, dass es keinerlei Druck in Bezug auf das Signing gäbe. Wir wollten schließlich, dass unser Einstand bei Nuclear Blast etwas ganz besonderes ist. Dennoch kam der Druck viel mehr aus uns als Band heraus und durch den besonderen Stellenwert, den King Delusion bei uns hatte und immer noch hat. Wir hatten das Gefühl, dass wir ein sehr starkes Album geschrieben haben und wollten sichergehen, dass das neue Material mindestens gleichwertig gut werden und musikalisch eine Steigerung darstellen würde. Wir hätten uns diese Gedanken für ein neues Album ohnehin gemacht, aber mit der neuen “Spielfläche” vor Augen ist man natürlich nochmal ganz anders motiviert. Und ich glaube, dass trifft es vielleicht etwas besser. Anstatt von Druck sollte man vielleicht von Motivation sprechen.

Time For Metal / Rene W.:

Erzählt bitte ein wenig über Black Frost, der alleine vom Titel schon dunkel und düsteren Melodic Death Metal erwarten lässt. Welche Themen greifen die neuen sieben Stücke auf und wie schwer ist es, bei den langen Stücken den roten Faden nicht zu verlieren, bzw. die Spannung hochzuhalten?

Nailed To Obscurity / Raimund:

In den neuen Songs geht es um Geschichten über Menschen, die über einen längeren Zeitraum ihre finsteren Gefühle unterdrückt haben. Melancholie, Wut und Trauer haben sich derart hochgeschaukelt, dass sie die Seele so sehr belasten, wie “Schwarzer Frost”, der sich auf den Masten und Segeln eines Schiffes abgesetzt hat, und dieses selbst nun zu kentern droht. Es geht um den Umgang mit Seelenballast, der uns wie eine Bürde behindert. Aber es wird auch Licht aufgezeigt. Die Musik soll hier als Kanal gesehen werden, durch den man sich von dunklen Emotionen befreien, diese gar als Teil von sich akzeptieren kann. Deshalb sind die Texte auch sehr metaphorisch gehalten. Der Hörer soll seinen eigenen Zugang zu den Texten zwischen den Zeilen finden. Die Basis für alle Texte sind meine eigenen Erfahrungen und Dinge, die ich aus Gesprächen mit Freunden und Bekannten verarbeite, aber dies soll nicht im Fokus stehen, sondern alles soll frei interpretierbar bleiben.

Time For Metal / Rene W.:

Mein Kollege schreibt Folgendes über Black Frost: Nailed To Obscurity formen monumentale Eisberge aus dissonanter Materie und schleifen diese zur Perfektion, Querverweise zu den meditativen Songs vom Schlage alter Tiamat flattern durch den Raum, verschmolzen mit der melodiösen Verspieltheit früherer Opeth Glanzwerke und der fettigen Gitarrenstärke Black Sabbaths. Was denkt ihr über diese Aussage?

Nailed To Obscurity / Ole:

Was soll man dazu noch groß sagen? 🙂  Wir fühlen uns natürlich sehr geschmeichelt im selben Atemzug mit diesen Bands genannt zu werden und überhaupt ein so tolles Feedback zu bekommen. Sowas liest man natürlich gerne und wir freuen uns riesig über solche Aussagen.

Time For Metal / Rene W.:

Ich finde das Artwork mehr als gelungen und eins der Aufregendsten, welches in den letzten Wochen bei uns eingegangen ist. Was steckt dahinter bzw. welche Messsage soll das Cover noch vor dem ersten Ton übertragen?

Nailed To Obscurity / Raimund:

Das Artwork stammt, wie das für unser Album King Delusion aus der Feder von Santiago Caruso. Wir wollten unbedingt wieder mit ihm zusammen arbeiten, weil er bereits da gezeigt hat, dass er die Emotionen und Gefühle in unserer Musik perfekt illustrieren kann. Als Basis dienten ihm die instrumentalen Songs in einem recht frühen Stadium und die Texte. Im Dialog per Mail haben wir ihm dann die Idee hinter Black Frost näher erläutert. Er selbst hat Black Frost als Krankheit interpretiert, die nur Menschen befällt. Die Tier- und Pflanzenwelt bleibt unberührt. So hat er eine sozialkritische Komponente hinzugefügt, die treffender nicht sein könnte. Das Cover soll den Hörer auf das, was ihn musikalisch erwartet einstimmen: Die Auseinandersetzung mit unterdrückten Emotionen und der Seelenbürde, die man jeden Tag mit sich herumschleppt. Deshalb ist der Schädel das perfekte Symbol dafür. Man befindet sich in der Gedankenwelt von Menschen, irgendwo zwischen Herz und Hirn.

Time For Metal / Rene W.:

Ihr seid eurer Heimat immer noch nah verbunden, vor der kommenden Europa Tour werdet ihr am 10.01.2019 im Schlachthof, Aurich eine CD Release Party feiern. Wie wichtig ist es euch euren langjährigen Wegbegleitern als Erstes die neuen Stücke zu präsentieren?

Nailed To Obscurity / Ole:

Das ist uns schon sehr wichtig. Carsten veranstaltet da zusammen mit unserem Kumpel Lutz, der uns übrigens nun auch schon eine ganze Weile als Lichttechniker zu unseren Konzerten begleitet, schon seit Jahren regelmäßig Konzerte in Ostfriesland und im Prinzip ist das Ganze daraus entstanden, dass wir für uns und andere lokale Bands die Möglichkeit schaffen wollten, in möglichst professionellem Rahmen auftreten zu können. Wir alle sind dann auch immer als Stagehands, usw. involviert, aber die Planung lag Carsten und Lutz immer am besten. Somit haben wir besonders in den ersten Jahren sehr viel in Ostfriesland gespielt und im Prinzip haben wir dort alles gelernt, worauf wir nun aufzubauen und somit verspüren wir eine tiefe Verbundenheit zur heimischen Szene.

Time For Metal / Rene W.:

Mit Apallic habt ihr eine genreähnliche Vorgruppe gewählt, die zudem ebenfalls aus Ostfriesland kommt. Wie steht ihr mit den Musikern in Kontakt oder ist dieses rein zufällig?

Nailed To Obscurity / Raimund:

Wir kennen die Jungs, weil sie aus der gleichen Szene kommen. Mit Klaas haben Carsten und ich jeweils schon einmal gemeinsam in einer Band gespielt (er bei Monster, ich bei Burial Vault) und auch den Rest kennen wir selbstverständlich durch Konzerte wie das Schlachtfest, Let The Bad Times Roll usw. usf. Nachdem wir uns dazu entschlossen hatten, eine lokale Vorband zu nehmen, eben weil wir nochmal den Bezug zur lokalen Szene unterstreichen wollten, kamen wir sehr schnell auf Apallic. Wir freuen uns schon darauf, die Bühne mit Freunden zu teilen.

Time For Metal / Rene W.:

Was darf man auf der Black Frost CD Release Show erwarten, wie wird das Set aufgestellt? Werdet ihr das neue Album komplett spielen und bleibt noch Platz für älteres Material?

Nailed To Obscurity / Ole:

Wir hatten zuerst überlegt, das gesamte Album live zu spielen, aber mittlerweile haben wir ja doch ein recht großes Repertoire und es fällt uns sehr schwer gewisse Songs einfach zu streichen. Außerdem mussten wir ein Set zusammenstellen, was auch in Hinblick auf die folgende Tour Sinn ergibt. Deshalb haben wir beschlossen doch nicht alle Songs zu spielen. Allerdings haben wir nur zwei Songs gestrichen und einer davon ist der kürzeste vom Album. Somit wird es denke ich genug neues Material geben 😉

Time For Metal / Rene W.:

Nach der CD Release Party in Aurich geht es auf Europa Tour mit Amorphis, Soilwork und Jinjer. Mit Dark Tranquillity konntet ihr damals King Delusion ganz Europa näher bringen. Amorphis und Soilwork sind da noch eine Hausnummer größer und zudem Label Kollegen. Wie sieht es da mit der Anspannung aus?

Nailed To Obscurity / Ole:

Ich würde es eher Vorfreude nennen und die ist ziemlich groß. Bis zum Tourstart gibt es noch viel zu tun und das wird sicherlich noch ein bisschen stressig. Wir wissen ja aber, worauf wir da hinarbeiten und haben schon ein ganz gutes Gefühl dafür, wie die Tour werden wird und da gibt es einfach gar keinen Grund angespannt zu sein.

Time For Metal / Rene W.:

Als Support Act werdet ihr nicht sehr viel Zeit haben, die Besucher von euch zu überzeugen. Wie schwer fällt es da, ein Set aufzustellen? Jeder von euch wird da sicherlich seine Wünsche haben, wie findet ihr da Kompromisse?

Nailed To Obscurity / Raimund:

Das ist in der Tat nicht einfach. Wir haben satte vier Alben, aus denen wir wählen können und zudem sind wir nicht gerade dafür bekannt, dass wir sehr kurze Songs haben 🙂 Wir werden uns allerdings immer recht schnell einig. Wir legen zunächst fest, welche Songs des neuen Albums ins Set kommen sollen, weil es für uns ja die Tour zum neuen Album ist, weshalb es im Vordergrund stehen soll. Dazu suchen wir uns dann passende ältere Songs. Wir werden nie allen unseren eigenen Wünschen zu 100 % gerecht werden, und auch diejenigen, die unsere Musik schon lange verfolgen, werden sicher immer den einen oder anderen Song vermissen, aber am Ende stellen wir ein Live-Set so zusammen, das zum einen in sich homogen ist  und funktioniert, und das zum anderen einen guten Querschnitt durch unser Schaffen liefert. Vor allem aber soll eine gewisse Atmosphäre aufkommen, die sich durch das gesamte Set zieht. Wir freuen uns schon darauf, die neuen Songs live zu spielen, und zu erleben, wie gut diese gemeinsam mit dem bisherigen Material funktionieren.

Nailed To Obscurity / Ole:

Wir haben dieses Wochenende zum ersten Mal das Tourset geprobt und beim Spielen fühlt sich das schon sehr gut an. Ich glaube damit können wir durchaus auch in der Kürze der Zeit den Einen oder Anderen überzeugen 😉

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